Setterich-Ost: Elektronische Durchlauferhitzer für Anwohner

Baesweiler : Setterich-Ost erhält ein neues Gesicht

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den großen Unterschied machen. So warten viele Anwohner der Siedlung Setterich-Ost nicht auf die großen, äußerlichen Veränderungen wie eine Fassadenneugestaltung, sondern auf elektronische Durchlauferhitzer. Jetzt könnte man einwenden, dass das keine Sensation ist.

Für die Settericher aber schon, zumal diese mit erheblichen Nebenkosteneinsparungen verbunden ist. Versorgt wird die aus den 60ern stammende Siedlung mit ihren 385 Mietwohnungen mit Fernwärme. Die ist zwar an sich günstig, hat aber einen entscheidenden Nachteil: „Wenn nur einer im Sommer warm duschen will, muss die Fernwärme für alle anderen Parteien in Betrieb bleiben“, erklärt Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens.

Einblick in eine sanierte. Foto: Verena Müller

Der hatte diejenigen ins Rathaus eingeladen, die in Bausubstanz und Ausstattung investieren wollen, um gemeinsam über den aktuellen Sachstand zu informieren. Die Stadt Baesweiler habe das Vorhaben „intensiv begleitet“. Was die Düsseldorfer Unternehmensgruppe andernorts realisiert habe, habe er sich im Vorfeld genau angesehen. Langfristig könne er sich vorstellen, auf freien oder nicht mehr benötigten Flächen Eigenheime zu errichten.

Aachen. Hier folgt der Grundtext. Foto: Verena Müller

Die Siedlung war ursprünglich im Besitz der Vivawest als Nachfolgerin des Eschweiler Bergwerksvereins (EBV), der für die zuziehenden Arbeiter von Emil Mayrisch und deren Familien günstigen Wohnraum geschaffen hatte. Beim Gang durch die Wohnblöcke wird schnell klar: Hier ist lange kein Geld in die Hand genommen worden. Die Fassaden in Beige-Morastfarben bieten alles andere als einen attraktiven Anblick, die Garagen sind in die Jahre gekommen, Müllcontainer ziehen durch zu prominente Platzierung mehr Blicke auf sich als sie es verdient hätten. Und innen sieht‘s nicht besser aus. Stand der 60er Jahre eben.

Aachen. Hier folgt der Grundtext. Foto: Verena Müller

Die Unternehmensgruppe Clees aus Düsseldorf, ein Familienunternehmen, will nun sukzessive bis 2019 die Moderne einziehen lassen — sofern die Mieter das wünschen. Nicht diskutabel sind Fassadenneugestaltung (Cremefarben mit Dunkelrot und Grau abgesetzt) und die besagte Heizungsumrüstung, die eine individuelle Steuerung und auch Abrechnung ermöglicht.

Begonnen haben die ersten Arbeiten bereits im März dieses Jahres, nachdem Clees nicht nur in Baesweiler, sondern auch andernorts Häuser der Vivawest gekauft hatte. Saniert sind bislang 20 von 40 zum damaligen Zeitpunkt leerstehenden Wohnungen, die inzwischen weitervermietet sind. In Fünfer-Schritten soll es nun weitergehen. Allgemeine „Baustellen“ sind die Sanierung der Treppenhäuser, Keller und Balkone sowie ein Leerräumen und Einsäen verwahrloster Schrebergartenflächen, die niemand mehr nutzt.

Präsenz vor Ort

Vor Ort wurde außerdem ein Hausmeister installiert und eine Ansprechpartnerin der Unternehmensgruppe für alle Mieterfragen. Die Mietverhältnisse bleiben unangetastet, Sanierungskosten werden fallbezogen auf die Mieter umgelegt. Wie Alexander Clees betont, werde nichts gegen den Willen der Mieter gemacht. Wer eine Badsanierung wünsche, bekäme diese. Man schaue dann, ob sich das möglicherweise im Urlaub des Mieters erledigen ließe, um möglichst wenig zu stören. Umzüge während der Bauarbeiten seien möglich, aber keine Voraussetzung.

Ein Projekt, dass sich äußerlich am ehesten mit Setterich-Ost vergleichen lässt, ist laut Alexander Clees in Duisburg-Hochfeld zu finden. Im Ruhrgebiet und Düsseldorfer Raum lag bislang der Schwerpunkt für das Kerngeschäft — Wohnanlagen in guter Lage kaufen, sanieren und vermieten. „Wir versuchen, die Bestandsmieten auf dem aktuellen Niveau zu halten“, so Clees. Vier, fünf Euro mehr im Monat könnten es mal werden, aber jedenfalls nicht pro Quadratmeter.