Herzogenrath: Weichen für das Frantzen-Gelände werden gestellt

Herzogenrath: Weichen für das Frantzen-Gelände werden gestellt

Fast 25 Jahre lang wurde das Gelände „Frantzen” mitten im Zentrum Herzogenraths nicht mehr genutzt. Manchmal kann es ganz schnell gehen: Nun steht ein Investor bereit, und schon in wenigen Wochen könnten die Weichen gestellt sein, damit das 1900 Quadratmeter große Areal schon bald wieder genutzt werden kann.

Die Stadt stellte den Bebauungsplan zur neuen Nutzung des Geländes nun in einer Bürgerversammlung vor, auf der die vielen erschienenen Herzogenrather ihre Anregungen, Wünsche und auch Bedenken äußerten.

Geplant ist auf dem Gelände zwischen Afdener Straße und An der Wurm ein „zentrumsnahes Dienstleistungszentrum mit gehobener Wohnnutzung in den Obergeschossen, das das Stadtzentrum sinnvoll ergänzt”, wie die Bauleitplanerin Birgit Quaden erklärte.

Die Rahmendaten des Bebauungsplans, der schon am 30. Juni im Rat beschlossen werden könnte, sind klar abgesteckt. Das Gelände soll ein Mischgebiet bleiben, zugelassen wären also Wohn-, Geschäfts- und Bürogebäude sowie Gewerbebetriebe, kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Einrichtungen. Einzelhandels- und Schankbetriebe sollen in den Obergeschossen nicht zugelassen werden, Vergnügungsbetriebe wie Discotheken werden von vornherein komplett ausgeschlossen.

Bebaut werden sollen 60 Prozent der Fläche mit drei Vollgeschossen, die eine Firsthöhe von 14,50 Metern und eine Traufhöhe von 10,50 Metern erreichen.

Beschlossen werden soll der Bebauungsplan nun sogar im beschleunigten Verfahren, was Rüdiger Staron schlüssig erklärte: „Wir haben nun endlich einen möglichen Investor an der Hand, das Interesse darf nicht im Sande verlaufen.”

Eine mögliche Nutzung konnte sich der technische Dezernent auch gleich vorstellen: „Das wäre doch eine traumhafte Wohnlage für ältere Menschen, man lebt ruhig und trotzdem im Zentrum, alles ist in der Nähe gelegen.”

Von Bürgern kam die Nachfrage nach einem Generationenhaus, die Staron durchaus befürwortete, er schränkte allerdings ein, dass so etwas nur bei ausreichend Interessenten umsetzbar sei. Kritisch hinterfragt wurde von einigen Bürgern die Parkplatzsituation, hier soll vermutlich mit einer Tiefgarage abgeholfen werden.

Städtebaulich soll der Bereich darüber hinaus in jedem Fall aufgewertet werden, konkrete Pläne gibt es dazu allerdings noch nicht. Kritisch hinterfragt wurde auch, ob tatsächlich Bedarf nach zusätzlichen Einzelhandelsflächen bestehe, wobei Staron darauf verwies, „Herzogenraths Kaufkraft nicht zu unterschätzen, aber auch keinen neuen Leerstand zu produzieren”.

Klar wurde, dass die Stadt zunächst einmal nur die Rahmenbedingungen für die Nutzung vorgibt - etwa ob auch Arztpraxen in das Gebäude kommen oder nicht. An wen dann tatsächlich vermietet oder verkauft wird, liegt am Ende vor allem beim Investor.

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