Würselen: Verdächtiger Raubstraftäter flüchtet nach Verkehrsunfall

Würselen : Verdächtiger Raubstraftäter flüchtet nach Verkehrsunfall

Sie sind auf der Flucht: Alles läuft nach Plan, doch dann - ein Verkehrsunfall. Nach einem Unfall auf der Morsbacher Straße in Würselen flüchtete der 44-jährige Fahrzeugführer. Ermittlungen ergaben, dass er im dringenden Verdacht steht eine Raubstraftat begangen zu haben. Es entstand eine wilde Jagd.

Am Dienstagabend, gegen 19.20 Uhr befand sich der Verdächtige mitsamt einer Beifahrerin in einem gestohlenen Wagen auf der Morsbacher Straße in Würselen. Der Wagen war Passanten aufgefallen, die die Polizei informierten. Als der Mann und die Frau die ankommenden Beamten bemerkten, verriegelte der Fahrer die Türen und gab Gas Richtung Bardenberger Straße. Auf dem Weg streifte er Ziersteine am Rande der Fahrbahn, die den Wagen und das gestohlene Nummernschild auf die Seite legten.

Als die Polizei am Ort des Geschehens eintraf, war der Fahrer des Wagens, der zuvor in Düren gestohlen worden war, schon aus dem Auto geklettert. Während seine mutmaßliche Komplizin das Gleiche versuchte, floh er beim Anblick der anrückenden Beamten zu Fuß.

Die bei dem Unfall verletzte Beifahrerin, ebenfalls tatverdächtig, war noch etwas benommen und machte sich erst wenig später auf die Flucht. Die dauerte aber nicht lange. In der Neustraße klickten die Handschellen. Bald kam den umfangreichen Fahndungsmaßnahmen der Aachener Polizei, an der bis zu einem Dutzend Streifenwagen und Zivilwagen beteiligt waren, auch noch die Unterstützung eines Polizeihubschraubers aus Dortmund zu.

Der Flüchtige konnte schließlich, nicht weit vom Unfallort entfernt, festgenommen werden. Zwar wurde er zu diesem Zeitpunkt noch nicht per Haftbefehl gesucht, war jedoch bereits polizeibekannt. Das Pärchen ist bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten und lebt derzeit ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Den Wagen, mit dem der 44-jährige Mann und die 33-jährige Frau unterwegs waren, hatten die beiden am vergangenen Mittwoch bei einem Raubüberfall in einem Parkhaus in der Dürener Stolzestraße erbeutet. Dabei hatte das Opfer, eine 68-jährige Dürenerin leichte Verletzungen davongetragen.

Beide Tatverdächtigen hatten von dem Unfall leichte Verletzungen davongetragen. Dem 44-Jährigen wurde eine Blutprobe entnommen, weil er unter Alkoholeinfluss gefahren war. Einen Führerschein hat er auch nicht. Der stark beschädigte VW wurde sichergestellt. Die Beamten sagten später, dass es nur Zufall und Glück zu verdanken sei, dass in dem belebten verkehrsberuhigten Bereich keine unbeteiligten Personen verletzt wurden.

(red/pol)
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