"Powerman Alsdorf": Duathlon startet am Morgen des 14. Aprils

„Powerman Alsdorf“ 2019 : Der Anspruch ist höher, der Weg weiter

Erstmals steht beim „Powerman Alsdorf“ die Mitteldistanz an. Stadt und Veranstalter wollen zeigen, dass sie bereit sind für die Europameisterschaft 2020.

Ob mit dem kommenden Powerman Alsdorf Verkehrsbehinderungen verbunden sein werden? Hängt davon ab, von welcher Warte aus man die Sache betrachtet. Für Autofahrer – sicher. Immerhin werden etliche Straßen in Alsdorf und Umgebung für mehrere Stunden komplett dicht gemacht, selbst Bundesstraßen. Wer auf dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, wird sich besser entfalten können. Freie Bahn gilt jedoch exklusiv für jene Radler und Läufer, die sich am Sportgroßevent beteiligen. Was wiederum nicht bedeutet, dass der Betrieb auf den Strecken überschaubar bleibt.

Dieses Mal ohne Jugend

Rund 750 Sportlerinnen und Sportler sind angemeldet, der Powerman Alsdorf – für Unwissende: ein Duathlon – ist ausgebucht. Kein Startplatz wird am Renntag (Sonntag, 14. April) frei bleiben. Tatsächlich aber gehen weniger Sportler an den Start, als im vergangenen Jahr. 2018 waren es 1010 Athleten, allerdings nur, weil auch Jugendliche gestartet waren. Das ist bei dieser Ausgabe nicht vorgesehen.

Dennoch: Das Sportevent legt zu. In der Qualität der Strecke etwa – vorbereitet sind ein 2,5 Kilometer langer Lauf-Rundkurs, der über Bahnhofstraße und Annapark führt mit Start und Ziel am Denkmalplatz sowie eine 19,55 Kilometer lange Radstrecke, die Herzogenrather, Übach-Palenberger und Baesweiler Gebiet anschneidet. Start/Ziel und die Wechselzone liegen ebenfalls in der Alsdorfer Innenstadt.

Distanz geht an die Substanz

„Es ist eine Wahnsinns-Errungenschaft, so eine Strecke realisieren zu können“, sagt Till Schramm, Profi-Triathlet aus Köln. Das Programm werde stramm, sagt Schramm: 10 Kilometer Laufen, 60 Kilometer Radfahren und dann wieder 10 Kilometer Laufen, das gehe an die Substanz. Schramm ist Teil eines Starterfeldes, das in der aktuellen Ausgabe ebenfalls massiv an Qualität gewonnen hat.

Auf der 2,5 Kilometer langen Laufstrecke in Alsdorfs Innenstadt werden Runden gedreht, bis die geforderte Distanz absolviert ist. Foto: ZVA/Heinen, Thomas

Der Elite-Duathlet Daan de Groot, niederländischer Meister über die Mitteldistanz, erzählt, er habe sich eigentlich vorgenommen seinem Nationalcoach in Alsdorf zu zeigen, in welch guter Form er sich vor den Europameisterschaften in Dänemark befindet. Das, so habe er nach einem Blick auf die Starterliste gesehen, könne sich aber schwieriger gestalten als zunächst gedacht.

Unter den 750 gemeldeten Teilnehmern befinden sich 42 Profis, Elite-Athleten, die zum Teil aus Australien, Brasilien und Malaysia anreisen. Im Grunde handle es sich um das Teilnehmerfeld einer Europameisterschaft, stellt Racedirector Patrick Thevis fest.

Vieles ist bei dieser Ausgabe des Powerman Alsdorf neu. Erstmals kommt beispielsweise eine Penalty-Box zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen Bereich an der Strecke, in dem Sportler eine Zeitstrafe absitzen können. Sie macht das Rennen und vor allem den Zieleinlauf für Zuschauer spannender. Ohne eine solche Penalty-Box würden Zeitstrafen, die bei nicht erlaubten Aktionen verteilt werden – Laufen im Windschatten eines Anderen zum Beispiel –, im Nachhinein erst von der herausgelaufenen Zeit abgezogen. Ergo wäre der Erste, der die Ziellinie überläuft, nicht zwangsläufig auch der Sieger. Erstmals wird es bei dieser Ausgabe auch zwei Verpflegungsstationen geben statt wie zuvor nur eine. Nun gibt es eine an der Laufstrecke und eine an der Radstrecke. Weitere Neuerung: Den Sportlern wird ein Massageservice zur Verfügung stehen. Die Siegerehrung wird, auch das ein Novum, in der Stadthalle abgehalten, um für das passende Ambiente und einen gebührenden Rahmen sorgen zu können.

Neu ist auch, dass der Wettkampf über die Mitteldistanz bestritten wird. Was der Marathon-Club Eschweiler ausrichtet, sind die Deutschen Meisterschaften über die Distanz 10 Kilometer Laufen und 20 Kilometer Radfahren sowie 20 Kilometer Laufen und 60 Kilometer Radfahren. Die Sportler, die über die längere, „Powerman Classic“ genannte Variante antreten, starten um 8.20 Uhr, die Teilnehmer des „Powerman Sprint“ um 10 Uhr. Ausrichter ist der Marathon-Club Eschweiler.

Der Ausbau in der Qualität des Events geschieht mit einer ganz bestimmten Zielrichtung. Im kommenden Jahr, so hofft und will es Thevis, sollen in Alsdorf die Europameisterschaften stattfinden. Ein Gedanke, an den sich Alfred Sonders, Alsdorfs Bürgermeister, sicher auch gewöhnen könnte. Schon jetzt bedeute der Duathlon, der seit zwei Jahren zur internationalen Powerman-Serie gehört, einen großen Imagegewinn für die Stadt – „Man redet über Alsdorf“ –, und mit Blick auf die Hotellerie sei es außerdem ein wirtschaftlicher Faktor. Die Stadt sei ausgebucht, man rechne mit 300 Übernachtungsgästen.

Mehr als 2000 Zuschauer erwartet

Und mit insgesamt mehr als 2000 Zuschauern. Um verkehrliche und sicherheitsrelevante Fragen im Zusammenhang mit dem Powerman bereits im Vorfeld zu klären, haben sich der Landesbetrieb Straßen NRW, Feuerwehren, Polizei, Ordnungsamt und Rettungsdienst im Vorfeld in mehreren Runden zusammengesetzt und besprochen. Bei einer Europameisterschaft werde das aber eine andere Nummer, sagt Sonders. Eine andere Nummer nicht nur beim Aufwand. Aber John Raadschelders, Präsident des Powerman, sieht in Alsdorf Qualitäten, die eine Umsetzung möglich erscheinen lassen. „Die Energie ist da. Die Partnerschaft ist da.“

Mit anderen Worten ausgedrückt könnte das etwa heißen: Das Engagement der Ausrichter vom Eschweiler-Marathon Verein stimmt in seinen Augen ebenso wie das Engagement der Sponsoren, die den Duathlon zum Teil schon seit etlichen Jahren mit finanzieller Unterstützung überhaupt erst möglich machen, allen voran die Spedition Dachser. Wichtig, weil neben dem Organisatorischen auch eine nicht unerhebliche Geldsumme zur Umsetzung einer Sportveranstaltung dieser Größe nötig ist. „Aber Geld ist ein Punkt, mit dem die Stadt nicht dienen kann“, sagt Sonders.

Zuversicht allenthalben

Wie stehen sie also nun, die Chancen auf eine EM 2020 in Alsdorf? Raadschelders ist im Grunde ganz guter Dinge, sagt er, auch wenn es starke Konkurrenz um eine Bewerbung gebe. In diesem Jahr seien 100 Teilnehmer aus dem Ausland dabei. Sollte die Europameisterschaft nach Alsdorf kommen, würden es im kommenden Jahr mindestens 400 bis 500 werden. Thevis blickt mit mehr Zuversicht ein Jahr in die Zukunft, lehne sich weiter aus dem Fenster, sagt er: „2020 sind wir einfach dran.“ Und der Racedirector fügt an: „Wir haben noch rund zwei Wochen bis zum Event, so langsam steigt bei uns allen die Anspannung.“

Mehr von Aachener Nachrichten