Würselen: Seit 20 Jahren Adresse für feine Kultur

Würselen: Seit 20 Jahren Adresse für feine Kultur

Als feine Adresse für (Klein-)Kunst hat sich das Alte Rathaus bestens etabliert. Seit 20 Jahren hat die Kultur ihren festen Platz im ehemaligen Verwaltungsgebäude an der Würselener Kaiserstraße.

Unter Regie von Sigrid Kerinnis, der Leiterin des Kulturbüros der Stadt, ist das Haus zu einer Kulturstätte von Rang und Namen geworden, mit Ausstrahlung weit über die Grenzen der Stadt hinaus.

Es kommt nicht von ungefähr, dass immer wieder Künstler dorthin zurückkehren, um sich und ihr Schaffen zu präsentieren. Dazu zählt auch die Künstlergruppe „Pyramide”, die sich während der Perestroika in St. Petersburg formiert hat.

Die Werke der Absolventen der angesehenen Muchina-Kunsthochschule zeichnen sich nicht nur durch eine hervorragende Maltechnik aus. Vielmehr spiegelt sich in ihnen auch eine innere Freiheit wider, wie sie sich unter Gorbatschow entwickeln konnte.

Noch einmal malen

Schon zweimal haben Gennady Guirik, Sergej Isypov, Andrej Kornev und Igor Loschkarev ihre Kunstwerke im Alten Rathaus ausgestellt, in den Jahren 1996 und 1998.

Drei der Künstler haben sich mittlerweile als Innenarchitekten etabliert, waren aber bereit, speziell für die dritte Ausstellung in Würselen noch einmal zum Pinsel zu greifen.

Gennady Guirik verdient seinen Lebensunterhalt weiterhin durch sein künstlerisches Schaffen. Er ist Mitglied des Künstlerbundes in St. Petersburg.

Da er derzeit in Maastricht ausstellt, hat er schon mal einen Abstecher ins Alte Rathaus gemacht, um dort die Werbetrommel für die dritte Ausstellung von „Pyramide” zu rühren. Diese wird am 17. Mai eröffnet und kann dann bis zum 14. Juni besucht werden.

Streng limitiert

Im Gepäck hatte Guirik eine Mappe mit vier handkolorierten Radierungen, die neben den ausgestellten Gemälden zum Preis von 80 Euro - das Einzelblatt zu 30 Euro - zum Kauf angeboten wird, in limitierter Auflage. Ihr Verkauf dient - so Sigrid Kerinnis - zur Refinanzierung der mit der Ausstellung verbunden Kosten.

Neben den vier Künstlern aus Leningrad werden noch drei weitere in diesem Jahr ihre Werke präsentieren. Vitalij Petruk etwa, dessen Exponate sich in Privatsammlungen in Kanada, Norwegen, Polen, Russland, USA und Frankreich sowie in der Galerie der schönen Künste und Skulpturen in New York befinden.

Wladimir May, der seit 1994 zeitweise in Oldenburg bei seiner deutschen Agentin lebt sowie Andrey Rudyev, der Dozent an der Muchina Hochschule ist und zur Vernissage der „Pyramide”-Ausstellung in Würselen anwesend sein wird.

Freundschaftliche Kontakte zur russischen Gruppe pflegt seit Jahren die Würselener Künstlerin Nicole Kaffanke. Sie hat bereits mehrfach mit der „Pyramide” zusammen ausgestellt: 1999 in der Staatsgalerie „Neue Passage” in St. Petersburg, 2001 in der Galerie „Nördliche Hauptstadt” (St. Petersburg), 2002 im Haus der Wissenschaft und Kultur der Russischen Föderation in Berlin, ebenfalls 2002 im Russischen Kulturhaus in Danzig (Polen).

Energie schöpfen

Gennady Guirik sagte beim Besuch in Würselen über sich selbst: „Ich schöpfe Energie in der St. Petersburger Kultur, sowohl in der alten als auch in der neuen, und bin an den Werken von Maljawin, Kandinski und Petrow-Wedkin gewachsen.”

Sigrid Kerinnis freut sich auf viele Bekannte Gesichter im Jubiläumsjahr. Am Sonntag, 15. März, ist um 19 Uhr der Rezitator Lutz Görner erneut zu Gast. „Wilhelm Busch trifft Charles Bukowski” heißt sein Programm, in dem er den deutschen Dichter und den Amerikaner zu Wort kommen lässt.

A-cappella-Pop

Ebenfalls wieder im Alten Rathaus zu Gast sein wird am Freitag, 17. April, die Gruppe „Medlz” mit ihrem A-cappella-Pop-Programm „aufgetaucht” sowie eine Woche später Tina Teubner mit „Aufstand im Doppelbett”. Auch die „Springmäuse” haben ein Gastspiel in Würselen eingeplant.

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