Hilfe für bindungsgestörte Mütter: SkF Alsdorf ist seit 60 Jahren ein starker Partner

Hilfe für bindungsgestörte Mütter : SkF Alsdorf ist seit 60 Jahren ein starker Partner

Anna Kapp sitzt an ihrem Schreibtisch. In den Anfängen wird sie das noch häufiger, bis ihr Projekt richtig ins Rollen kommt. Die junge Frau kümmert sich für den SkF Alsdorf um eine Initiative, die Hilfe für bindungsgestörte Mütter bieten soll.

Gerade ist sie dabei, eine Müttergruppe vor Ort aufzubauen, in der Frauen sich treffen, sich austauschen, Rat und Hilfe annehmen können. Der SkF Alsdorf kümmert sich um verschiedenste soziale Themen, meist geht es um psychisch gestörte Menschen. „Da liegt unsere Kernkompetenz, deshalb haben wir uns auf diesen Bereich fokussiert“, erklärt Geschäftsführer Dieter Forth. Obgleich eine traditionsbehaftete Einrichtung mit rund 70 Mitarbeitern, kann der SkF Alsdorf schnell und flexibel sein.

Als seinerzeit viele Flüchtlinge in die Region kamen und unter anderem in Alsdorf aufgenommen werden mussten, schuf man in vier Wochen eine für den Moment passgenaue Lösung: Die alten Hausmeisterwohnungen am nicht mehr genutzten Gymnasium Alsdorf wurden in Schuss gebracht, damit dort minderjährige unbegleitete Flüchtlinge untergebracht werden konnten.

Heute, da die Flüchtlingszahlen merklich nachgelassen haben, hat der SkF Alsdorf das Angebot umgewandelt in eine integrative Jugendhilfeeinrichtung an anderer Stelle, die sowohl unbegleiteten männlichen Flüchtlingen als auch hiesigen Jungen und jungen Männern offensteht.

Ein vielfältiges Angebot

Eine vergleichbare Einrichtung gibt es in der Stadt bislang nicht. Der SkF macht sich stark in Schulbegleitung und Integrationshilfe bei Behinderung, bietet freizeitpädagogische Gruppenangebote für Autisten, engagiert sich weiterhin in der ambulanten Flüchtlingsbetreuung, pflegt den ehrenamtlichen und kostenlosen Dolmetscherdienst Via Lingua, vermittelt Familienpaten, gibt ambulante erzieherische Hilfen und ist Partner des Landschaftsverbandes für ambulant betreutes Wohnen für psychisch Kranke und geistig Behinderte.

Vor rund fünf Jahren trudelte der SkF Alsdorf in schwieriges Fahrwasser. Denn obgleich eine soziale Einrichtung, muss der Dienst wie ein Unternehmen geführt werden, müssen die Zahlen stimmen. Geändert hat man seither gar nicht viel, nur die Besinnung auf die Kernkompetenzen gepflegt. Der SkF Alsdorf arbeitet eng und vertrauensvoll mit dem Alsdorfer Jugendamt zusammen. Man kennt sich, weiß um die Stärken des Partners.

Anfang 2017 zog der SkF Alsdorf in die Schaufenberger Straße, wo zuvor die Erziehungsberatungsstelle residiert hatte. Das Haus ist ähnlich geschichtsträchtig wie die Einrichtung. Wurden in dem Gemäuer des Caritasverbandes doch früher einmal sogar Säuglinge betreut.

In hellen und schönen Räumen

Den schönen Garten nutzen die Mitarbeiter, um das soziale Miteinander ihrer Klienten zu pflegen. Enge Verflechtungen hat der SkF Alsdorf auch zum Zentrum ABBBA e.V., so hat man das eingangs erwähnte Projekt für bindungsgestörte Mütter von einem Partner übernommen, der es nach der Bewilligung nicht selbst durchführen konnte.

Die hellen und schön dekorierten Räumlichkeiten an der Schaufenberger Straße sind wie ein Jungbrunnen für Ideen, wenn man Dieter Forth und Vorstandsvorsitzende Eva-Maria Derichs erzählen hört. Jüngst geht es beim SkF Alsdorf auch ums „Kurve Kriegen“, ein kriminalpräventives Projekt für unter 14-Jährige. Die Einrichtung, die in diesen Tagen 60 Jahre alt wird, hat noch viel vor, zum Wohle der Alsdorfer Bevölkerung.

(ust)
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