Herzogenrath: Sicherheit, Spielwert, Spaß: Spielplätze unter der Lupe

Herzogenrath: Sicherheit, Spielwert, Spaß: Spielplätze unter der Lupe

Für die Herzogen-rather Kinder ist es ein Erfolgserlebnis, wenn die Erwachsenen sich für ihre Bedürfnisse interessieren: Auf Herz und Nieren wurden jetzt unter anderem der Spielplatz am Weiher, die Skateboard-Anlage, unzählige Bolzplätze, einzelne Spielgeräte und natürlich der Abenteuerspielplatz an der Berger Straße geprüft.

Die „Spielplatzdetektive“ waren wieder unterwegs. Dieses trägerübergreifende Projekt der Jugendarbeit in der Stadt war vor sieben Jahren in Merkstein entstanden und ist seit 2010 ein fester Bestandteil der Ferienprojekte im ganzen Stadtgebiet.

Auch Kinder und Jugendliche vom Jugendzentrum HOT St. Gertrud streiften vier Tage lang über die insgesamt 91 Spielplätze und Spielpunkte in Herzogenrath-Mitte. Mit dabei waren auch Ken Reiß und Jan Wark, die schon seit Jahren akribisch die Orte für den Freizeitspaß unter die Lupe nehmen. Am letzten Nachmittag stellten die Detektive die Zeugnisse aus, die durchaus positiv ausfielen: An vielen baufälligen Orten hat sich innerhalb des vergangenen Jahres etwas getan. Aber einiges ist derzeit verbesserungswürdig: Etwa das halbe Klettergerüst an der Eisenbahnstraße, defekte Bodenmatten oder die Schaukel an der Berger Straße oder die kaputte Bank am Bo-venthal. Dort ist ein Sandwechsel dringend nötig, Hundekot verdirbt die Spielfreude.

„Wichtig sind Sauberkeit, die Sicherheit der Geräte. Eine Bank zum Ausruhen und auch eine Toilette in erreichbarer Nähe sind sinnvoll, ebenso wie ein Picknicktisch. Spielen soll Spaß machen“, erklärt die zehnjährige Lisa Druschke aus Ritzerfeld. Sie und ihre Freunde stellten fest: Wo ausreichend Mülleimer vorhanden sind, ist es auch erheblich sauberer. „Die Kinder sind da oft kritischer als die Erwachsenen. Sie haben sich mittlerweile zu wahren Experten gemausert, was die Richtlinien für die Sicherheit anbelangt“, sagt Angelika Ostlender vom HOT. Mit Thomas Herff, dem zuständigen städtischen Mitarbeiter für Grünflächen und Spielplätze, begleitete sie die Kinder. „Aus dem Gemeinschaftsprojekt der GGS Alt-Merkstein und des städtischen Kinder- und Jugendtreffs Streiffelder Hof entstanden, geben die Spielplatzdetektive heute wichtige Hinweise für unsere Arbeit. Wir zeigen den Kindern, dass wir ihre Anregungen ernst nehmen“, betont Herff. Als Experten ihrer eigenen Lebenswelt seien die Kinder aufgefordert, aktiv Einfluss auf ihre Spielorte zu nehmen.

Auch unterwegs waren die Kinder der KOT 4YOU in Herzogenrath-Straß, vom Kinder- und Jugendtreff Streiffelder Hof sowie vom Kinder- und Jugendtreff im Bürgerhaus in Kohlscheid. „Die Kinder lernen spielerisch Fachbegriffe, werden beinahe TÜV-Profis. Dabei lernen sie auch den Wert der Spielgeräte schätzen und erfahren, dass die Neuanschaffung eines Geräts aus wetterbeständigem Holz bis zu 25 000 Euro kostet“, verdeutlicht Ostlender die Lerneffekte. „Die Kinder denken mit, haben keine abgedrehten Wünsche, sondern formulieren kluge Ideen, unter anderem auch mit Einsparpotenzial“, betont Herff. Wo etwa eine Schaukel zu viel sei, fehle sie woanders und könnte zum Beispiel einfach umgestellt werden.

Zum Abschluss gab es für alle Teilnehmer ein großes Grillfest auf dem Abenteuerspielplatz an der Bergerstraße. Mit einigen Politikern vom Jugendhilfeausschuss wollen die Kinder demnächst auch einzelne Spielplätze auf ihrer Mängelliste auf einer Busfahrt noch mal gezielt besichtigen.

(nina)