Baesweiler: „Taufe” im Aktion-Engel-Haus

Baesweiler: „Taufe” im Aktion-Engel-Haus

Das muss ja Glück bringen: Mitten in die Festreden hinein kippte eine Mitarbeiterin ihrer Chefin Sandra Ortmann (ungewollt) ein Glas Sekt vor die Füße. Das auf dem Boden zerdepperte Glas und der prickelnde Schaumwein brachten wiederum Pastor Dieter Grode zum Ausruf: „Wie bei einer Schiffstaufe”.

Herzlich gings zu bei der Wiedereröffnung des „Aktion-Engel-Hauses” der Evangelischen Kirchengemeinde Setterich-Siersdorf. Das Haus wurde mit einem „Tag der offenen Tür” und einem reichhaltigen Programm der Öffentlichkeit präsentiert. Gebaut wurde es 1962. Im kommenden Jahr - da planen Sandra Ortmann und ihr Team schon kräftig drauf hin - „feiern wir unser großes Jubiläum”.

Vor allem um den Kriterien der „U3-Betreuung” gerecht zu werden wurden die Gruppen- und Sanitärräume neu zugeschnitten, erweitert und erneuert. „Uns ist nun auch eine Ganztagsbetreuung von Kindern unter drei Jahren möglich”, erläuterte Sandra Ortmann. Sie ist seit dem 1. Januar des Jahres Leiterin des Hauses an der Settericher Hans-Böckler-Straße. In einem Gebiet, in dem ohnehin durch das Projekt „Soziale Stadt Nord” kräftig umgestaltet und gebaut wird. Ursprünglich war das Haus vor knapp 50 Jahren als „reiner” Kindergarten errichtet worden, aber es erweiterte sich stetig zu einem Familienzentrum.

Mit einer breiten Angebotsdichte, zählte Ortmann unter anderem Interkulturelle Krabbelgruppe, Sprachförderung, Verkehrserziehung, Musik und Tanz, Frühstückscafe, Bewegungsspiele auf: „Unser Familienzentrum gibt eine klare Antwort auf die zunehmende Armut in unserem Einzugsgebiet.”

Einer ersten Besichtigung schlossen sich neben dem stellvertretenden Presbyteriumsvorsitzenden Klaus Rieger, Pastor Dieter Grode und Bürgermeister Willi Linkens auch der engagiert am Umbau beteiligte Baesweiler Architekt Siegfried Schaffrath an. Zuvor hatte Grode mit einer sehr lebendig und musikalisch-heiter ausgerichteten Andacht die Segnung des Hauses vorgenommen. Der Geistliche nahm ein paar Kinder spontan an die Hände und forderte auch die anderen Besucher und Mitarbeiterinnen auf, einen Kreis zu bilden und Gottes Segen zu erbitten. Das hatte eine hohe Symbolkraft.

Linkens gratulierte für die Stadt und nannte die „Frauschaft” um Sandra Ortmann „ein starkes Team”. Klaus Rieger erwähnte stolz, dass das Haus eines der ersten in NRW gewesen ist, das die Zertifizierung bekommen habe. Während des gesamten Umbaus lief der Betrieb geordnet weiter. Auch darauf durften Planer, Mitarbeiter und die Nutzer des Hauses stolz sein.