Alsdorf: Stadtrat spricht sich einstimmig gegen das „Fracking” aus

Alsdorf: Stadtrat spricht sich einstimmig gegen das „Fracking” aus

Einmütig und ganz ohne (Wort-)Spitzen an die politische Konkurrenz verliefen auf der jüngsten Ratssitzung die Diskussion und der Beschluss gegen die „Unkonventionelle Erdgasgewinnung (Fracking) in Alsdorf und Umgebung”.

Durch einen Antrag der Grünen-Fraktion war das heikle Thema auf die Sitzungsordnung gebracht worden. Was die Ratsdamen und -herren von Professor Dr. Erhard Mohr, Bergassessor a.D., Mitglied im Wirtschaftsrat Deutschland und einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Bergbau-Forschung, zu hören bekamen, führte letztlich zum einstimmigen Beschluss „gegen eine mögliche Erdgasförderung nach dem Fracking-Verfahren”.

Die Umweltgefahren, so der Fachmann, seien nämlich nicht einzuschätzen. Er machte klar, dass mögliche Grundwasserverschmutzungen durch undichte Haushaltsleitungen im Verhältnis zu möglichen freiwerdenden toxischen Stoffen beim Fracking-Verfahren ein Witz seien, was bei den Gegnern der Dichtigkeitsprüfung von Abwasserrohren, die seit Jahren zu heftigen Protesten und Diskussionen geführt haben, sauberes Wasser auf die Argumentationsmühlen war.

Professor Mohr ließ auch das Argument für das umstrittene Fracking-Verfahren, nämlich die Grundsicherung Deutschlands mit Gas, nicht gelten: „Die gasproduzierenden Länder fackeln jährlich 150 Milliarden Kubikmeter Gas ab und verschmutzen damit die Atmosphäre. Das ist die zehnfache Menge, die in Deutschland im Jahr verbraucht wird. So lange diese Verschwendung nicht aufhört, kann man hier in Deutschland noch so viele Katalysatoren in die Autos einbauen”, kritisierte Professor Mohr, der seit vier Jahrzehnten in Energie-Forschung und -Entwicklung umtriebig ist. Er ermutigte auch, die Grubenwässer, die in der ehemaligen Bergbauregion reichlich vorhanden sind, zur Wärmegewinnung zu nutzen. Aber: „Finger weg vom Fracking!”

Nach dem zuvor von Professor Mohr Vorgetragenen sei damit aber nicht die Gefahr für eine Verschmutzung des Grundwassers „unter Alsdorf” ausgeräumt, erkannten die Ratsmitglieder. Das Verfahren zur Gewinnung von Erdgas sieht nämlich „eine Bohrung um die Ecke” vor, was den FDP-Ratsherrn Heinz Liska zu der Befürchtung bewog: „Würselen könnte uns fracken!”

Dass diese Angst jedoch unbegründet ist, machte der dortige Rat bereits vor Monaten klar, als dieser sich ebenfalls einmütig dafür aussprach, dem Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz des Städte- und Gemeindebundes NRW zu folgen, der eine „Änderung des Bundesberggesetzes (...) im Hinblick auf die Erkundung und Gewinnung von unkonventionellen Erdgasvorkommen” vorsieht. Weiter heißt es dort: „Es muss ausgeschlossen werden, dass Grundwasservorkommen Schaden nehmen können und hierdurch auch die kommunale Trinkwasserversorgung gefährdet wird.”

Neben dem Ablehnungsbeschluss des Fracking-Verfahrens auf Alsdorfer Stadtgebiet und Umgebung beauftragte der Rat die Verwaltung, „keine städtischen Grundstücke zur Verfügung zu stellen, die für die sogenannte unkonventionelle Erdgasgewinnung genutzt werden können”. Damit ist das Thema aber noch nicht vom Tisch: „Bei der nächsten Bürgermeisterrunde werde ich das Thema ansprechen und hören, ob wir Nordkreiskommunen in dieser Angelegenheit mit einer Stimme sprechen”, erklärte Bürgermeister Alfred Sonders auf Anfrage dieser Zeitung.

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Karl Stoll merkt zu diesem Thema an: „Fracking ist die sicherste Methode, unser Trinkwasser zugunsten weniger Raubtierkapitalisten für immer zu vergiften (siehe USA)!”

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