Würselen: „Pussy Terror”: Caroline Kebekus spricht Klartext

Würselen: „Pussy Terror”: Caroline Kebekus spricht Klartext

Wenn anderen die Schamesröte ins Gesicht steigt, fängt bei Carolin Kebekus der Spaß erst an. Die Frau hat Stil. Zugegeben ihren ganz eigenen, wie sie jetzt auch im restlos ausverkauften Alten Rathaus unter Beweis stellte. „Pussy Terror” heißt ihr Programm.

Klingt eingängig - und ist es auch. Und zwar so schön, dass Carolin Kebekus gleich eine Single draus gemacht hat. Die gibt es als Opener - live gesungen und gerappt mit Schirmmütze und Pilotenbrille.

Die 30-Jährige aus Porz gehört zu den neuen Sternen am Comedy-Himmel. Und vor ihrer kölschen Schnodderschnauze ist wirklich niemand sicher. Weder Claudia Effenberg - „Wieso kenn ich die eigentlich!?” - noch Natascha Ochsenknecht.

Macht Lust auf mehr

Ein Mundwerk wie ein Maschinengewehr. Dabei spielt Kebekus gekonnt mit den Gegensätzen. Denn wer die hübsche Kölnerin so sieht, traut ihr erstmal gar nichts Böses zu. Doch das Leben im Ghetto hat sie geprägt. Porz eben, falsche Rheinseite noch dazu. Das hat den „Bushido von der schäl Sick” - Kebekus über Kebekus - hart gemacht.

Zu sich und zu anderen. Deshalb lässt sie auch in ihrem ersten Bühnenprogramm nichts aus. Weder das „Fernsehen von Asozialen für Asoziale” noch andere heikle Themen - die „Frau mit dem Menstruationshintergrund” packt jedes noch so heiße Eisen an. Aber erst nach einem Mettbrötchen mit ordentlich Zwiebeln drauf. Von wegen Marmelade zum Frühstück. „Ich brauch Fleisch!”

Klar, wer auf feinsinniges, leises Kabarett steht, ist bei Carolin Kebekus falsch. Sie redet Klartext. Übers Fernsehen, Frauen und Männer sowie falsche Vorbilder. „Diese Schauspielerinnen mit Botox - was soll das eigentlich? Die legen ihre Mimik mit Gift lahm. Super! Das ist genauso, als wenn sich ein Schreiner die Hände abhackt.”

Aber nicht nur andere kriegen ihr Fett weg. Carolin Kebekus enthüllt auch Geheimnisse aus ihrem Leben. Denn einen Schönheitsfehler hat das „echt kölsche Mäddche”: Sie wurde in Bergisch-Gladbach geboren. „Aber ich war nur eine Stunde da!”

Im Alten Rathaus blieb sie länger, nach stürmischem Applaus gab es noch eine Zugabe oben drauf. Chapeau, Frau Kebekus. Das erste Soloprogramm macht Lust auf mehr.