Schüsse und Driftmanöver: Deutliche Kritik an türkischer Hochzeit

Herzogenrath : Bürgermeister und Integrationsrats-Sprecher verurteilen ausgeartete Hochzeit

„Wir verurteilen den Vorfall vom vergangenen Samstag, der anlässlich einer türkischen Hochzeit am Herzogenrather Weiher bei Passanten für großen Schrecken sorgte, auf das Schärfste.“ Wie er auch im Gespräch mit unserer Zeitung sowie im Stadtrat am Donnerstag bereits angekündigt hatte, hat Bürgermeister Christoph von den Driesch nach den Schüssen und Driftmanövern mit Autos auf dem Bergerparkplatz Kontakt zu Fehmi Tarasi, dem Vorsitzenden des städtischen Integrationsrats aufgenommen.

Gemeinsam haben beide jetzt eine Erklärung verfasst. „Natürlich soll man eine Hochzeit mit seiner Familie, Freunden und Bekannten gebührend feiern, aber das Fest muss dort seine klaren Grenzen haben, wo es in die Freiheiten anderer Menschen eingreift und sie sogar um ihre Sicherheit fürchten lässt“, heißt es da weiter.

Und: Ein Autokorso mit heftigen Driftmanövern, deren Spuren durch städtische Mitarbeiter aufwendig beseitigt werden müssen, habe nichts mit einer geselligen Familienfeier oder gar mit einer türkischen Tradition zu tun.

Hinzu komme der massive Gebrauch von Schreckschusspistolen, der Passanten und Anwohner am Weiher in Alarmbereitschaft versetzte. Ähnlich hatten sich von den Driesch und Tarasi schon in unserer Berichterstattung zum Thema geäußert.

Ergänzend appellieren sie nun noch für Toleranz und Respekt im Umgang miteinander als „oberstes Gebot, damit ein friedvolles Zusammenleben in der städtischen Gemeinschaft möglich ist. Bräuche und Traditionen anderer Kulturen haben auch bei uns ihren Platz — wenn sie niemanden in ihrem Lebensraum und ihrem Sicherheitsgefühl einschränken.“

Eine Aktion wie am Samstag indes habe „bei uns eindeutig keinen Platz“, kündigen der Bürgermeister und der türkischstämmige Integrationsratsvorsitzende an, „alles daran zu setzen, dass sich so etwas nicht noch einmal wiederholt“. Mögliche Nachahmer, so von den Driesch, „müssen mit einer konsequenten Verfolgung und Bestrafung rechnen“.

Es folgt der Aufruf an die Bürgerschaft, sofort zu melden, „falls Ihnen etwas Ungewöhnliches auffallen sollte, damit solche Aktionen möglichst im Keim erstickt werden können“.

(bea)
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