Alsdorf: Private Blühflächen sollen weiter wachsen

Alsdorf : Private Blühflächen sollen weiter wachsen

Es war ein Anruf, den man nicht alle Tage erhält. Als zu Beginn des Jahres das Telefon der grünen Ratsfraktion läutete, meldete sich Markus Jansen mit einem außergewöhnlichen Anliegen. Ihm gehöre ein kleines Stück Acker an der Urftstraße in Busch, das er gerne in eine Blühfläche umwandeln würde. Die Fraktion um den Vorsitzenden Horst-Dieter Heidenreich war sofort Feuer und Flamme für das Projekt.

Ein paar Wochen später stehen Heidenreich und einige Kollegen seiner Partei auf dem Buscher Acker. Der unvorhergesehene Wintereinbruch erschwert die ersten geplanten Pflanzungen auf dem Gelände — Eisblumen sind bislang das einzige, was hier blüht. Zusammen mit Franz Josef Emundts vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will er die Idee von Jansen, der an diesem Tage leider verhindert ist, schrittweise umsetzen.

Brutplätze für Singvögel

Mit Spaten wird der gefrorene Boden bearbeitet. Als erstes pflanzt das kleine „Expeditionskommando“ bei Schneegestöber und eisigen Böen eine Heckenreihe entlang der Grenze zum benachbarten Umspannwerk. Das Wetter beeinflusse die Pflanzen nicht — im Gegenteil: „Die Gewächse müssen jetzt in den Boden, sonst wird es zu spät“, erläuterte Hartmut Malecha, Sprecher der Alsdorfer Grünen. Die Mischung unter anderem aus Weißdorn und Wallhecke schafft später sichere Brutplätze für Singvögel.

Darüber hinaus werden vier neue Eschen weiteren neuen Lebensraum und Nahrung für Insekten und Vögel schaffen — ein Kernanliegen von Spender Jansen. Insbesondere durch seine Tätigkeit als Präsident des Imkervereins „Bienenfreunde Euregio AC“ ärgerte ihn der allgemeine Grünschwund und das folgende Insektensterben in Alsdorf schon lange. Alle Beteiligten sind sich einig, „mit der Natur arbeiten zu wollen“ — die neue Hecke soll beispielsweise auch als Sichtschutz zum „Industriepanorama“ des Umspannwerks dienen.

Als nächste Schritte sollen alte Obstbaumsorten an der Urftstraße wieder eine Heimat finden. Heidenreich rechnet in den kommenden Monaten mit gewissen „Kollateralschäden“ durch Wühlmäuse, die die Wurzeln der Pflanzen anfressen. Nachpflanzungen sind eingeplant. Gegen die Nager möchte man Mauswiesel auf dem Gebiet ansiedeln. Mit Nistkästen soll die Population konstant gehalten werden. Gefahr für geparkte Autos besteht dagegen keine. Anders als der Steinmarder findet das Mauswiesel keinerlei Interesse an Gummischläuchen.

Noch viel Arbeit

Nach anderthalb stunden war die erste „Expedition“ erfolgreich beendet. Heidenreich, Emundts und Jansen planen für die Zukunft ebenfalls eine Kooperation mit den anliegenden Kindergärten Moselstraße und Annapark. Als Naturressort, Spielfläche und Lernort sei dies eine ungeahnte Chance für die Bildungseinrichtungen. Bis es soweit ist, wartet auf die Hobby-Gärtner aber noch viel Arbeit.

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