„Grand Prix 2018“: „Schörjer“ verwandeln die Baesweiler City in eine Rennstrecke

„Grand Prix 2018“ : „Schörjer“ verwandeln die Baesweiler City in eine Rennstrecke

Der große Sieger war vorab Petrus im Himmel, der das nasskalte Winterwetter vertrieben hatte. Mit spektakulären Bildern und fesselnder „Renn-Action“ lieferten die Baesweiler „Schörjer“ die perfekte Unterhaltung an diesem ersten echten Frühlingssonntag.

Nach der lange erwarteten Neuauflage des „Schörjer-Rennens“ im vergangenen Jahr hatte die Renngemeinschaft zum „Grand Prix 2018“ geladen. Zehn Teams stellten sich der aberwitzigen Herausforderung und meisterten nacheinander im Duo den Parcours auf dem Reyplatz. Während der Pilot die Schubkarre auf Touren brachte, musste sich der Partner in der Wanne verschiedenen Herausforderungen stellen. Passend zum Saisonauftakt der Formel 1 im australischen Melbourne hatte die „Rennleitung“ um Manfred Mahr und Stefan Latten eine kleine Fahrerparade organisiert. Begleitet vom Trommler- und Spielverein Baesweiler wurden die Boliden die Kirchstraße hinauf vorbei an den ersten Fans zum Reyplatz gefahren.

Titelverteidiger Pascal Krohn legte dort eine erste Testrunde hin, die den Piloten die Kniffe der Piste aufzeigte: neben waghalsigen Spitzkehren und engen Schikanen warteten auf die Schieber Rampen, Wendepunkte und Steilkurven. Die Insassen mussten Körbe werfen und Süßigkeiten während der Fahrt mit dem Mund abfangen — bei Fehlern gab es sofort zehn Strafsekunden.

Schörjer-Fahrer Krohn erläuterte augenzwinkernd: „Das Los hat entschieden, auf den Schubkarren sind die Sommerreifen aufgezogen. Das spart immerhin 80 Gramm an Gewicht ein.“ Nachdem an den Vorjahresmodellen einige Blessuren entstanden waren, hatte die Renngemeinschaft extra drei neue Geräte angeschafft. Den Zaungästen war der Respekt vor dieser ungewöhnlichen Rennsportart anzumerken. Auch wenn das Reglement ausdrücklich kurzentschlossene Teilnehmer aus den Reihen der Zuschauer erlaubte, traute sich niemand so recht. Zacharias Papadopoulos aus Baesweiler meinte: „Es wirkt wirklich sehr anstrengend. Ich glaube, ohne Übung könnte man auch mal die Kontrolle verlieren.“

„Einfach ein gelungener Sonntag“

Da ließ man sich aus Sicht der Fans doch lieber das erste Eis des Jahres schmecken. Passend zum Event hatte der Gewerbeverband Baesweiler unter den beiden Vorsitzenden Gabriela Sieberichs und Frank Feldeisen einen verkaufsoffenen Sonntag angemeldet. Die Berechtigung stellte ob des großen Andrangs beim Rennen diesmal keinerlei Probleme dar. In Bezug auf die Organisationsarbeiten sah Feldeisen einen großen Fortschritt im Vergleich zum letzten Jahr: „Es ist dieses Jahr vieles flüssiger verlaufen, da man mehr Erfahrung hatte. Die Schörjer haben abermals ein grandioses Event organisiert, wir haben den passenden Rahmen hierzu geschaffen.“ Sieberichs ergänzte: „Alle Mitglieder des Gewerbeverbands haben mitgezogen. Sogar einige Nicht-Mitglieder haben heute geöffnet.“

Auch die Besucher der Baesweiler Fußgängerzonen waren ob des vielfältigen Angebots sichtlich begeistert. „Wir haben tolles Wetter, schöne Einkaufsmöglichkeiten und eine gigantische Show auf dem Reyplatz — einfach ein gelungener Sonntag“, freute sich Mandy Endreß aus Setterich.

Für die jungen Zuschauer wird das Schubkarren-Rennen sicherlich zu einer neuen Trendsportart. Das Rennen wurde als klassisches Zeitfahren durchgeführt. „Jedes Team hat in der Vorrunde zwei Versuche. Die schnellsten sechs kommen ins Finale“, erklärte Sascha Latten vom Rennkomitee. Während sich Vorjahressieger Krohn zusammen mit seinem Partner Pascal Bauer als „Team Schörjer“ im ersten Lauf noch schwer tat, drang man mit einem guten zweiten Lauf zusammen mit den Teams der Jugendfeuerwehr, der Narrenzunft, der Trommler (zweifach vertreten), und der Lovericher Delegation ins Finale vor. Trotz der zum Teil waghalsigen Manöver auf der Piste war die Sicherheit immer im Blick der Verantwortlichen.

Die Zaungäste wurden mittels Absperrungen auf Abstand gehalten, die „Boxengasse“ war nur für Teams zugänglich. Zusätzlich befand sich mit Sven Hohenbild als „Aua-Bus“ für den Fall der Fälle direkt schnelle Hilfe auf der Strecke. Das menschliche „Safty-Car“ musste jedoch anders als bei den großen Vorbildern in Melbourne nicht zum Einsatz kommen. Im packenden Finale machten Krohn und Bauer den zweiten Sieg im zweiten Rennen perfekt und verwiesen die Teams der Trommler und der Narrenzunft auf die Plätze. Da Krohn noch unmittelbar vor dem Finale hatte verlauten lassen, dass man einige Bananenschalen versteckt habe, um die Konkurrenz zu behindern, musste die Rennkommissare nochmals aktiv werden. Es wurde aber nichts gefunden.

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