Würselen: Umstrittene Stadionumbenennung des VfR Würselen entfernt

Würselen : Umstrittene Stadionumbenennung des VfR Würselen entfernt

Das Schild mit dem Schriftzug „Willkommen in der Screwfix Arena“ im Eingangsbereich zum Fußballplatz Drischfeld, der vom VfR Würselen genutzt ist, ist entfernt worden. Würselens Bürgermeister Arno Nelles (SPD) sagte unserer Zeitung: „Ein Vertreter des Vereins hat bei der KDW (Kommunale Dienstleistungsbetriebe Würselen, d. Red.) angerufen und darum gebeten, das Schild abzuhängen.“

Nach Rücksprache mit Nelles habe die KDW diesem Wunsch entsprochen. „Ansonsten hätten wir das als Stadt gemacht und die Kosten in Rechnung gesetzt.“

Ob die KDW zuvor auf Wunsch des Vereins das Schild mit dem Namen des Sponsors des VfR auch angebracht hat, ist Nelles nicht bekannt, wie er auf weitere Nachfrage sagte. Von einem entsprechender Arbeitszettel der KDW, die Bestandteil der Würselener Stadtverwaltung ist, wisse er jedenfalls nichts.

Nelles hatte bereits Mitte März auf Antrag des Stadtsportverbands, der unter anderem wegen Wettbewerbsverzerrung auf die Entfernung entsprechender Werbung drängte, aus der die Umbenennung der Spielstätte erkennbar war, den Verein aufgefordert, entsprechende Schilder innerhalb einer Woche zu entfernen. Begründung: „Das Recht der Benennung der eigenen Sportstätten und die Frage, ob eine kommerzielle Verwertung dieses Namensrechtes erfolgen soll, sind ureigenes Recht des Rates der Stadt Würselen.“

Es folgte ein monatelanges Hin und Her, das jetzt mit der Entfernung des Schildes, das dem Stadtsportverband und der Verwaltung der größte Dorn im Auge ist, aber noch nicht sein Ende gefunden hat. Denn es geht noch um mehr, nämlich generell um Einnahmen durch Sponsoren dank Werbung und die Frage, ob die geltenden Regelungen zur Bandenwerbung noch zeitgemäß sind.

Deshalb will Nelles zunächst, dass Vertreter des Sportamts — dies gehört zum Geschäftsbereich des Beigeordneten Roger Nießen — mit dem Stadtsportverband Würselen, der erster Ansprechpartner in den die Sportvereine betreffenden Angelegenheiten ist, das Thema grundsätzlich besprechen — in einem zweiten Schritt auch mit den betreffenden Vereinen. Dabei dürfte es nicht nur darum gehen, ob großflächige Werbeträger, die nicht an der „Bande“, sondern am Zaun von Sportanlagen angebracht sind (wie beim VfR Würselen), zulässig sind bzw. gestattet werden sollen, um den Vereinen Einnahmen zur Finanzierung des Spielbetriebs und des Vereinslebens zu ermöglichen.

Nicht mehr zeitgemäß

„Die bisherigen Vereinbarungen stammen noch aus einer Zeit, in der jeder Fußballverein seinen eigenen Platz hatte und die entsprechenden Einnahmen zuzuordnen waren“, sagte Nelles. Der Trend gehe in eine andere Richtung: Vereine müssen eine Anlage gemeinsam nutzen.

Nelles verkennt nicht, dass es auch im Interesse der Kommune ist, dass Vereine Drittmittel einwerben können, da der zu treibende Aufwand immer weniger nur durch Mitgliedsbeiträge bestritten werden kann. „Es geht der Stadt aber um Fairplay“, betonte der Bürgermeister.

Das dürfte im Sinne des Vorsitzenden des VfR Würselen, Markus Carduck, sein. Der hatte bereits geschrieben: „Wir sind jederzeit gesprächsbereit, denn der Sport in Würselen steht vor wichtigen Entscheidungen.“

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