Würselen: Prinz Heinz V., Jungfrau Trude und Bauer Mim erobern das Rathaus in Würselen

Würselen: Prinz Heinz V., Jungfrau Trude und Bauer Mim erobern das Rathaus in Würselen

Kurz und schmerzlos erfolgte die Erstürmung und Übernahme des Würselener Rathauses am Fettdonnerstag. Dabei hatte das nichts mit den Minustemperaturen zutun, die am Morgen auch in der „Düvelstadt“ herrschten. Bei herrlichstem Sonnenschein lud das Rathaus in diesem Jahr sogar mit „offenen Türen“ ein. Die Gegenwehr der Rathaustruppe war minimal.

Doch bevor das Trifolium mit Prinz Heinz V. (Paffen), Jungfrau Trude (Klever) und Bauer Mim (Michael Vonz) mit seinem Gefolge gegen 11 Uhr von der Kaiserstraße auf den Morlaixplatz einbog, hatten sie schon drei Auftrittsstunden hinter sich. Frohsinn und Freude hatten sie bereits im Seniorenheim und in verschiedenen Schulen verbreitet, bevor sie sich anmachten, den Amtssitz von Bürgermeister Arno Nelles zu erobern. Traditionell wollten sie ihm den gelb-grünen Stadtschlüssel entreißen, um bis zum Aschermittwoch über die rund 40.000 Würselener zu regieren.

Sturm auf das Würselener Rathaus: Die närrische Streitmacht rückt samt Kanone an. Der Morlaixplatz mutiert zur Sesamstraße. Foto: Sevenich

Zunächst hatten die Jecken aber den Eindruck, sich verlaufen zu haben. Denn der Morlaixplatz hieß plötzlich nicht mehr so. In großen Lettern prangerte über dem Rathausportal „Sesamstraße“. Und so gesellten sich auf dem Balkon zu Ernie und Bert zahlreiche Krümelmonster. Sogar Kermit, Bibo, Graf Zahl und Schlehmil waren angetreten, das Rathaus zu verteidigen. Aber auch zwei ältere Herren schienen sich verlaufen zu haben: aus der Muppet-Show waren Waldorf und Statler in die Sesamstraße gekommen.

Sturm auf das Würselener Rathaus: Die närrische Streitmacht rückt samt Kanone an. Der Morlaixplatz mutiert zur Sesamstraße. Foto: Sevenich

Bürgermeister Arno Nelles und Beigeordneter Roger Nießen mimten die Grotzköpfe des Theaterbalkons so täuschend echt, das sich Prinz Heinz V., Jungfrau Trude und Bauer Mim ihren Wortbeiträgen zunächst ausgesetzt sahen. Auch die Bollerschüsse des Kanoniers der Prinzengarde imponierten den Rathaus-Puppen nicht. Da bedurfte es schon aller Männlichkeit von Bauer Mim, der sich als Erstes auf die Bürgermeisteretage wagte, aber schließlich dem Waldorf-Bürgermeister den Stadtschlüssel entriss: Würselen befindet sich seither in Narrenhand. Spöttisch war zu vernehmen, dass sich am vorherigen Zustand dadurch allerdings nichts geändert habe …

Sturm auf das Würselener Rathaus: Die närrische Streitmacht rückt samt Kanone an. Der Morlaixplatz mutiert zur Sesamstraße. Foto: Sevenich

Den Sonnenschein nutzten die Stürmenden dann noch aus, um ein wenig mit den „Wöschelter Prinzen“ auf dem Morlaixplatz weiter zu feiern, auch wenn das Dreigestirn hurtig weiterreiste mit dem Fettdonnerstagsexpress durch Würselen. Das Komitee Würselener Karneval indes hatte in der Aula des städtischen Gymnasiums bereits wieder alles vorbereitet für eine große, ausgelassene und fröhliche Altweiber-Party.

(fs)
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