Herzogenrath/Würselen: Sperrung Wurm-Brücke: Roda ist zu Gesprächen bereit

Herzogenrath/Würselen : Sperrung Wurm-Brücke: Roda ist zu Gesprächen bereit

Wie reagiert die Stadt Herzogenrath auf die von Würselen auf den Weg gebrachte Sperrung der Wurm-Brücke im Zuge des Mühlenwegs?

Der Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss hatte beschlossen, diesen von Autofahrer stark frequentierten Schleichweg zwischen Kohlscheid und Bardenberg auf Würselener Seite mit Pollern zu sperren — vorbehaltlich der rechtlichen Prüfung durch die Verwaltung und der Maßgabe, mit der Nachbarstadt Roda Verhandlungen aufzunehmen, um möglichst eine einvernehmliche und langfristige Regelung zu treffen.

Grund für das Vorgehen von Würselen ist die Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern, die im Naherholungsgebiet unterwegs sind, und der Anlieger des Mühlenwegs. Es handelt sich zwar um eine Gemeindeverbindungsstraße, aber die ist für diese intensive Nutzung überhaupt nicht ausgelegt.

Herzogenraths SPD-Fraktionsvorsitzender Gerhard Neitzke setzt auf Verhandlungen, „wie es unter Nachbarstädten auch üblich sein sollte“, wie er auf Nachfrage sagte. Hier seien in erster Linie Bürgermeister bzw. Verwaltung gefordert. Mit dem Ergebnis dieser Gespräche würde sich dann die Politik befassen. „Man kann zu ein- und derselben Sache unterschiedliche Auffassungen haben, aber letztlich geht es um eine sinnvolle Lösung im Sinne der Bürger.“

Neitzke kennt den Mühlenweg noch aus seiner Zeit als Sportler. Dorthin führten ihn seine Trainingsläufe. Mit dem Wagen sei er dort nie gefahren. „Wir werden uns natürlich darauf beziehen, was die Kohlscheider dazu sagen, die unmittelbar betroffen sind.“ Neitzke verwies darauf, dass auch Rettungswagen diese Verbindung nutzen. Bei Aufstellen von Pollern müssten die Besatzungen kurz anhalten, um diese Sperren umzulegen. Neitzke gab zu Bedenken, dass eine einfache Sicherung durch eine Sechskantschraube wohl auch von nicht Befugten außer Kraft gesetzt werden könnte.

Kooperationspartner der SPD im Herzogenrather Stadtrat ist die CDU-Fraktion. Deren stellvertretende Vorsitzende Renate Gülpen sagte, die Fraktion müsse sich erst einmal mit dem Vorgehen von Würselen befassen. Sie sei allerdings nicht begeistert, dass die Wurmbrücke gesperrt werden soll. Dies würde sich negativ auf die Herzogenrather Seite auswirken, so für einen Teil der Südstraße. „Der Weg an der Alten Mühle vorbei ist eine schon historische Verbindung.“

Sie sehe zwar die damit verbundenen Probleme für die Anwohner der Mühlenstraße, aber irgendwie müsse der Verkehr fließen. Eine Sperrung würde das Verkehrsproblem nur verlagern. Sie forderte grundsätzlich eine gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer.

Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch (CDU) erfuhr aus unserer Zeitung von dem Würselener Beschluss. Die Herzogenrather Verwaltung sei natürlich jederzeit zu Gesprächen mit den Würselenern bereit, wie er sagt. „Aber es ist nicht so, dass wir uns nicht beizeiten Gedanken über den Verkehr gemacht hätten.“

So habe der Bauausschuss beschlossen, den Verkehr auf Kohlscheider Seite jeweils einspurig auf der Straße am Langenberg und einer wieder zu aktivierenden Trasse am Rande des nahen Friedhofs entlang zu führen. Zudem soll ja gerade die Tangente zur Verkehrsentlastung gebaut werden.

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