Herzogenrath: Tagesbruch sorgt für eine Dauerbaustelle

Herzogenrath: Tagesbruch sorgt für eine Dauerbaustelle

Aufmerksamen Verkehrsteilnehmern wird bereits aufgefallen sein, dass die kleine Baustelle vor der alten Post in Kohlscheid gewachsen ist. An der Stelle gab es einen Tagesbruch, das heißt durch einen alten Bergbauschacht hat sich die Erde in dem Bereich ein wenig abgesenkt.

Bereits in den 60er Jahren war dies zum ersten Mal der Fall. Damals war der Bruch einfach verfüllt worden. Diesmal geht die Bezirksregierung Arnsberg, die sich um derartige Bergschäden kümmert, anders vor.

Zunächst wird eine Detektionsbohrung vorgenommen, damit der Kampfmittelräumdienst den Bereich auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg überprüfen kann. Nach Auswertung der Messungen wird der Schacht aufgebohrt, um ihn anschließend mit einem hydraulisch aushärtendem Baustoff, ähnlich Beton, auszufüllen. Wie viel Füllstoff nötig ist, kann erst nach den Bohrarbeiten endgültig bestimmt werden, gibt Nicole Reinersmann vom Dezernat 63 „Altbergbau West” der Bezirksregierung Arnsberg an.

Aufgrund des Alters des Schachtes fehlen Aufzeichnungen zu dessen Größe. In einer Karte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist er aber schon verzeichnet. Hinterlassenschaften dieser Art eines solchen Entstehungszeitraumes, so zeigt die Erfahrung, lassen eine Tiefe zwischen 30 bis maximal 50 Metern erwarten. Der Durchmesser beträgt rund ein mal zwei Meter. Zwar sei der Schacht, so die Expertin, im Oberflächenbereich einsturzgefährdet, Anwohner und Verkehrsteilnehmer seien dank des schnellen Handelns jedoch nicht in Gefahr. Fälle dieser Art sind in den Bergbauregionen Nordrhein-Westfalens keine Seltenheit, die zuständige Stelle in Arnsberg beschäftigt sich jedes Jahr mit einer Vielzahl solcher Maßnahmen.

Schachtsicherungsarbeiten wurden in der Vergangenheit auch in der Rodastadt schon mehrfach vorgenommen, beispielsweise in der Hoheneichstraße oder der Rolandstraße. Der Schacht vor der alten Post wurde übrigens, so die Vermutung, auf den Flöz „Klein Langenberg” aufgefahren. Die Dauer der Baumaßnahme wird, je nach Aufwand, zwischen drei und sechs Monaten betragen.