Würselen: Poller sollen Autofahrer vom Markt in Würselen fernhalten

Würselen : Poller sollen Autofahrer vom Markt in Würselen fernhalten

Teuer zu stehen kommt die Stadt Würselen die Unvernunft von Autofahrern im Bereich des zentral gelegenen Marktes. Mittlerweile ist zwar das Überfahren und Beschädigen der Wasserrinne durch Findlinge unterbunden worden, aber gerade über den querenden kombinierten Fuß- und Radweg dringen Unvernünftige mit ihrem Wagen immer wieder bis zu „gastronomischen Einrichtungen“ vor und parken dort auch.

Dadurch werden Fußgänger und Radfahrer erheblich gefährdet, wie es seitens der Verwaltung hieß. Um das zu verhindern, sollen zusätzlich zu den vorhandenen festen Pollern auf jeder Seite der Straße zwei versenkbare installiert werden, wie es jetzt SPD- und FDP-Fraktion im Technik- und Bauausschuss beantragt hatten.

„Damit die Betriebe beliefert werden können und Anwohner ihre Grundstücke erreichen, soll das Befahren für Befugte möglich bleiben“, heißt es dazu im Antrag. „Pollerschlüssel“ sollen an Berechtigte ausgegeben werden. Die Installation der „mobilen“ Poller inklusive elektrische Leitungen wird die Stadt rund 50.000 Euro kosten. Das Geld muss im aktuellen Etat anderswo eingespart werden. Oder aber das Projekt wird im nächsten Haushaltsjahr umgesetzt.

Beim Umbau von Wilhelm-, Krott- und Friedrichstraße bis hin zum Willy-Brandt-Ring in Würselen ist zu befürchten, dass auf die Besitzer der anliegenden Häuser teilweise erhebliche Kosten zukommen, wie jetzt bei der Vorstellung der Varianten im Ausschuss deutlich wurde.

Die Stadtverwaltung wird als nächsten Schritt die Beteiligung der Bürger organisieren. Dazu gehört eine Informationsveranstaltung. Da soll auf Wunsch des Ausschusses möglichst genau mitgeteilt werden, was auf die Anlieger zukommen wird. Es geht um Gesamtkosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro, davon betragen die reinen Baukosten 1,5 Millionen Euro. Da allerdings erst nach Abwägung der Eingaben (Kritik und Anregungen der Betroffenen) die endgültige Planung erfolgt, dürfte es noch dauern, bis die genaue Höhe der Belastung der Anlieger festliegt.

Entlastend wird sich auswirken, dass dieser Straßenzug eine Hauptverkehrsstraße ist und im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG ) durch das Land gefördert wird, wie Erster und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen sagte.

Allerdings trifft die Anliegerbeteiligung die Hausbesitzer an der Wilhelmstraße im wahrsten Sinne des Wortes doppelt. Üblicherweise wird gemäß Kommunalabgabengesetz der individuelle Eigenanteil anhand der Grundstücksbreite (laufende Meter) ermittelt. Da die Wilhelmstraße wegen der alten Bahntrasse und dem dort nun in einem Grünzug verlaufenden Radweg nur an einer Seite mit Häusern bebaut ist, reduziert sich entsprechend die Zahl der Grundstückseigentümer, auf die der Finanzierungsanteil zu verteilen ist. Dies wurde im Bauausschuss erkannt. Aber die Verhältnisse seien eben so, hieß es.

Das von der Stadt beauftragte Ingenieurbüro Geha hat drei Varianten für den umzubauenden Bereich Wilhelm-, Krott- und Friedrichstraße bis Willy-Brand-Ring entworfen. Diese unterscheiden sich nur durch die Anordnung der Parkplätze und die Größe der Bushaltestelle. „Aufgrund des zur Verfügung stehenden begrenzten Straßenquerschnittes sind die gestalterischen Möglichkeiten begrenzt“, lautet die Begründung.

Förderbedingung nach GVFG ist, dass auf dieser Hauptverkehrsstraße 50 Stundenkilometer zugelassen wird. Weitere Eckpunkte sind Ausweichstellen für die Aseag, Haltestellen im oberen Bereich Wilhelm-/Friedrichstraße, Hol- und Bringzonen für Schüler sowie keine Grünflächen innerhalb des Verkehrsraumes, da mit dem angrenzenden Radweg der Straßenzug genügend Grünflächen aufweist.

Ziel ist, möglichst viele Parkplätze zu erhalten. Aber unterm Strich muss der Parkraum reduziert werden, wie mit Verweis auf einzuhaltende Planungs- und Bauvorschriften erklärt wurde. Während derzeit das „ungeordnete Parken“ Raum für rund 100 Fahrzeuge bietet, werden es nach Umbau je nach Variante nur noch zwischen 78 und 87 sein. Das wurde zwar durch Ausschussmitglieder kritisiert, aber eine Alternative wurde nicht aufgezeigt.

Mehr von Aachener Nachrichten