Stefan Mix soll als Bürgermeister in Würselen auf Arno Nelles folgen

Bürgermeisterposten in Würselen : Stefan Mix soll Arno Nelles beerben

Partei- und Fraktionsspitze der SPD in Würselen geben für die Bürgermeisterwahl eine Empfehlung an die Basis: Stefan Mix soll in Würselen Bürgermeisterkandidat der Sozialdemokraten werden.

Dies haben einhellig der Stadtverbandsvorsitzende Max Zitzen und Fraktionschef Christoph Küppers der Basis vorgeschlagen. Fraktion und Vorstand kamen hierzu am Dienstagabend zusammen. Amtsinhaber Arno Nelles will dagegen in eineinhalb Jahren nicht erneut als Kandidat der SPD antreten, wie er Parteivorstand und Frakion mitgeteilt hatte. Dem Vorschlag der SPD-Spitze in Würselen muss aber erst einmal die Basis im Rahmen eines Nominierungsparteitages im Herbst zustimmen, wurde betont. Selbstverständlich könnten sich weitere Interessierte um die Spitzenkandidatur bei den Kommunalwahlen im Herbst 2020 bewerben, hieß es. Zudem kann die nach Kommunalwahlrecht vorgeschriebene Aufstellung formal erst im Frühjahr erfolgen (kommunaler Wahlausschuss).

Noch einige Ziele gesetzt

SPD-Mann Nelles begründete seine Entscheidung mit dem Hinweis auf sein Alter. Im Oktober 2020 werde er 66 Jahre alt sein. Nach zwei Wahlperioden als Bürgermeister sei es Zeit für ihn, sich stärker seiner Familie und seinen Hobbys zu widmen. Seine Entscheidung habe er recht früh getroffen, um den Würselener Bürgern Klarheit zu verschaffen. Immer öfter sei er zuletzt darauf angesprochen worden, ob er noch einmal antrete, wie Nelles sagte. Zudem wolle er sich mehr ehrenamtlich engagieren, vor allem in der Freundschaftsgesellschaft Burkina Faso/Réo. Sein Amt als Bürgermeister werde er mit voller Energie auch die restlichen eineinhalb Jahre der Wahlzeit ausfüllen. Inhaltlich gehöre dazu die „Gestaltung der Mobilitätswende“, verbunden mit mehreren Parkhäusern in der Innenstadt sowie flexiblen Mobilitätsangeboten wie etwa Car-Sharing. Zudem wolle Nelles den Stadtgarten unter anderem durch eine Gastronomie für noch mehr Nutzer attraktiver gestalten.

Mix sagte, dass er schon vor ein paar Monaten von Zitzen und Küppers auf eine mögliche Kandidatur angesprochen worden sei. Er habe sich aber Bedenkzeit ausgebeten, zumal sich Nelles da noch nicht in dieser Frage geäußert hatte. Mix ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt. Seit 2013 ist er Geschäftsführer der SPD-Unterbezirke Aachen-Stadt und Städteregion Aachen. 1963 in Bardenberg geboren, ging er in Würselen zur Schule und machte am Gymnasium 1982 sein Abitur. Nach dem Zivildienst bei der Volkshochschule in Würselen studierte er an der RWTH Aachen Architektur. 1994 bis 2013 war Mix wissenschaftlicher Mitarbeiter im Europabüro von MdEP Martin Schulz. 1982, am Tag des Misstrauensvotums gegen Helmut Schmidt, war er in die SPD eingetreten. Mix ist seit 1983 Vorstandsmitglied der SPD, jetzt im Ortsverein Würselen. Er war von 1989 bis 2013 Ratsmitglied, dabei elf Jahre lang Fraktionsvorsitzender und vier Jahre lang stellvertretender Bürgermeister seiner Heimatstadt. Seit 2009 ist er Mitglied im Städteregionstag. Er ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Der Vorgeschlagene nennt als seine Motivation drei Aspekte: „meine Wurzeln, meine Stadt und die SPD“. Mix sagt vorbehaltlich der Entscheidung der Basis: „Es ist mir eine große Ehre, für das Amt des Bürgermeisters in meiner Heimatstadt kandidieren zu dürfen, aber auch eine große Verpflichtung.“ Eines seiner Ziele laute: „Ich wünsche mir, dass alle Menschen genauso gerne in unserer Stadt leben wie meine Familie und ich.“ Dazu gehören qualitativ guter und bezahlbarer Wohnraum, hochwertige Kita-Plätze, gute Schulen und verstärkt Aufenthaltsbereiche für Jugendliche in der Kommune.

Hinzu komme ein umfassendes sportliches und kulturelles Freizeitangebot. Hier wolle er die aus seiner Sicht erfolgreiche Politik von Nelles und der SPD fortsetzen. Zitzen und Küppers machten klar, dass die Sozialdemokraten an einem entsprechenden Wahlprogramm arbeiten. Hierzu würden die Konzepte von 2009 und 2014 ausgewertet und ergänzt.

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