Wie die Besatzung des Tierparks Alsdorf mit der Hitze parat kommt

Schatten, kühler Boden, Ruhe und Eisbomben : Wie die Tiere im Alsdorfer Tierpark mit der Hitze umgehen

Klebt der Uhu an der Wand und härtet aus? Zerfließt die Schneeeule auf dem Ast? Köchelt das Erdmännchen in seinem Loch? Dreht sich das Hängebauchschwein auch ohne Spieß in der Sonne? Ein Rundgang durch den Alsdorfer Tierpark mit fachkundiger Begleitung zeigt schnell, dass man sich angesichts der Hitze keine Sorgen um die Gesundheit der Besatzung dort machen muss. Die Tiere kommen in der Regel viel besser mit extremen Temperaturen zurecht als der Mensch.

Tierparkchef Stefan Heffels berichtet von Tierparkbesuchern, die ihn und die Kollegen ansprechen, weil vermeintlich die Schneeeule schon entkräftet am Boden ihrer Voliere liegt oder die Erdmännchen lethargisch auf dem Boden dahin siechen. „Die Erdmännchen genießen die Sonne. Und sollte es ihnen doch zu heiß werden, ziehen sie sich in ihren kühlen Bau zurück.“

Auch für das Verhalten der Schneeeule gibt es eine logische Erklärung: „Sie sucht die kühle Erde, gräbt sich richtig ein.“ Wie anderes Geflügel übrigens auch. Und der Uhu läuft nicht aus. Der Mäusebussard weiß ebenfalls den Schatten zu nutzen. Ohnehin sind die meisten Gehege von Bäumen geschützt, wovon ebenso die Besucher beim Rundgang profitieren.

„Natürlich sorgen wir dafür, dass reichlich frisches Wasser vorhanden ist“, sagt Heffels. Allein für den Rotwildbestand werden täglich bis zu 100 Liter nachgefüllt. Zudem wird die Pumpe angeworfen, um die Suhle (morastige Bodenvertiefung) vor dem Austrocknen zu bewahren. Auch die Hängebauchschweine hängen gerne in dem kühlen Matsch herum genau wie es die Wildschweine in freier Natur machen.

Bislang wurde der Waschbär noch nicht beim Duschen erwischt, aber diese Spezies mit pelziger Räubermaske über den Augen lässt sich von der Sonne nicht groß beeinträchtigen. Die Lamas sind bereits im Frühjahr geschoren worden und nicht mehr mit einem dicken Pelz belastet. Die Familie der Präriehunde hängt auf Holzstümpfen herum. Es wird sogar miteinander gekuschelt. Ihnen kann also nicht zu warm sein. Enten, Gänse und Schwäne verfügen auf dem rund 20 Hektar großen Gelände über reichlich „Poolfläche“.

Eisbombe mit Trauben: Gerne bedient sich das Erdmännchen im Alsdorf Tierpark. Dagegen lassen es die Präriehunde ruhig angehen. Foto: Karl Stüber

Die Esel lassen sich trotz hoher Temperaturen in ihrem Gleichmut nicht beeinflussen. Hin und wieder gibt es für sie eine „Eisbombe“, also Möhren in gefrorenem Wasser. Vielleicht eine Anregung für die italienische Eisdiele um die Ecke, mal Öko-Eis der anderen Art auch Zweibeinern anzubieten, allerdings am besten ohne Sahne. Für die Erdmännchen gibt es diesmal „Trauben on the rocks“, extra von Tierparkchef Heffels geschüttelt und nicht gerührt, wobei er gegenüber den flinken Gierhälsen auf seine Finger achten muss: „Die können wie Schlangen zubeißen.“ Natürlich nur im Eifer des Gefechts, könnte doch der Zeigefinger eine leckere Frucht sein.

Beach lockt mit Angeboten

Wie steht es um Angebote für die Besucher? Da lockt vor allem Kinder der Planschteich, der regelmäßig mit frischem Wasser gefüllt wird. Bänke im Schatten von Bäumen laden zum Verweilen ein. Viele Besucher bringen sich etwas Erfrischendes mit oder schauen auf der anderen Seite der Theodor-Seipp-Straße bei Oliver Bergrath und seiner Minigolfanlage nebst Beach und Tretbootverleih vorbei, um etwas zu trinken und auszuruhen, wie Heffels sagt.

Übrigens: In den Sommerferien ist am Samstag, 27. Juli, in Kooperation mit einer Krankenkasse auf dem Tierparkgelände von 11 bis 17 Uhr ein Familientag geplant – mit vielen Bewegungsangeboten.

Auch der junge Uhu kommt mit der Hitze gut zurecht. Foto: Karl Stüber
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