Pius am Mittwoch: „Vocamania“ mit tollem Debüt und Geschichten aus dem Erzählband von Lorenz Just

Pius am Mittwoch : „Vocamania“ mit tollem Debüt und Geschichten aus dem Erzählband von Lorenz Just

Das neue Jahr ist bereits einen Monat alt und selbstverständlich hat auch die Düvelstädter Kulturreihe „Pius am Mittwoch“ den Jahreswechsel gut überstanden. Zum Jahresauftakt konnten die Organisatoren um Hans-Günter Leuchter mit spannender Literatur sowie einem musikalischen Debüt aufwarten.

„Der böse Mensch“ - Geschichten aus dem Erzählband von Lorenz Just – zog die gut 40 Zuhörer in seinen Bann. Mit dem neu formierten Vokalquartett „Vocamania“ war zusätzlich für ein mitreißendes Musikerlebnis „a capella“ gesorgt.

Julia Walberg (Sopran), Ricarda Sitting (Alt), Simon Sittig (Tenor) und Holger Hoffmann (Bass) kennen sich seit über zehn Jahren. Die langjährige Freundschaft entstand über die gemeinsame Mitgliedschaft in diversen Chören und Ensembles. Im vergangenen Frühjahr setzten sich die vier Musikbegeisterten zusammen und feilten an der Idee, einen eigenes „A-Capella-Quartett“ auf die Beine zu stellen. „Jeder brachte eigene Einflüsse mit ins Team. Wir wollten, dass jeder sich individuell entfalten konnte“, verriet uns Julia Walberg. Kein Auftakt verläuft bekanntlich ohne Komplikationen. Nachdem Hoffmann mit einer akuten Stimmbanderkrankung ausfiel, konnte mit Florian Briechle jedoch schnell und unkompliziert ein kompetenter Ersatz vorgestellt werden. Hoffmann wechselte in die Technik und fieberte mit den Kollegen mit.

Da das Ensemble komplett ohne musikalische Begleitung sowie Notenmappen beim Auftritt auskommen wollte, brauchte es eine gewisse Zeit der Vorbereitung, bis die Stücke einstudiert und auswendig gelernt worden waren. Bezüglich des Repertoires entschied man sich für gefühlvollen Pop- und Jazzgesang. Die Palette reichte an diesem Abend von Lebo M (König der Löwen) über Imogen Heap, Billy Joel, den beiden „Beatles“ Paul McCartney und John Lennon bis hin zu den „Jackson Five“, Rammstein sowie John Miles. Erwähnt sei an dieser Stelle, dass sich die Künstler vor allem an verschiedenen Arrangements des Songschreibers Oliver Gies orientierten. „Seine Arrangements für vier Stimmen sind unübertroffen“, meinte Walberg.

Nachdem Schauspieler und Theaterpädagoge Philipp Maurer den ersten Stücken seiner musikalischen Kollegen vom hinteren Teil der Bühne aus gelauscht hatte, trat auch er zum ersten Mal ins Rampenlicht. Als Rezitator führte er das gebannt lauschende Publikum ein in die Welt des bereits erwähnten „bösen Menschen“ des Lorenz Just. Die detailliert ausgeschmückte Szenenbeschreibung war nur ein Merkmal des Werkes. Ein Mann, der gedankenverloren das Maler-Atelier seines Bruders aufsucht um für die Arbeit am Computer einen Ort der Inspiration zu finden, stand im Mittelpunkt der ersten von drei Kurzgeschichten, welche sich mit der stimmungsvollen Präsenz von „Vocamania“ abwechselte.

Die Auswahl des Werkes entstammte dabei einem reinen Zufall. Altistin Ricarda Sitting hörte einen Ausschnitt des Erzählbandes bei WDR2 und war vom ersten Moment an begeistert. Über ein gemeinsames Theaterprojekt mit Ehemann Simon Sitting entstand einst der Kontakt zu Philipp Maurer. „Viel Überzeugungsarbeit musste nicht geleistet werden, Philipp war sofort begeistert von der Idee“, erzählte Ricarda Sitting. Nach dem erfolgreichen Auftakt von Vocamania war den vier Sängern die Erleichterung deutlich anzusehen.

(yl)