Herzogenrath: Selbstbestimmt leben: Hilfe für Menschen mit Behinderung

Herzogenrath : Selbstbestimmt leben: Hilfe für Menschen mit Behinderung

Mit den bereits seit 2011 erprobten „Kompetenzzentren Selbstbestimmtes Leben“ (KSL) hat das NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales Knotenpunkte geschaffen, an denen die soziale Inklusion von Menschen mit Behinderungen koordiniert und gefördert werden soll.

An oberster Stelle steht die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention von 2008. Eine umfassendere Einbeziehung in die Gesellschaft mit dem Ziel einer vollen und wirksamen Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen soll in erreicht werden. Vor dem Behindertenforum der Stadt Herzogenrath hat Sandra Meinert von der Geschäftsführung der KSL-NRW die Arbeit der Kompetenzzentren vorgestellt. Das Behindertenforum ist im Herzogerather Rathaus erreichbar.

Als „interne Ressource“ bietet auch das für den Regierungsbezirk Köln zuständige KSL die sogenannte „Peer-to-Peer“ Beratung an. Beim KSL arbeiten Menschen, die selbst unter einer Behinderung leiden. Somit können individuelle Sorgen und Nöte besser verstanden und intensiver angegangen werden. Soziale Ausgrenzung sei laut Sandra Meinert immer noch ein sehr großes Risiko für Menschen mit Behinderungen. Psychische Folgeerkrankungen seien umso wahrscheinlicher.

Das KSL soll helfen, Wege zur Hilfe und Selbsthilfe weiter zu verkürzen. „Das mitleidtriefende Bild in der Gesellschaft gilt es zu modernisieren“, erläuterte Meinert. „Es muss die Beteiligung der Betroffenen am gesellschaftlichen Alltagsleben sichergestellt werden.“

Der Bund hatte jüngst Interesse am Ausbau der Beratungsangebote signalisiert. Entsprechende Bewerbungen für Fördergelder sind bereits angelaufen. Eine immense Bewegung in der Landes- wie Bundespolitik in den letzten Jahren sei wahrzunehmen gewesen. Dieser Strom müsse weiter fortgeführt werden.

Anne Fink, Vorsitzende des Behindertenforums, betonte die dezentrale Lage der Beratungsstellen und Anlaufpunkte für Betroffene in Herzogenrath. Dies entspricht laut Meinert der Idee des KSL: „Generell müssen breit aufgestellte Zentren für jeden schnellstmöglich erreichbar sein.“

Das Behindertenforum wird in Kooperation mit der Stadt dem KSL in Köln in Kürze Rückmeldungen über Bestand und Bedarf an Beratungsstruktur geben. Diese werden mit den Experten analysiert. Ferner drängt das KSL, die politische Partizipation behinderter Menschen in der Kommunalpolitik zu fördern und zu erweitern.

Herzogenrath verfügt momentan über das besagte Forum sowie über Forumsvertreter in verschiedenen Ausschüssen. Die künftige Installierung eines „Beauftragten für behinderte Menschen“ innerhalb der Kommunalpolitik wurde angeregt.

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