Herzogenrath: Radschnellweg: Machbarkeit wird geprüft

Herzogenrath: Radschnellweg: Machbarkeit wird geprüft

Ein Radschnellweg zwischen Aachen und Herzogenrath mit Anbindungen nach Kerkrade und Heerlen soll die vielbefahrene Ortsdurchfahrt Kohlscheid (Roermonder Straße/L 232) entlasten.

Dieser gemeinsame Vorschlag von Stadt Aachen, Stadt Herzogenrath, Gemeinde Kerkrade, Gemeinde Heerlen, Parkstadt Limburg, Provinz Limburg und Städteregion Aachen gehörte im vergangenen Jahr zu den Gewinnern eines Landeswettbewerbs und profitiert deshalb von einer 80-prozentigen Landesförderung. Der Städteregionsausschuss hat jetzt die Vergabe der Potenzialanalyse und die Machbarkeitsstudie beschlossen. Kritiker (siehe Box) halten die weit über 200.000 Euro teuren Planungskosten und Baukosten von 15 Millionen Euro für eine Fehlinvestition.

Blick über die Grenze

Die niederländischen Nachbarn setzen bereits seit den 80er Jahren auf die Strategie, Radschnellwege zur Stauvermeidung zu bauen. Sie haben dabei auch wirtschaftliche Gründe im Blick, denn ein Radschnellweg ist bei vergleichbarem Effekt wesentlich günstiger und umweltverträglicher als eine Umgehungsstraße. Das Land Nordrhein-Westfalen greift diese Entwicklung auf und will in den nächsten Jahren zunächst fünf Radschnellwegprojekte fördern. Darunter befindet sich auch der grenzüberschreitende Vorschlag eines Radschnellwegs von Aachen-Zentrum über Richterich und Kohlscheid bis in das Zentrum von Herzogenrath. Dieser soll die Bedingungen für den Radverkehr erheblich verbessern und Menschen so zum Umstieg auf das Fahrrad oder E-Bike motivieren. Dadurch könnten die verkehrlichen Engpässe in der Ortsdurchfahrt Kohlscheid deutlich entschärft werden. Doch weil auch der Radschnellweg einen Eingriff in Natur und Landschaft darstellt, wird aktuell schon eine Umweltverträglichkeitsstudie durchgeführt. Darüber hinaus haben die Mitglieder des Städteregionsausschusses jetzt das Ingenieurbüro Berg und Partner aus Aachen mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Zum Gesamtauftrag gehören neben Grundlagenermittlung und Vorplanung auch Konzepte für Kommunikation und Bürgerbeteiligung.

Die vom Land NRW geforderte Potenzialanalyse inklusive einer Kosten-Nutzen-Betrachtung wird vom Düsseldorfer Ingenieurbüro PTV Transport Consult GmbH durchgeführt. Sie soll Hinweise darauf geben, ob die Kosten für den Radschnellweg aus volkswirtschaftlicher Sicht zu rechtfertigen sind. Das Projekt soll mit einer umfangreichen Bürgerbeteiligung flankiert werden. Hierzu sollen Bürgerworkshops und Ortstermine organisiert werden. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wird aus diesem Grund ein Konzept zur Kommunikation und zur Bürgerbeteiligung entwickelt.

Für die Linienführung des Radschnellwegs sollen mehrere Varianten erarbeitet werden, an denen die Bürger mitwirken. Auf der Internetseite der Städteregion sollen die verschiedenen Unterlagen rund um das Projekt bereitgestellt werden. In einem ersten Schritt wird das Projekt in Kürze in die Beteiligungsplattform www.unserac.de eingestellt. Dort kann jeder Anregungen und Bedenken äußern und sich an der Diskussion beteiligen. Die Aachener Stiftung Kathy Beys hat die Plattform entwickelt und wird eine neutrale Moderation übernehmen.

(red)
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