Baesweiler: Sommerferien mit mächtig viel Theater im Haus Setterich

Baesweiler : Sommerferien mit mächtig viel Theater im Haus Setterich

Inmitten der laufenden Vorstellung bekam Julia Heinen immer rosiger leuchtende Wangen. Die positive Veränderung der Gesichtsfarbe hatte mehrere Gründe. „Aufgeregt bin ich“, gestand die Projektleiterin zum Abschluss der Ferienspiele, die das Haus Setterich im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt Setterich Nord“ angeboten hatte.

Doch zum Aufregen gab es keinen Anlass, die Theateraufführung „flutschte“ nur so. Auch, weil Heinen und ihre Mitarbeiterinnen flink zum Kulissenwechsel im wahrsten Wortsinne beitrugen, während die Stadtteilmanagerinnen Feride Demirci und Ute Fischer mitten im Publikum gebannt zuschauten, was die Kinder zwischen 7 und 12 Jahren selbst gestaltet und gespielt hatten. Eine Woche dauerte der Theater-Workshop mit dem Titel „Sommer, Sonne, Strand und Euer Urlaub mal anders“. 35 Kinder beteiligten sich gerne daran.

Pause muss sein: Ein leckeres Eis darf zwischendurch nicht fehlen, um wieder zu Kräften zu kommen. Foto: Sigi Malinowski

Feride Demirci erklärte vorab, „wir haben sehr viel Wert darauf gelegt, dass sich die Kinder selbst mit ihren Ideen einbringen konnten“. Wer basteln mochte, durfte das. Aber auch Mittanzen und -singen war gefragt. Und auch das „Drehbuch“ wurde von den Kindern selbst entwickelt. Dabei halfen unter anderen auch Saniye Kol aus dem Bereich Integration des Stadtteilmanagements und Flüchtlingsberaterin Mahkameh Robatian.

Mit passender Bösewicht-Verkleidung macht das Theaterspielen gleich viel mehr Spaß. Foto: Sigi Malinowski

Alle hatten vor allem im Auge, das Sozialverhalten der Kinder zu fördern. „Kinder müssen schließlich stark gemacht werden“, unterstrich Julia Heinen. So ging es dann zur Musik aus dem Disney-Klassiker „Arielle“ („Unter dem Meer...“!) auf die Suche nach dem Schurken, der einfach die Sonne geklaut und der Welt nur Regen hinterlassen hatte.

Doch die Kinder zeigten Solidarität und jagten den schwarzen Sonnendieb rund um die Welt. Über Ägypten, Afrika oder Honolulu blieben sie ihm auf den Fersen. Bis er am Schluss selbst einsah, dass das Leben ohne Sonne und ohne Freunde nicht funktioniert. Also gingen die jungen Menschen aufeinander zu, um streitlos miteinander weiter zu leben. Dafür gab’s dann prasselnden Applaus zum Schlussbild. Und die Erkenntnis, dass sich die Erwachsenen etwas abgeschaut haben könnten.

Mehr von Aachener Nachrichten