Baesweiler: Politik macht Weg für Stolpersteine frei

Baesweiler: Politik macht Weg für Stolpersteine frei

Die Vertreter aller Fraktionen waren sich im Kulturausschuss einig: Auch im Baesweiler Stadtgebiet sollen künftig die sogenannten Stolpersteine an diejenigen Menschen erinnern, die vom nationalsozialistischen Terrorregime verhaftet, verschleppt und ermordet wurden.

Einem entsprechenden Antrag der SPD stimmten sämtliche Mitglieder zu.

Ein besonderes Dankeschön galt den Geschichtsvereinen Baesweiler und Setterich, die für das Stolperstein-Projekt bereits hervorragende Vorarbeit geleistet und die Namen von insgesamt 44 jüdischen NS-Opfern recherchiert haben. „Es ist sehr wichtig, die Einzelschicksale deutlich zu machen“, präzisierte Bürgermeister Dr. Willi Linkens in der Ausschusssitzung. „Deshalb ist das Verlegen von Stolpersteinen auch in unserer Stadt eine äußerst sinnvolle Sache.“

Linkens regte — wie auch die Vertreter der Fraktionen — an, die in den Gehweg eingelassenen Messing-Gedenktafeln nicht auf einmal sondern etappenweise zu in-stallieren. „Wir haben keinen Zeitdruck und sollten das über mehrere Jahre verteilen.“ Beginnen könne man beispielsweise mit Stolpersteinen für die jüdischen Familien Falke (Breite Straße) und Randerath (Bahnhofstraße), deren Schicksale auch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem dokumentiert seien.

Finanziert werden sollen die Gedenktafeln, die der Kölner Künstler Gunter Demnig europaweit bereits mehr als 32 000-mal installiert hat, mit Hilfe von Sponsoren. Auch das fand im Kulturausschuss großen Anklang. Die FDP sagte kurzerhand zu, eine Patenschaft für einen der Stolpersteine übernehmen zu wollen, und auch die Grünen wollen sich engagieren. Alfred Mandelartz (SPD) schlug vor, noch in diesem Jahr den ersten Stolperstein verlegen zu lassen, zumal sich die sogenannte Reichspogromnacht im kommenden November zum 75. Mal jährt.

Wolfgang Scheen (CDU) bat allerdings darum, zuvor mit den jeweiligen Anliegern, die heutzutage dort leben, wo früher die NS-Opfer gewohnt hatten, in Kontakt zu treten und mit ihnen über die geplante Verlegung zu sprechen. Grundsätzlich, so Scheen, sollten alle Bürger in das Projekt mit einbezogen werden. Nicht zuletzt die Schulen könnten das Thema entsprechend aufarbeiten und somit das Gedenken an die NS-Opfer wachhalten.

Bürgermeister Dr. Willi Linkens brachte es auf den Punkt: „Gerade die junge Generation soll aktiv daran beteiligt werden, damit sich dieses dunkle Kapitel der Geschichte nicht wiederholt.“

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