Projekt Wohnpflegeheim in Baesweiler: Bürgermeister macht sich stark

Standort Stegerhüttestraße : Bereits erste Anregungen für geplantes Seniorenheim berücksichtigt

Technische Dezernentin Iris Tomczak-Pestel erinnerte daran, dass bereits im Jahre 2014 auf Basis von Bürgerworkshops besagte Fläche Thema war, als es um den Wunsch nach Generationenwohnen und Innenraumverdichtung ging.

„Wir können nicht alles aufs freie Feld setzen“, sagte Bürgermeister Dr. Willi Linkens (CDU). Im vorliegenden Fall ging es um eine zentrale Lage und kurze Wege.

Als zweite Option ging es um ein Areal im Bereich Kück-, Frings- und Maarstraße, das aber im Eigentum mehrerer Privatleute ist. Recht kurzfristig könne nur auf den jetzt in Rede stehenden Bereich dem Bürgerwunsch und dem von der Städteregion festgestellten Bedarf an Seniorenplätzen Rechnung tragen, denn die Grundstücke seien im Besitz der Stadt und der zur Kooperation bereiten Kirche.

Zur Kritik von Anwohnern, die ihr Wohnumfeld beeinträchtigt sehen, sagte Linkens: „Ich kann das Interesse der Anlieger nachvollziehen. Aber es ist Aufgabe der Stadt, darüber hinaus zu schauen und andere Aspekte mit zu berücksichtigen und abzuwägen.“ Im vorliegenden Falle gehe es um soziale Belange und die Unterbringung von Senioren. „Ich möchte nicht, dass ältere Baesweiler anderswo hingehen, weil in der Stadt nicht ausreichend Plätze vorhanden sind.“ Tomczak-Pestel ergänzte: „Es geht um Daseinsfürsorge.“

Freiwillig habe die Stadt über das rechtlich zulässige vereinfachte Verfahren im Zuge der Aufstellung eines Bebauungsplans mehr Prüfungen angestoßen, so zum Beispiel einen Umweltbericht, und stelle nun am Dienstag, 22. Januar, im Bau- und Planungsausschuss die Gutachten vorab im Entwurf vor. Beginn der Sitzung ist um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Baesweiler.

Normalerweise würden vor der eigentlichen Offenlage für die Bevölkerung noch die Anmerkungen der Träger öffentlicher Belange eingearbeitet. „Die vorzeitige Offenlage machen wir aufgrund des allgemeinen Interesses“, so die Technische Dezernentin.

„Der Investor muss zwar die Gutachten beauftragen und bezahlen. Er hat sie aber nicht ausgewählt. Das hat die Stadt getant“, legt Linkens Wert auf Neutralität.

Abstand zur Bebauung vergrößert

Schon jetzt seien Erkenntnisse durch Anmerkungen in die Vorüberlegungen eingeflossen. So sei die Zufahrt zum Gelände geändert worden, um neben der Hainbuche auch einen zweiten gegenüberstehenden großen Baum entsprechend zu berücksichtigen. Der Abstand zur vorhandenen Bebauung sei vergrößert worden. Die für die Heimbewohner vorgesehenen Aufenthaltsbereiche wurden „hinter“ das zu bauende Seniorenheim Richtung Schugangsgasse verlegt.

Das Gebäude wurde generell auf Zweigeschossigkeit begrenzt. Ein Staffelgeschoss sei nur partiell zulässig, betonte Tomczak-Pestel. Des Weiteren wurden die „Bodeneingriffe reduziert“. Der Baukomplex werde also nur teilweise unterkellert. Mit Blick auf die Hirschkäferpopulation würden zusätzliche Totholzbereiche geschaffen, so auf dem nahen Friedhof, der auch als Park diene. Vorhandene Hecken würden durch zusätzliche Anpflanzungen aufgewertet.