Unfallstatistik 2018: Mehr Tote und mehr Verletzte im Nordkreis

Unfallstatistik 2018 : Mehr Tote und mehr Verletzte im Nordkreis

Im Aachener Nordkreis hat es 2018 deutlich mehr schwere Unfälle gegeben als im Jahr zuvor.

So stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang in den Kommunen Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen von einem auf insgesamt vier (plus 300 Prozent), die Zahl der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten von 53 auf 58 (plus 9,4 Prozent) und die Zahl der Verkehrsunfälle mit Leichtverletzten von 346 auf 384 (plus elf Prozent).

Dies geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die die Polizeibehörden gestern landesweit veröffentlich haben. Die regionalen Zahlen für die Kommunen der Städteregion wurden der Presse im Polizeipräsidium an der Hubert-Wienen-Straße in Aachen vorgestellt. Auch für die gesamte Städteregion weisen die wichtigsten Kennzahlen eine negative Entwicklung auf. Insbesondere stieg die Zahl der Verkehrstoten um 100 Prozent von zehn auf 20, die Zahlen der Unfälle mit Schwerverletzten oder Leichtverletzten stiegen jeweils um knapp zehn Prozent.

In den vier Nordkreiskommunen stieg 2018 auch die Zahl der verunglückten Fahrradfahrer (um 29,9 Prozent von 87 auf 113) sowie die Zahl der verunglückten Fußgänger (um 51 Prozent von 49 auf 74) deutlich. Die zusätzlichen verunglückten Fahrradfahrer – der Anstieg für die gesamte Städteregion lag bei 28,3 Prozent – erklärten Polizeipräsident Dirk Weinspach und die Leiterin der Direktion Verkehr, Svende Friedrichs, mit dem langen, heißen Sommer des vergangenen Jahres, der natürlich zu deutlich mehr Fahrradverkehr geführt haben dürfte. Was die gestiegene Zahl an verunglückten Fußgängern betrifft, sei indes festzuhalten, dass die Unfälle sehr häufig durch „vermeidbares Fehlverhalten“ entstünden. Ganz im Gegenteil zu den Fahrradunfällen geschähen sie besonders häufig in der dunklen Jahreszeit.

Doch auch die steigende Zahl an Pedelecs hat die Polizei im Blick. Diese seien nicht nur deutlich schneller unterwegs als herkömmliche Fahrräder, sondern hätten auch einen längeren Bremsweg – allerdings sei das für Autofahrer schwer zu erkennen. „Beim ersten Blick in den Rückspiegel erkenne ich nur ein ganz normales Fahrrad. Und beim zweiten Blick sehe ich vielleicht gar nichts mehr, weil das Pedelec schon neben mir ist“, sagte Friedrichs.

Der Anstieg an verunglückten Fahrradfahrern in Städteregion und Nordkreis ist damit zwar nicht zu erklären, denn 2018 verunglückte nur ein Pedelec-Fahrer mehr als 2017. Es gelte aber, dass die „Verkehrsbeziehungen“ komplexer würde, sagte Polizeipräsident Weinspach.

Positiv war hingegen die Entwicklung bei den Verkehrsunfällen auf dem Schulweg, die von 14 auf neun sanken (minus 35,7 Prozent). Auch gab es 2018 weniger „aktiv verunglückte Kinder“: 35 gegenüber 41 im Vorjahr (minus 14,6 Prozent). Gemeint sind Kinder, die sich selbstständig auf der Straße bewegten, also nicht etwa auf dem Rücksitz eines Autos saßen. Die Zahl der verunglückten Kradfahrer sank geringfügig von 25 auf 23 (minus acht Prozent).

Bei der Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten hatte die Aachener Polizei für den Nordkreis schon im Vorjahr eine Negativentwicklung bekanntgeben müssen. Von 2016 auf 2017 war eine Steigerung von 43 auf 53 verzeichnet worden (plus 23,3 Prozent). Die Zahl der Unfälle mit Leichtverletzten hingegen war damals noch von 415 auf 337 zurückgegangen, was einem Rückgang um 18,8 Prozent entspricht. Hier hat die Zahl sich 2018 also wieder dem Niveau von 2016 angenähert.

Mehr von Aachener Nachrichten