Herzogenrath: Schöner Schauplatz für gelebte Geschichte

Herzogenrath: Schöner Schauplatz für gelebte Geschichte

Metall scheppert auf Metall. Lange Gewänder flattern. Mit harten Schlägen und schnellen Ausweichmanövern versuchen zwei Ritter sich gegenseitig zu entwaffnen. Was die Schwertkämpfer der Limburger Ritterschaft am Sonntag beim Herzogenrather Burgfest auf der Bühne nachspielten, könnte sich so vor ein paar Hundert Jahren tatsächlich am Fuß der Burg Rode zugetragen haben.

Ochs, Eber oder Zwerg heißen die genau festgelegten Schläge, mit denen die Ritter ihre Zuschauer zum Staunen bringen. Die Limburger Ritterschaft hat ihren Stammsitz erst seit kurzem auf Burg Rode. Dass sie beim Burgfest mitmachen, ist für sie Ehrensache. Denn was würde besser zu solch einem Fest passen?

„Die Ritter sind das i-Tüpfelchen”, erklärt Ernst Stirnberg, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Burg Rode, „das sind Ritter zum Anfassen, die gehören einfach zur Burg”. Auch für die Limburger Ritter ist die Burg über Herzogenraths Dächern ein imposanter Schauplatz für ihre „gelebte Geschichte”. Ritter Sharax von Morungen: „Das ist schon toll. Vor so einem historischen Gemäuer können wir das Mittelalter richtig zum Leben erwecken.”

Aber nicht nur den rasanten Schlagabtausch mit Schwertern gab es zu bestaunen. Beim historischen Jahrmarkt auf der Burg konnten sich die Besucher ansehen, wie früher Papier geschöpft wurde, wie Brot gebacken oder wie Kleidung aus selbstgewebten Stoffen oder Leder hergestellt wurde.

Nach dem Ausflug in Mittelalter holte die Hip-Hop-Gruppe des Herzogenrather Turnvereins die Zuschauer im Burggarten wieder in die Gegenwart zurück. Die Mädchen zeigten eine äußerst energiegeladene Choreografie.

Während sich auf der Burg Mittelalter und Moderne mischten, konnten die Besucher beim Tag „Rund um die Burg” durch Herzogenraths Straßen bummeln. An zahlreichen Ständen gab es Schönes, Ausgefallenes und Nützliches. Die Geschäfte der Innenstadt präsentierten ihre Waren und Dienstleistungen beim verkaufsoffenen Sonntag. Auch viele Vereine wie die Sportvereinigung Straß, das THW oder die DLRG präsentieren sich den Interessierten.

„Es ist immer wieder spannend, wie die Menschen von der Stadt zur Burg und umgekehrt strömen”, sagt Ernst Stirnberg, „das greift ineinander”. Burggarten und Straßen waren prall gefüllt mit Besuchern - ein Zeichen dafür, dass das Gemeinschaftsprojekt von Stadt, Kuratorium Burg Rode und Gewerbeverein funktioniert. „Wir freuen uns über die vielen Besucher und darüber, dass das Programm ankommt”, sagt Stirnberg.

Auf der Bühne im Burggarten sorgten derweil die Kohlscheider „Mafia” und der Harmonieverein St. Cecilia aus dem niederländischen Eygelshoven für beste Stimmung bis in den frühen Abend.

Wer nach den mittelalterlichen Darbietungen der Limburger Ritterschaft und der Handwerker auf dem historischen Jahrmarkt noch nicht genug Geschichte erlebt hatte, konnte an einer Burgführung teilnehmen. Dabei waren die Limburger Ritter natürlich auch entscheidend mit von der Partie.

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