Herzogenrath: „TheBan” in der Artco-Galerie

Herzogenrath: „TheBan” in der Artco-Galerie

Der Blick fällt durch ein Tor aus Sandsäcken, innen ist es fast dunkel. Nur wenige Lichtsäulen erhellen spärlich den Raum, ein Sarkophag ist zu erkennen, und zwischen den Holzschnitten treiben Licht und Schatten ihr Spiel.

Mit seiner neuen Ausstellung „TheBan” in der Artco-Galerie am Ferdinand-Schmetz-Platz 2 in Herzogenrath eröffnet der Stolberger Künstler Emil Sorge Einblicke in imaginäre Welten voll mystischem Zauber. „Ich möchte die Fantasie beflügeln, und der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt”, betonte der künstlerische Grenzgänger bei der Vernissage. Mit leichter Hand führt der Künstler den Besucher in ein fiktives Observatorium, in dem er ihm die bildnerischen Synapsen vorführt, die sein Gehirn erfüllen. Gestalten erkennt man, Gesichter und Masken.

„TheBan ist eine faszinierende Rauminstallation, die mit Mythos, archaischem Kult und enigmatischem Zauber arbeitet. Der Galerieraum ist abgedunkelt und in einen fremdartig scheinenden, von der Außenwelt abgeschlossenen Kultraum verwandelt”, erklärte die Aachener Kunstexpertin Dr. Dagmar Preising zur Einführung in die Ausstellung. „Nach vielen Jahren enger Zusammenarbeit in externen Projekten und Gruppenausstellungen freue ich mich, nun erstmalig die gesamte Bandbreite von Sorges Schaffen in einer Einzelausstellung zu präsentieren”, betonte Galerist Joachim Melchers. Er sei sofort begeistert gewesen von der Magie und Ausstrahlung von Sorges Werken.

Zugeschnitten auf den Kunstraum konzipierte der Künstler speziell für diese Werkschau eine in sich geschlossene Raum- und Lichtinstallation mit Wand- und Bodenobjekten. Der Titel der Ausstellung meint zunächst Theben, die bedeutende Stadt der griechischen Antike, die im 4. Jahrhundert vor Christus belagert und zerstört wurde. „Mit TheBan ist aber auch eine allgemeine, nicht eindeutige Verbannung gemeint, auf die die Abschottung des Galerieraumes mit Sandsäcken hinzielt”, erklärt Sorge, der es liebt, seine Botschaften zu verschlüsseln, damit ein jeder Betrachter seine eigene Interpretation finden kann.

„Inspiriert werde ich durch meine Sehnsucht nach fernen Ländern”, erzählt Emil Sorge. Sogar eine Pyramide ist zu sehen. Neben den Kultgegenständen, die stark an die Religions- und Kulturgeschichte der Griechen und Ägypter erinnert, ist auch die Weltkugel imposant. Die Holzskulptur besteht aus einem 18-eckigen Oktaeder. Der Übergang zum nächsten Ausstellungsraum ist mit Jutesäcken scheinbar versperrt.

Hinter der Barrikade präsentiert der 52-jährige Eifelmaler einige seiner aktuellen Gemälde. Das durch seine gelbe Farbe hervorstechende Werk „Ginsterberg” etwa erinnert an einen Ort in Breinig, der Heimat des Künstlers, wo er sich viele Inspirationen holt. Erwähnenswert sind auch die architektonischen Gebilde und Fensterverkleidungen. Fällt der Blick nun nach außen oder nach innen - das entscheidet ganz allein der Betrachter. Im Atrium werden darüber hinaus neue Editionen, Malerei und Skulpturen von Emil Sorge gezeigt.

Öffnungszeiten und Kontakt

Die Ausstellung mit 33 Positionen in Kunstraum und Atrium der Artco-Galerie am Ferdinand-Schmetz-Platz 2 ist bis 27. November dienstags bis freitags, 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, samstags, 10 bis 12 Uhr, und sonntags nach Vereinbarung geöffnet.

Infos unter 02406/6666948 und im Internet.