Herzogenrath: Vize-Bürgermeister Manfred Fleckenstein wird 70

Herzogenrath : Vize-Bürgermeister Manfred Fleckenstein wird 70

Der langjährige SPD-Ratsverordnete und Vize-Bürgermeister der Stadt Herzogenrath, Dr. Manfred Fleckenstein, wird am heutigen Montag 70 Jahre alt. Für Samstag, 17. März, lädt er Freunde, Bekannte und Weggefährten von 11 bis 15 Uhr zum Empfang ins AWO-Heim, Ruifer Straße 28. Beatrix Oprée sprach mit ihm über sein politisches Wirken.

„Ich gehöre noch lange nicht zum alten Eisen“, haben Sie anlässlich ihres 60. Geburtstags in unserer Zeitung gesagt. Offenbar ist das zehn Jahre später auch nicht der Fall: Macht es immer noch Spaß, für die Stadt Herzogenrath politisch aktiv zu sein?

Fleckenstein: In der Tat macht mir die politische Arbeit immer noch Spaß. Für das Ziel, die Lebens- und Wohnqualität für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt nachhaltig zu verbessern, setze ich gerne meine Zeit und Arbeitskraft ein. In allen Stadtteilen gibt es in Sachen Stadtentwicklung reichlich Handlungsbedarf. Nach vielen Jahren des gespürten Stillstands kommen gerade jetzt einige wichtige Projekte endlich voran. Diesen Weg will ich gerne weiter begleiten.

Ganz besonders liegen mir unsere Kinder und Jugendlichen am Herzen. Ausreichend Kita-Plätze für alle Altersstufen und gute Schulen haben für mich höchste Priorität, aber wir dürfen auch attraktive Freizeit- und Kulturangebote für die jungen Menschen nicht vergessen. Hier gibt es noch viel Nachholbedarf. Ich habe noch viele Ideen und Ziele, für deren Realisierung zu arbeiten sich allemal lohnt.

Wir hatten uns auch über Ihre Partei, die SPD, unterhalten. Sie sei, nach einem „kleinen Abgang“ im Zuge der Agenda 2010, wieder auf einem guten Weg, sagten Sie damals. Wie sehen Sie das heute?

Fleckenstein: Die SPD war immer eine diskutierfreudige Partei, dies muss sie auch bleiben. Harte Auseinandersetzungen und heftiger, aber fairer Streit in Sachfragen sind wichtige Voraussetzungen für ein gutes Ergebnis. Persönliche Attacken und Besserwisserei haben in Sachdiskussionen nichts zu suchen. Nach entsprechenden Beschlussfassungen gilt es, diese geschlossen nach außen zu vertreten. Hier hat es in der Vergangenheit Mängel gegeben. Dies hat manchmal die Freude, sich für diese Partei zu engagieren, etwas getrübt.

Die SPD hat in ihrer langen Geschichte immer gut daran getan, konsequent Solidarität und Gerechtigkeit in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen. Mit dem aus dem damaligen Zeitgeist heraus entstandenen neoliberalen Kurs hat die SPD diese Linie verlassen und viel Vertrauen verspielt. Sie hat auch zugelassen, dass sich die Schere zwischen „Arm“ und „Reich“ weiter geöffnet hat. Das Ergebnis ist eine steigende Zahl an Nichtwählern und schlimmer noch das Erstarken der Rechtspopulisten. Es ist dringend an der Zeit, endlich wieder die Sorgen, Nöte und Alltagsprobleme der Menschen zu verstehen und zu lösen. Ich habe aber den Eindruck, dass die Parteispitze dies verstanden hat. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass es mit der SPD wieder aufwärts geht.

Soziales Engagement ist Ihnen immer sehr wichtig gewesen, dem widmen Sie am Samstag auch Ihre Geburtstagsfeier. Sie sammeln Spenden — für welchen Zweck?

Fleckenstein: Menschen, die keine Chance haben, an für sie wichtigen Projekten teilzunehmen, oder die nicht in der Lage sind, ihre berechtigten Anliegen entsprechend geltend zu machen, unterstütze ich gerne. Die Bürgerstiftung Herzogenrath lebt von Spenden, die sie für sehr unterschiedliche Projekte für Benachteiligte (etwa Sprach- und Leseförderung für Kinder, Schwimmkurse, Theaterprojekte, Inklusionsförderung und vieles mehr) einsetzt. Da der Vorstand vollständig ehrenamtlich arbeitet, kommt jeder gespendete Euro den Projekten zugute. Dies finde ich so großartig, dass ich mich entschlossen habe, auf Geschenke zu Geburtstag zu verzichten und stattdessen um eine Spende zugunsten der Bürgerstiftung zu bitten.

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