Kernbotschaft zum gesunden Altern: Sport ist wichtig, aber auch Geselligkeit und Unterhaltung

Kernbotschaft zum gesunden Altern : Sport ist wichtig, aber auch Geselligkeit und Unterhaltung

Wie man gesund altert, war jetzt Thema der Informationsreihe „Medizin für Bürger“ des Rhein-Maas-Klinikums. Unter anderem sei die vitale Neugier eine Triebfeder für ein langes und gesundes Leben.

„Viel Geselligkeit und Unterhaltung, Bewegung und Sport, gesundes Essen, Alkohol nur in Maßen und Finger weg von Zigaretten.“ Die drei Damen aus Merkstein – Ulrike Cüpper (69), Ursula Neulen (70) und Franziska Büsse (75) – hatten das Ergebnis der Informationsreihe „Medizin für Bürger“ des Rhein-Maas-Klinikums zum Thema „Gesund altern“ schon vor der Veranstaltung vorweg genommen.

Die drei rüstigen Seniorinnen sind ehemalige Arzthelferinnen, aber: „Da muss man nicht vom Fach sein, um das zu wissen“, bestätigte Ulrike Cüpper. Vom Fach hingegen waren die Mediziner des RMK, die sich aus wissenschaftlicher, aber auch aus sehr menschlicher Sicht dem Thema an diesem gut besuchten Abend im Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath widmeten.

„RMK auf Reisen“ hat sich bewährt. „Medizin für Bürger“ macht regelmäßig Station in Alsdorf, Herzogenrath, Aachen, und natürlich auch am Standort selbst suchen die unterschiedlichen Fach-Kliniken Kontakt zu Medizin-Interessierten.

Mit Christoph Kosinski, Chefarzt der Klinik für Neurologie, hatte das RMK ein Schwergewicht in Sachen Menschlichkeit und Zuversicht ins Rennen geworfen: „Altern bedeutet Veränderung – aber nicht nur zum vermeintlich Schlechteren“, konstatierte Kosinski, und zählte Vorteile auf, etwa wie Erfahrung und Entscheidungssicherheit, die im Alter zunähmen.

Ähnlich wie die drei Merksteiner Damen listete auch er die Bausteine eines gesunden Alterns auf: regelmäßige Bewegung in der Natur, einen ausgeprägten tieferen Lebenssinn (etwa Religion), Entschleunigung (weniger Stress), Genügsamkeit, wenig Fleisch, Alkohol in Maßen, Zugehörigkeit und Familienbande sowie soziale Einbindung. „Dann“, so Kosinski, „kann man gesund 100 Jahre alt werden.“

Erhebungen aus dem „Blue Zone Projekt“, bei dem weltweit Gegenden mit besonders vielen Hochbetagten erfasst wurden, seien zu diesem Resultat gekommen. Vitale Neugier sei zudem eine Triebfeder für ein langes und gesundes Leben.

Farahnaz Haddadi, Chefärztin der Klinik für Akutgeriatrie und Geriatrische Rehabilitation, griff das Thema eher von der Kehrseite des Alterns auf, wenn man eben nicht die dargelegten Parameter beachtet. „Beim Alterungsprozess nehmen Knochen- und Muskelmasse ab, die Leistungsfähigkeit des Gehirns geht zurück, die Fettmasse nimmt zu, die Zahl der Nerven nimmt ab.“

Sakopenie oder Osteoporose, aber auch dem geistigen Abbau könne man aber entgegen wirken. Hier sei besonders Sport ein adäquates Mittel, betonte die Medizinerin mehrfach. „Der Alterungsprozess gehört zum Leben dazu, aber die Qualität des Alterns kann ganz unterschiedlich sein.“ Ihr Appell: „Nehmen Sie teil am Leben und an Aktivitäten, gesellschaftlicher oder sportlicher Natur.“

Markus Graf, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Allgemeine Orthopädie und Endoprothetik, machte auf einen besonderen Aspekt aufmerksam: „Knochenbrüche im fortgeschrittenen Alter – Ursachen und moderne Behandlungsmethoden“ lautete sein Vortrag. „Die Sturzgefahr steigt mit zunehmendem Alter und die Folgen eines Sturzes wiegen schwerer“, erklärte er.

Die Gründe für häufigere Stürze seien Herz- und Nervenerkrankungen und mangelnde Muskelkraft, aber auch Umgebungshindernisse oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Auch hier lautete eine Kernbotschaft: Sport zum Muskelerhalt und Erhaltung der Koordinationsfähigkeit sind ein Muss – im Übrigen nicht nur im hohen Alter. René Vohn, Leiter einer Neuropsychologischen Praxis, verdeutlichte in seinem Beitrag den Alterungsprozess auch aus psychologischer Sicht.

(hob)
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