Herzogenrath: Schwester Hatune Dogan ermahnt Politiker in der Flüchtlingsfrage

Herzogenrath : Schwester Hatune Dogan ermahnt Politiker in der Flüchtlingsfrage

„Helfende Hände für die Armen“ heißt die Organisation, deren Leiterin Hatune Dogan ist. Und das ist auch das Lebensmotto der sympathischen und überaus leidenschaftlichen Ordensschwester. Auf Einladung von Pfarrer Dr. Guido Rodheudt referierte sie jetzt beim Herzogenrather Montagsgespräch über ihre Arbeit und die aktuelle Flüchtlingspolitik.

Und das tat sie mit besonders ehrlichen Worten, die man in dieser Form nicht erwartet hätte.

„Ich war selbst ein Flüchtling und habe erst nach acht Jahren einen deutschen Ausweis bekommen. Ich habe nicht darum gebettelt“, erzählte sie. Die 48-Jährige ist eine syrisch-orthodoxe Klosterschwester und Mitglied des syrisch-orthodoxen Klosters in Warburg, wo auch ihre Hilfsorganisation ansässig ist. Es geht ihr um die Versorgung mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln, medizinische Hilfe, Bildung für alle, Hausbau und Waisenhäuser. „Schwester Hatune Dogan ist immer zur Stelle, wenn es darum geht, Menschen in Not zu helfen. Aber sie findet auch deutliche Worte, wenn es um die Zukunft Europas geht“, betonte Pfarrer Dr. Guido Rodheudt.

„Die nach Deutschland kommen, sind größtenteils junge Männer. Die misshandelten Kinder und Frauen schaffen den Weg nicht“, sagte die Referentin bezüglich der aktuellen Flüchtlingspolitik.

Sie musste im Alter von 14 Jahren selbst mit ihrer christlichen Familie aus der Türkei fliehen, weil ein moslemischer Nachbar gedroht hatte, ihren Vater umzubringen. „Bis dahin hatten die sunnitischen Moslems rund 300 Mädchen aus meinem Dorf entführt. Ich selbst habe mich mit sechs Jahren zum ersten Mal einem Vergewaltigungsversuch widersetzen müssen, habe miterlebt, wie während einer Hochzeit die Brautjungfer angeschossen und die Braut entführt wurde und auch, wie ein Priester bei lebendigem Leib in sieben Stücke geteilt wurde“, erzählte Schwester Hatune Dogan, die von diesen schrecklichen Eindrücken geprägt ist. Sie weist überall darauf hin, dass im Zeichen des Koran unglaubliche Gräueltaten passieren und fordert zum Beispiel die Schließung der Koranschulen in Deutschland.

Schwester Hatune Dogan ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und ermahnt die Politiker, besser darauf zu achten, wem sie Unterschlupf gewähren. „Natürlich müssen wir die Türen für Flüchtlinge offen lassen! Es gibt Verfolgte, deren Kinder vor ihren Augen abgeschlachtet wurden, es gibt misshandelte Kinder und Frauen — aber es werden zum Beispiel nicht alle Syrer verfolgt“, weiß die Referentin, die aktuell wieder durch verschiedene Krisengebiete reist, um vor Ort den verfolgten und misshandelten Menschen zu helfen.

Das nächste Montagsgespräch nach der Sommerpause findet am 3. September um 19.30 Uhr im Pfarrzentrum HOT St. Gertrud statt. Anna Bineta Diouf aus Annaberg referiert „Von der Kunst, katholisch zu sein“. Ihre Lebensgeschichte in Wort und Ton wird am Klavier begleitet vom Kantor von St. Gertrud, Herbert Nell.

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