Würselen: „Tutto“ und „Rossi“ geben sich die Ehre in Würselen

Würselen : „Tutto“ und „Rossi“ geben sich die Ehre in Würselen

Die Herren „Tutto“ und „Rossi“ wollen sich in der Würselener Innenstadt die Ehre geben und mit zwei neuen Restaurants das kulinarische Angebot dort bereichern. Schon länger künden mit entsprechenden Folien beklebte Schaufenster von den zwei geplanten Lokalitäten an der Bahnhof- und Ecke Lehnstraße.

Zur Belebung der Innenstadt und zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität werden diese beiden Angebote bestimmt beitragen — aber auch zur Verschärfung der Parkplatzsituation in der Innenstadt.

Das Verpachten der unteren Ebene der Parkanlage an der Neuhauser Straße an ein Fitnessstudio hatte bereits zu erheblicher Kritik aus Reihen der Bevölkerung an der Stadt Würselen geführt. Vor allem, weil die Stadt neben dem Geld aus der Verpachtung auch noch die „Erfolgsquote“ bei Knöllchen erhöhe, da alternative Stellplätze rar werden, so der Vorwurf.

Zieht Option Stellplatzablösung?

Stadtsprecher Bernd Schaffrath sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass der Bauantrag von „Tutto“, das in einer ehemaligen Videothek sein Lokal einrichtet, bereits genehmigt ist. Im März wolle der Betreiber eröffnen. Die Parkplatzfrage sei geregelt, vor allem mit Blick auf den bereits vom Geschäftsvorgänger genutzten kleinen Parkplatz mit unter zehn Stellplätzen.

Der Bauantrag des gegenüber liegenden Restaurants „Rossi“, das im Erdgeschoss eines ehemaligen Möbelhauses Einzug halten soll, sei noch in der Bearbeitung. Einzelheiten zum Genehmigungsverfahren könne die Stadtverwaltung nicht mitteilen, da der Antragsteller hiermit nicht einverstanden sei. Entsprechend werde auch seitens der Stadt die Frage nicht beantwortet, ob der Antragsteller von der grundsätzlichen Möglichkeit Gebrauch machen will, durch eine Einmalzahlung (Stellplatzablösung) die Einrichtung oder die Bereitstellung von Parkplätzen in Eigenregie zu vermeiden.

Im Paragraph 51 der Bauordnung NRW steht dazu: „Ist die Herstellung notwendiger Stellplätze oder Garagen nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten möglich, so kann die Bauaufsichtsbehörde unter Bestimmung der Zahl der notwendigen Stellplätze im Einvernehmen mit der Gemeinde auf die Herstellung von Stellplätzen verzichten, wenn die zur Herstellung Verpflichteten an die Gemeinde einen Geldbetrag nach Maßgabe einer Satzung zahlen.“ Dabei richtet sich der Stellplatzbedarf nicht nach der Zahl der Sitzplätze an den Tischen, sondern der Fläche der gastronomischen Betriebe, sagte Schaffrath.

Heißt: Möglicherweise ist genau diese Option auf Stellplatzablösung Bestandteil der Bauantrags. Die Stadt Würselen könnte dem zustimmen, etwa mit Blick auf das nahe Parkhaus an der Bahnhofstraße. Dieses könnte zumindest in den Abendstunden dazu beitragen, den Parkplatzbedarf des Restaurantbetriebs ortsnah aufzufangen. Allerdings dürften beide Gastronomiebetrieb nach dem Konzept der Namensgeber auch Mittagstisch anbieten, wenn die Stadt ohnehin gut besucht ist.

Zuguterletzt bleibt abzuwarten, ob sich zwei Restaurants, die beide vornehmlich auf italienische Küche setzen, in unmittelbarer Nähe zueinander auf dem kulinarischen Markt behaupten können. Den beiden Geschäftsleuten und den Würselenern wäre es jedenfalls zu gönnen. Und Konkurrenz soll ja auch das Geschäft beleben, wie es heißt.