Herzogenrath: „Tod und Ewigkeit“ im Chorkonzert mit großer Besetzung

Herzogenrath : „Tod und Ewigkeit“ im Chorkonzert mit großer Besetzung

Das sah schwer nach einem Rekord aus: 85 junge Menschen versammelten sich auf der Empore der Herzogenrather Kirche St. Marien. Um einen Eintrag ins Guinness-Buch ging es dabei aber nicht: Nach einer Probenwoche war der Chor der Katholischen Jugend-Bewegung (KJB) nach Rode gekommen, um dort unter Leitung seines Dirigenten, Pater Leonhard Amselgruber, in einem rund anderthalbstündigen Konzert Werke der geistlichen Musik für Gesang und Orgel rund um das Thema „Tod und Ewigkeit“ wiederzugeben.

Anlass für diesen ausgesprochen ernsten Grundton war das Gedenken an den vor elf Jahren tödlich verunglückten Priester und Kirchenmusiker Bruno Isenmann.

In seiner Begrüßungsrede erinnerte Ortspfarrer Dr. Guido Rodheudt seine Zuhörer in der fast komplett gefüllten Kirche daran, dass der KJB-Chor zum inzwischen zweiten Mal in der Kirche gastiere: „Wir sind ausgesprochen froh, dass der Weg der Gruppe immer wieder über Herzogenrath führt.“

Anfänglich stand, wie der Geistliche verriet, dieses Gastspiel unter einem ausgesprochen ungünstigen Stern: „Bei den Proben hat die Orgel vorübergehend den Betrieb eingestellt.“

Ein Orgelbauer aus den Reihen des Chores, dessen Mitglieder aus allen deutschsprachigen Ländern stammten, habe das Problem indes wieder beheben können.

Von der Renaissance bis anbrechende Moderne

Das Programm präsentierte sich dabei ausgesprochen vielfältig und präsentierte Werke von der Renaissance bis hin zur anbrechenden Moderne, wobei der Schwerpunkt mit Kompositionen von Maurice Duruflé, Joseph Jongen, Edvard Grieg und Charles Villiers Stanford im Bereich der späten, blumigen Spätromantik lag.

Den Sängern und ihrem Leiter ausgesprochen berührend, wobei der auch von Rodheudt betonte Grundzug aller Werke — die hörbar starke Verankerung in der strengen Tonkunst der Gregorianik — immer wieder deutlich hervortrat.

Dass es dabei stets auch um die hörende Einkehr der Menschen auf den Kirchenbänken ging, machten die Gäste in ihrem ausgelegten Programm deutlich: Darin baten sie ihr Publikum, zwischen den Werken und nach dem Abschluss auf Beifall zu verzichten. Dem ernsten Grundzug der Musik ist das so geschaffene Umfeld jedenfalls ausgesprochen gut bekommen.

(ch)
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