Unbekannte verursachen an GGS Alt-Merkstein erhebliche Schäden

Fenster zerschlagen, Spielfeld beschädigt : Nächtlicher Vandalismus an der GGS Alt-Merkstein

Mit Bodenplatten haben Unbekannte Fensterscheiben an der Grundschule zerschlagen und ein Mini-Spielfeld beschädigt. Die Polizei ermittelt.

Darüber sind die Mädchen und Jungen aus der 4a an der Gemeinschaftsgrundschule Alt-Merkstein sehr empört – und bei weitem nicht nur sie: Wieder mal haben Unbekannte gewütet auf ihrem oberen Schulhof, wie sie berichten. Anfang Mai war das und der Schaden so groß wie nie. Unter anderem wurden Bodenplatten aus der Pausenhalle gerissen und offenbar wie Frisbees gegen die Fenster im Erdgeschoss geworfen. Sieben Scheiben gingen zu Bruch. Zum Glück hielt das Innere der Doppelverglasung stand, wären die Betonplatten in die Klassenräume geflogen, wer weiß, was noch alles kaputt gegangen wäre.

Doch das ist noch nicht alles: Gut drei Wochen später, am Pfingstwochenende, war die bei den Kindern so beliebte und aufwendig mit Kunstrasen ausgerüstete Mini-Arena im Visier der Rabauken. Die Ballfangnetze ringsum wurden zerschnitten. Überdies wurde ein Fußballtor aus der Verankerung gerissen, gegen eine Hauswand geschleudert und so stark beschädigt, dass es nicht wieder aufgestellt werden konnte. Und zu allem Überfluss wurden die gerade reparierten Fenster erneut beschädigt. Immer wieder sei der Schulhof Ziel von Zerstörungswut, erzählen die Schüler.

„Der Vandalismus geht zulasten der Schulkinder“, bestätigt Schulleiterin Anika Ehrt. „Und er hat jetzt ein neues Ausmaß erreicht.“ Der obere Schulhof dient nach Schulschluss als Spielplatz für Kinder bis 14 Jahre. Aber werktags ab 19 Uhr, samstags ab 16 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ist er geschlossen, wie Ehrt darlegt. Was Unbefugte offenbar nicht abhält, über eines der Tore am Sommerweg zu klettern. Und allzu oft unliebsame Spuren zu hinterlassen: Müll, zerbrochene Flaschen, Zigarettenkippen. „Sogar ein Hanftütchen ist schon gefunden worden“, berichtet Ehrts Kollegin Katja Thöneböhn. Überdies werde nächtens in die Pausenhalle uriniert, was sich nur schwer entfernen lasse und im Sommer zu schlimmer Geruchsbelästigung führe.

Einmal sei sogar ein Feuer auf dem Mini-Spielfeld entzündet worden, der Kunstrasen habe teuer repariert werden müssen. Der kleine Sportplatz auf dem oberen Schulhof entstammt dem Projekt „1000 Mini-Spielfelder für Schulen und Vereine“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und wurde Ende 2008 feierlich eingeweiht.

Bei den Ehrengästen seinerzeit war auch Ex-Nationaltorfrau Silke Rottenberg, damals DFB-Botschafterin für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011. Im Schaukasten der Schule kann man das alles nachlesen. Neben dem Zeitungsbericht ist dort auch ein von Rottenberg signiertes Trikot ausgestellt. Doch für manche scheinen weder solche Sponsorenprojekte noch der Besitz der Allgemeinheit von Bedeutung zu sein.

Schon am frühen Morgen, auch sonn- und feiertags, so berichtet Rektorin Ehrt, ist deswegen der Hausmeister auf den Beinen, um auf dem Schulhof nach dem Rechten zu sehen. Damit Scherben, Kippen und Ähnliches weggeräumt sind, bevor die Schüler kommen. Eine Gewissenhaftigkeit, für die die Schulleitung erklärtermaßen sehr dankbar ist. Auch seitens der Stadt würden alle Schäden immer schnell wieder behoben. Thöneböhn fragt sich dennoch, ob es nicht weitergehende Maßnahmen geben könnte, um solch hohen Sachschaden von vornherein zu verhindern.

Oberer Schulhof bewusst offen

„Das ist eine schwierige Problemlage“, sagt Hubert Philippengracht, Erster Beigeordneter und Schuldezernent der Stadt Herzogenrath. Denn der obere Schulhof sei bewusst offen, da als Spielplatz ausgewiesen. Und: „Jugendliche finden immer einen Weg, um darauf zu gelangen, man kann nichts völlig abschotten. Das ist ja auch gar nicht gewollt.“ Vor rund zwei Jahren sei es schon einmal zu verstärkten Beschwerden aus der Nachbarschaft wegen Ruhestörung und Vandalismus auf dem Schulhof gekommen. „Daraufhin sind der Bürger- und Präsenzdienst sowie die mobile Jugendarbeit der Stadt dort verstärkt im Einsatz gewesen, wodurch das Ganze auch eingedämmt wurde.“ Jetzt sei es offenbar wieder aufgeflammt. Die Stadt werde also wieder verstärkt Präsenz zeigen. Es geschehe aber immer wieder, dass einzelne Standorte plötzlich zum Treffpunkt bestimmter Gruppen würden, der nach einiger Zeit dann wechseln könne. Zurzeit seien ähnliche Fälle in Herzogenrath nicht bekannt.

Das bestätigt auch die Polizei, die zurzeit ermittelt, wer hinter dem Vandalismus an der GGS Alt-Merkstein stecken könnte. Denn beide Fälle der mutwilligen Zerstörung sind zur Anzeige gebracht worden.