Baesweiler: Spielefans kommen voll auf ihre Kosten

Baesweiler: Spielefans kommen voll auf ihre Kosten

Lohnt es sich, bei dieser Ausgangssituation überhaupt noch anzutreten? Ein einstimmiges „Ja” lässt Familie Porschen verlauten. Bevor das Brett aufgeklappt und die Figuren verteilt sind, hat Tochter Julia schon ihren Sieg angekündigt.

„Ich gewinne immer”, tönt die 13-Jährige und lacht ihren Bruder David (15) über den Tisch an. Der bestätigt die „schwesterliche Übermacht”, hat aber auch etwas Listiges, Entschlossenes in den Augen. Ob er die Schwester im Mitspiel von Mama Petra und Papa Harald „stürzen” wird?

Die Porschens aus Beggendorf haben sich „Die Siedler von Catan” aus den unübersehbaren Spiele-Bergen herausgezogen. Und zwar die Spezial-Edition als „Startreck”-Version. Die Vier haben alle Zeit der Welt, wie sie ganz entspannt ausstrahlen. Konkurrenz durch den Fußball, der gleichzeitig im TV flimmert, sehen die Spielefans nicht.

„Dieses Fest ist bei uns seit Jahren gesetzt”, freut sich Petra Porschen, ihre Lieben komplett um sich zu haben. Vielleicht finden sich die „Startreck-Siedler” ja auch bald auf dem Porschenschen Weihnachtstisch wieder. „Mal sehen”, schmunzelt Papa Harald, der hier immer wieder Anregungen gefunden hat und die Kiddies nebst Ehefrau damit überraschte.

Während Julia ihren Siegeszug tatsächlich realisiert, stehen zehn Meter entfernt die beiden Teenager Esra (13) und Rümeysa (14) Karakök an ihrem Ministand. Sie bringen den Besuchern des 17. Spielefestes das türkische Topac näher. Es ähnelt dem Holzkreisel, mit dem noch jeder deutsche Opa oder jede Großmutter aufgewachsen ist. An Beliebtheit hat dieser Kreisel, der mit einer Kordel angetrieben und gehoben wird, auch heute nichts verloren. Die beiden Gesamtschülerinnen haben 20 Minuten nach Öffnung des Festes schon zwei Kreisel verkauft. Mit steigender Tendenz, ist Esra überzeugt.

Zwölf Instrukteure und „Spieleberater” um Leiter Andreas Streeb hat das Team von Family Games auch diesmal wieder in der Aula der Settericher Realschule zur Begleitung der verspielten Fans gestellt. Eine dieser Instrukteurinnen ist Johanna Steinecke. Sie leitet beim Cross Boule an, einem Wurfspiel, das immer wieder viele „Sportler” an den Stand zieht, um mit Johanna werfend in den Wettkampf zu gehen.

Dagegen sieht das Spiel, das Nicole Keller mit ihrer Tochter Denise (7) spiel, schon fast nach einer Entspannungsübung aus: „Affenalarm” ist ihr Favorit. Mit Mikado-ähnlichen Stäben müssen den Plastik-Äffchen Kletterhilfen gebaut werden. Nicole Keller ist mit Tochter, Sohn Patrick (8) und Freund Daniel Mattes extra aus Weißenthurm (nahe Koblenz) angereist, um das Spielefest zu genießen.

So weit war es für die Geschwister Hannah (12) und Jonas (10) Offermann nicht. Die beiden Baesweiler Gymnasiasten spielen mit ihrer Freundin Meg Eiseler (12) „van Helsing”. Ein Brettspiel, das sich um Dracula und Jäger bewegt. Sie wollen ausprobieren, „ob das gut oder schlecht ist”, denn die Offermann-Kinder spielen regelmäßig mit ihren Eltern Marianne und Thomas. „Meistens wirds Monopoly”, verrät Hannah. Es sei denn, „ein guter Film kommt im Fernsehen”.

Für einen guten Film sind Charlotte (4) und Sanne (2,5) noch viel zu klein. Aber die beiden süßen Mädel sind schon sehr geschickt und basteln in der Spielewerkstatt. Es soll eine Collage „für Oma Marlies in Waldfeucht” werden. Mama Marina Peters ist zwar Kunstlehrerin an der Realschule Baesweiler, aber Einfluss auf die Gesamtgestaltung der Werke ihrer Töchter nimmt sie nicht. „Wenn die beiden Schere, Kleber und Stifte haben, sind sie lange beschäftigt”, lacht die Mama und genießt ein leckeres Stück Kuchen.

So wie auch die elf Teams, die sich am Sonntag dem viel beachteten Städte-Puzzle widmen und sich anschließend am süßen Buffet belohnen. Das viel frequentierte Schnellpuzzlen sieht sich auch Städteregions-Jugendpfleger Ralf Pauli an. Der Mann spielt übrigens auch gern. Auch das Spiel des Jahres 2012, Kingdom Builder, muss ausprobiert werden. Das gehörte zu den Rennern des Spielefestes 2012, von dem sich auch Bürgermeister Dr. Willi Linkens und Sozialamtsleiterin Birgit Breuer ein ausgiebiges Bild machten.

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