Alsdorf: Wardener Interessengemeinschaft berät über Zukunft der Großmülldeponie

Alsdorf : Wardener Interessengemeinschaft berät über Zukunft der Großmülldeponie

Wie ein Keulenschlag traf im Frühjahr 1975 die Wardener Bürger die Nachricht, als sie, ohne vorher Informationen zu erhalten, vom Beschluss des Kreistages Aachen erfuhren, dass auf Eschweiler Gebiet, aber in großer Breite am Ortsteil Warden grenzend, eine Großmülldeponie angelegt werden soll.

Da die ersten losen Bemühungen einiger Wardener nicht dazu führten, dies zu verhindern, gründeten der damalige Wardener Stadtverordneter Josef Mertens zusammen mit Robert Pelzer im voll besetzten Johannesheim die „Interessengemeinschaft Wardener Bürger zur Abwehr von Umweltbelästigungen und Gefahren“.

Josef Mertens wurde zum 1.Vorsitzenden und Robert Pelzer zum Geschäftsführer gewählt. Nach dem Tode von Josef Mertens übernahm Franz Waldorf den Vorsitz und nach dessen Tode bis heute Franz-Josef Schüller. Robert Pelzer ist bis heute, seit 43 Jahren, Geschäftsführer und kann auf eine Reihe voller Ordner verweisen.

Die beste Lösung

In den ersten Jahren kam es zwischen der Wardener Interessengemeinschaft und den zuständigen Behörden zu vielen Versammlungen und harten Auseinandersetzungen. Die Wardener Interessenvertreter hatten aber bald schon erkannt, dass nur eine konstruktive Kritik und Zusammenarbeit die beste Lösung für die Wardener Bevölkerung ist, um das Schlimmste an Umweltgefahren, Gestank und Verkehr zu vermeiden.

So entwickelte sich bald eine erfolgreiche, auf gegenseitiges Vertrauen aufgebaute Zusammenarbeit, die seit rund 40 Jahren unerschütterlich besteht. Die Wardener Interessenvertreter wurden über den jeweiligen Verlauf des Standes und der Planungen bis heute bei zahlreichen Besprechungen an Ort und Stelle, weit mehr als 100 bis heute an der Zahl, ständig von den damaligen Verantwortlichen und den späteren AWA-Vertretern eingeweiht und informiert.

Nichts geschah mehr auf der Deponie ohne Information und Zustimmung der Interessengemeinschaft, was das Wohnen an einer solchen Großdeponie gegenüber den Anfängen problemloser werden ließ. „Als wir uns im Jahre 1975 gründeten, hätte niemand für möglich gehalten, dass 43 Jahren danach immer noch zwei bis drei Besprechungen im Jahr auf der Deponie, die sich langsam dem Ende zuneigt, stattfinden. Jetzt traf sich die Interessengemeinschaft erneut zu einem Informationsaustausch.

Inzwischen sind die damaligen Ansprechpartner der Deponie beziehungsweise AWA, Ulrich Koch, Karl Rambadt und Rolf Koch, im Ruhestand, die damals auch für das beste Einvernehmen mit den Wardener Interessenvertretern entscheidend waren, von den Nachfolgern im besten Einvernehmen übernommen.

Geschäftsführer stellt sich vor

Beim jetzigen Treffen stellte sich der neue Geschäftsführer der AWA- Entsorgung GmbH, Frank Wolff, der Wardener Bürgerinitiative vor. Hierbei gab Geschäftsführer der IG Wardener Bürger, Robert Pelzer, einen Überblick über die 43-jährige Arbeit der IG Wardener Bürger und untermauerte eindrucksvoll durch Zeitungsartikel und eine umfangreiche Projektmappe ihre erfolgreiche Arbeit.

Die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit, die durch gegenseitige Wertschätzung und konstruktive Zusammenarbeit geprägt ist, wurde von beiden Seiten hervorgehoben. Schwerpunkt gegenüber dem letztjährigen Informationsaustausch war die Vorstellung der Folgenutzung des Standortes Warden. Seit 2006 hat die AWA Entsorgung GmbH die Weichenstellung für die Folgenutzung Warden vorangetrieben.

Mit dem Bau beziehungsweise der Inbetriebnahme der neuen Grünschnittkompostierung (Tunnelkompostierung) im April 2017 wurde der erste große Schritt der Folgenutzung realisiert. Diese Planung wurde in den vergangenen Jahren in Abstimmung und Austausch von der Wardener Bürgerinitiative begleitet.

Hierzu gehört auch die Überplanung und Entwicklung der Folgenutzung eines Areals von 53.000 Quadratmeter in Zusammenarbeit mit einer Ingenieurgesellschaft. Hierüber und über weitere Überlegungen informierte danach Abteilungsleiter Deponietechnik, Guido Schuster, in einem längeren Referat die Wardener Vertreter sehr eingehend.

So soll das Entsorgungszentrum Warden auch zukünftig für die Anwohner und Mitglieder des Entsorgungsgebietes zur Verfügung stehen. Die Annahme von Papier-/Holz-/Sperrmüll und Grünabfällen soll ebenso wie die Annahmestelle für Kleinmengen, Elektroschrott und Schadstoffe beibehalten werden. Der Verkehrsfluss soll durch eine Neugestaltung optimiert werden.

Fertigstellung circa 2022

Der nächste Abschnitt der Folgenutzung soll bis Anfang 2020 errichtet werden und in Betrieb gehen. Damit könne die neue Kleinanlieferstelle genutzt werden. Der letzte Schritt der Folgenutzung soll circa 2022 fertig gestellt sein. Die AWA-Entsorgung geht davon aus, dass durch den Bau der neuen Abfallaufbereitungshallen im Betrieb keine Belastungen der Bürger durch Staub, Lärm oder Geruch entstehen. Hierauf wird die IG Wardener Bürger natürlich wie immer ein äußerst wachsames Auge werfen.

Die AWA-Vertreter begrüßten zum Schluss erneut die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Wardener Bürgerinitiative und versicherten nachdrücklich , den bisherigen engen Kontakt weiter zu pflegen. Dies betonten ebenfalls für die Interessengemeinschaft Wardener Bürger zur Abwehr von Umweltbelästigungen und Gefahren mit Worten des Dankes Vorsitzender Franz-Josef Schüller und Geschäftsführer Robert Pelzer.

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