Uhr auf Merksteiner Rathaus wird bald repariert

Merksteiner Rathaus : Bald soll die alte Uhr wieder schlagen

Auch der Herzogenrather Stadtrat hat einen Zuschuss gewährt, einer Reparatur der Uhr auf dem ehemaligen Rathaus in Merkstein steht finanziell nun nichts mehr im Wege.

Das freut die Bürgerinitiative (BI): Einstimmig hat der Stadtrat beschlossen, für die geplante Reparatur der alten Uhr auf dem früheren Merksteiner Rathaus einen Zuschuss zu gewähren – und zwar in Höhe bis zu 1976,51 Euro, was zehn Prozent der von der Initiative akribisch errechneten Kosten entspricht. Als außerplanmäßige Zahlung soll dieser Betrag zur Verfügung gestellt werden.

Die Initiative hatte im August einen Antrag an die Bezirksregierung in Köln gestellt, und, so legt die Verwaltung dar, einen positiven Bescheid erhalten, finanzielle Zuwendungen aus dem Heimat-Fonds des NRW-Programms „Heimat-Förderung“ zu bekommen. Das Landesministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung hat 150 Millionen Euro bereitgestellt, „um zu fördern, was Menschen verbindet“. Vorbehaltlich ist eine zehnprozentige Beteiligung durch die Kommune. Der Beschluss dazu erfolge deswegen im Stadtrat, so legte Bürgermeister Christoph von den Driesch in der Sitzung dar, weil die Immobilie, auf deren Dach die Uhr steht, der Stadt nicht gehöre.

Halbstündlich

Zu Zeiten des Bergbaus sei die aus den 50er Jahren stammende Uhr „steter Begleiter“ der Bergleute gewesen, habe beispielsweise zum Schichtbeginn gemahnt. Mit der kommunalen Neugliederung 1972 wurde die Gemeinde Merkstein ebenso wie Kohlscheid Bestandteil der neuen Stadt Herzogenrath. Und irgendwann im Jahr 1976 verstummte das Schlagwerk der Uhr auf dem ehemaligen Merksteiner Rathaus. „Genau um zehn vor drei“, wie BI-Akteur Eduard Vondenhoff unserer Zeitung erzählt. Diese Uhrzeit ist heute allerdings nicht mehr zu erkennen, denn der Zahn der Zeit hat dem metallenen Ziffernblatt arg zugesetzt.

Bald aber soll den Merksteinern die Stunde wieder gehörig geschlagen werden, genau gesagt halbstündlich zwischen 6 und 22 Uhr. So der Zeitvorschlag der BI, der aber „beliebig geändert“ werden könne. Zusammen mit der Bürgerstiftung Herzogenrath hat die BI Bittbriefe an potenzielle Spender geschrieben, um die Differenz zwischen Fördergeldern und Kostenkalkulation zu decken. Auch gemäß Förderprogramm sollen Spender motiviert werden, „um eine örtliche Identifikation mit dem Heimat-Projekt zu erreichen“.

„Ein schönes Projekt“, lobte unter anderen Dr. Bernd Fasel (Grüne) im Stadtrat. Aber, so wollte er ergänzend abgeklärt wissen: Wem genau gehört denn dann die Uhr auf dem Dach? Und wer tritt für die Wartungskosten ein? Die Uhr sei Bestandteil der Immobilie, stellte der Bürgermeister klar – und gab sich im Übrigen hoffnungsfroh, dass der Immobilieneigentümer die Wartung übernehme. Dass die Bürgerinitiative in Sachen Reparatur tätig geworden sei und überdies die Bürgerstiftung die administrative Abwicklung des Projekts übernommen habe, sei „nämlich schon sehr großzügig“. Die BI spricht in ihren Bittbriefen bezüglich der Kosten indes von einer „zu bildenden Wartungsrücklage“. Was auch Vondenhoff bestätigt. Per Vertrag mit den Hauseigentümern, die übrigens auch zu den Spendern gehörten, so Vondenhoff, sei für die BI ein „laufendes Betretungsrecht“ festgeschrieben worden, um jederzeit an die Uhr zu gelangen.

In zwei Abschnitten soll die Sanierung erfolgen: Zunächst, so schildert die BI, werde der Glockenturm samt Schieferbeschlag und Beleuchtung instand gesetzt, dazu ein neues Ziffernblatt mit römischen Zahlen installiert. Den Standartenmast soll dereinst das Merksteiner Wappen mit dem Pferdekopf zieren. Schritt zwei beinhaltet den Einbau einer digitalen Steuerung, die auch das Schlagwerk in Gang setzen soll. Jetzt warten die Akteure auf das offizielle „Go“ seitens der Bezirksregierung, das erfolgen kann, wenn Herzogenraths positiver Ratsbeschluss in Köln angekommen ist, so Vondenhoff. Dann gelte es, alle beteiligten Unternehmen – Gerüstbauer, Dachdecker und Uhrenrestaurator – unter einen Hut zu bringen.

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