Würselen: Überprüfung der Abwasseranlagen steht an

Würselen: Überprüfung der Abwasseranlagen steht an

„Hausanschlüsse müssen dicht sein!”, steht in dicken roten Lettern auf der Informationsbroschüre, die viele Würselener in diesen Tagen erhalten haben. Eine Änderung im Landeswassergesetz macht eine regelmäßige Prüfung der unterirdisch verlegten Schmutzwasserrohre erforderlich.

Die Abwasserleitungen von rund zehntausend privaten und gewerblichen Gebäuden müssen auch in Würselen geprüft und gegebenenfalls instandgesetzt werden.

Die Stadt muss und will den Hauseigentümern bei dieser Aufgabe helfen. Deshalb lautete der Untertitel eines öffentlichen Vortrags im großen Sitzungssaal des Rathauses „Eine gemeinsame Aufgabe für Kommune und Bürger.” Dass diese Aufgabe sich nicht in jedem Fall einfach lösen lässt und viele Bürger interessiert, zeigte ein Blick durch den gefüllten Saal. Verständlich, sind doch Prüfung und Instandsetzung mit finanziellen und bürokratischen Hürden verbunden.

Roman Türk, Armin Herbst und Annette Hunscheidt aus dem technischen Dezernat erklärten die Einzelheiten. In 15 Gebiete hat man die Stadt aufgeteilt. Bis zum Jahr 2024 soll nun jährlich im anstehenden Gebiet von den Hauseigentümern das Protokoll einer von einem Sachverständigen durchgeführten Dichtheitsprüfung vorgelegt werden - parallel zu den Überprüfungen der öffentlichen Abwasseranlagen in diesem Gebiet.

Defekt bei rund 80 Prozent

Wird ein Defekt festgestellt - was, so die Experten, bei rund 80 Prozent der bisherigen Prüfungen der Fall gewesen sei - muss in einem „der Sachlage angemessenen Zeitrahmen”, wie Roman Türk sagte, nachgebessert werden. Ist die Anlage in Ordnung, so muss im Regelfall alle 20 Jahre erneut geprüft werden. In speziellen Schutzgebieten alle fünf Jahre.

Die Fragestunde im Anschluss an den Vortrag wurde von vielen Bürgern genutzt, um sich Luft zu machen. Zu plötzlich kommt für viele die Aufforderung, eine teure Prüfung und gegebenenfalls eine Reparatur vornehmen lassen zu müssen. Auch Aufteilung und Methoden waren für manchen unverständlich.

Deshalb wollen die Verantwortlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen: Viele Infos sind auf der Internetseite der Stadt zusammengestellt, in der Rubrik „Dichtheitsprüfung” sind eine Auflistung der Sachverständigen, Informationen zu den Prüfverfahren sowie eine Liste der Teilgebiete samt Terminen.

Mehr von Aachener Nachrichten