Spielzimmer Herzogenrath

Neue Runde, neues Stück : „Spielzimmer" startet ins dritte Jahr

Zum Auftakt ins Jahr 2019 konnten die ehrenamtlichen Organisatoren neben Jack Devaney auch einen alten Bekannten begrüßen: Ijaz Ali zeigte sich bereits bei der Open-Air-Edition des Spielzimmers im vergangenen Jahr von seiner besten Seite.

Sofas, Sessel, Kissen und genügend Platz um die Seele baumeln zu lassen - besser kann man die "Wohnzimmer-Attitüde" im Jugendtreff des Bürgerhauses Kohlscheid nicht beschreiben. Das leise Knistern aus dem Plattenspieler stimmt die etwa 40 Besucher im Vorfeld ein. Das „Spielzimmer“, wie sich die Singer-Songwriter-Konzertreihe in behaglicher Atmosphäre nennt, hat sich vom Geheimtipp zum Event gemausert. Zum Auftakt ins Jahr 2019 konnten die ehrenamtlichen Organisatoren neben Jack Devaney auch einen alten Bekannten begrüßen: Ijaz Ali (Foto) zeigte sich bereits bei der Open-Air-Edition des Spielzimmers im vergangenen Jahr von seiner besten Seite. Der Gitarrist aus Bad Hönningen lies auch bei seinem zweiten Auftritt seine langjährige Banderfahrung in seine musikalischen Darbietungen einfließen. Eine besondere Pop- und Rock Attitüde umwehte die eingängigen Rhythmen auf der Akustik-Gitarre.

Devaney nahm bei seinem ersten Gastspiel im Spielzimmer die Zuhörer mit auf eine kleine Zeitreise in die musikalische Vergangenheit. Laut eigener Aussage ist er ein „zeitreisender Dieb", der auf seinen Touren durch die 60er großen Künstlern wie Bob Dylan oder David Bowie ein paar ihrer Songs „abringen" konnte. Mit seinem musikalischen Talent beförderte er diese Schätze in die Gegenwart.

Auch an diesem Abend war es schwierig, eine Zielgruppe genau zu definieren. Jung und Alt teilten sich das muckelige Wohnzimmer wie zu besten „Wetten-Dass-Zeiten". „Wir wollten von Beginn an ein generationenübergreifendes Event schaffen", erklärte Pädagogin und Organisatorin Regina Harder. Auf Künstlerportalen sucht das Organisationsteam nach talentierten und aufstrebenden Künstlern. Längst ist das Spielzimmer zu einem gefragten Auftrittsort geworden, nicht selten bewerben sich über 100 Künstler für einen Abend. Die Auserwählten haben dabei direkten Einfluss auf ihre Gage: Da der Eintritt frei ist, werden freiwillige Spenden an die Künstler ausgeschüttet. Wer sich trotz der langen Warteliste dennoch einmal spontan auf der Bühne ausprobieren wollte, hatte traditionell am Ende des Abends die Gelegenheit dazu. Nachdem Devaney und Ali ihren verdienten Applaus entgegen genommen hatten, fand der Abend seinen gefühlvollen Ausklang bei der „Open-Mic-Session".

(yl)
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