Würselen: So sieht das neue Parkhaus am Klinikum Marienhöhe aus

Würselen : So sieht das neue Parkhaus am Klinikum Marienhöhe aus

René A. Bostelaar ist sich bewusst, dass die Anwohner des Rhein-Maas Klinikums Würselen (RMK) am Standort Marienhöhe mit der regen Bautätigkeit der letzten Jahre und dem Zuzug von Kliniken, die zuvor in Bardenberg angesiedelt waren, einigen Belastungen ausgesetzt waren — und in den nächsten Monaten noch sein werden.

Zumal viele Projekte im Zuge des Masterplans, mit dem die medizinische Versorgung der Menschen in der Region optimiert und nachhaltig gesichert werden soll, bereits umgesetzt seien. Nun gehe es darum, in einer weiteren großen Kraftanstrengung ein Parkhaus auf dem Gelände des derzeitigen Besucherparkplatzes gegenüber dem Haupteingang in möglichst kurzer Zeit zu errichten. Es gelte, die Auswirkungen der Bauarbeiten für Anwohner, Patienten, Angehörige und RMK-Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten, betont er.

Er will die Bauzeit des Parkhauses kurz halten: Geschäftsführer René A. Bostelaar. Foto: Karl Stüber

Es geht um eine Investition in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro, die per Kredit aufgebracht werden sollen. Die Gremien sind entsprechend eingebunden, betont Bostelaar. So werde sich der Aufsichtsrat — das RMK wird zu gleichen Anteilen von der Städteregion Aachen und der Knappschaft Bahn-See getragen — Anfang Juli damit befassen.

Um die Zufahrt von Mauerfeldchen aus angemessen breit gestalten und begradigen zu können, sollen rund 500 Quadratmeter Gelände im Umfeld der Kindertagesstätte und des Seniorenpflegeheim am RMK hinzugekauft werden. „Es werden leider einige wenige Bäume gefällt werden müssen. Aber alle anderen bleiben natürlich erhalten“, sagt Bostelaar. Das Parkhaus werde Richtung Mauerfeldchen „gerückt“, um die Zufahrt kurz zu halten.

Barrierefrei ausgelegt

Patienten und Angehörige werden das Parkhaus ebenerdig über einen überdachten Zugang vom Haupteingang aus erreichen. Auch ein Aufzug sei vorhanden. „Das Ganze ist barrierefrei ausgelegt“, sagte Bostelaar. Von den 579 Stellplätze auf drei Ebenen des Parkhauses (im Freien kommen 74 weitere hinzu) sollen auch die Anwohner etwas haben, betont der Geschäftsführer. Sie könnten das Parkhaus ebenfalls nutzen, was den Parkdruck im Umfeld des RMK mildere.

Zudem trage dies zur Auslastung und Wirtschaftlichkeit des Parkhauses bei — eine klassische Win-win-Situation für Anwohner wie für das RMK. So könnten Interessierte zwischen 16 bzw. 17 und 8 Uhr preiswert parken. „Das käme gerade Pendlern unter den Anliegern zugute“, so Bostelaar. Angedacht sei auch, zum Beispiel urlaubenden Anwohnern für zwei oder drei Wochen günstig einen Stellplatz anzubieten, damit deren Auto von der Straße kommt. „Ich denke, wir werden dafür genügend Kapazitäten anbieten können.“ Betrieben werden soll das Parkhaus von der Parkplatz GmbH, einer 100-prozentigen kommunalen Tochter der Städteregion Aachen, in deren Geschäftsführung Bostelaar im Februar berufen worden sei. Diese bewirtschafte bereits den existierenden Besucherparkplatz.

Europaweite Ausschreibung

Angesichts der Größe des Projekts werde das Vorhaben europaweit ausgeschrieben. Geplant sei, nach zeitnahem Einreichen des Bauantrags bei der Stadt Würselen und Genehmigung im Januar mit dem Bau zu beginnen. Da die Bodenplatte gerade mal einen halben Meter ins Erdreich ragen soll und anschließend das Parkhaus innerhalb von nur gut drei Monaten aus Fertigbauteilen (Ständerbauweise) errichtet werde, könne im Winter gearbeitet werden.

In der Bauphase werden wohl die RMK-Mitarbeiter ihre Parkplätze für Patienten und Angehörige räumen müssen und stattdessen das Gelände des ehemaligen Praktiker-Baumarkts im Gewerbegebiet Kaninsberg ansteuern müssen. Bostelaar wirbt auch hier um Verständnis, dass in dieser kurzen Phase die Interessen der „Kunden“ des Krankenhauses, also Patienten und Angehörige, berücksichtigt werden müssen.

Zudem soll eine Fläche am RMK provisorisch und vorübergehend für den Parkbetrieb durch Verdichten der Oberfläche (Schotter) hergerichtet werden. Das Konzept werde vom RMK bei der Bürgerversammlung am Mittwoch, 4. Juli, im Sitzungssaal des Rathauses auf dem Morlaixplatz vorgestellt, Beginn 20 Uhr.

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