Herzogenrath: Platz zum Gärtnern, Ausruhen und Feiern

Herzogenrath: Platz zum Gärtnern, Ausruhen und Feiern

Die Premierensaison im neuen interkulturellen Garten direkt am Soziokulturellen Zentrum Klösterchen ist eröffnet. Mit dem ersten Spatenstich durch die stellvertretenden Bürgermeister Anne Fink (Grüne) und Dr. Manfred Fleckenstein (SPD) haben die Hobbygärtner die Scholle unters Gerät genommen.

Zwar ist es erst ein kleines Stück Land, das künftig Menschen verschiedener Kulturen im Anbau von Früchten, Gemüse, Zier- und Gewürzpflanzen zusammenführen soll, aber: „Nach der Eröffnung des ersten Teils des interkulturellen Gartens hoffen wir auf die möglichst rasche Umsetzung der Zusage des Bürgermeisters, nach den notwendigen rechtlichen Abklärungen auch das angrenzende Waldgarten-Grundstück mit besonderer Note und Charme übereignet zu bekommen”, erklärte Wilfried Hammers. Der Vorsitzende des Fördervereins Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen war zusammen mit dem Integrationsrat treibende Kraft bei dem Projekt.

Das Gelände am Rande des ehemaligen Vetrotex-Parkplatzes ist nach Meinung der Organisatoren als Herzstück des Gartens besonders geeignet. Grund ist unter anderem die Nähe zum Kulturgarten Balance. Im Wechselspiel von Gärtnern, Ausruhen und Feiern könnte die Nutzung beider Orte miteinander verknüpft werden.

Mit der Säuberung des Streifens hofft Fehmi Tarasi, Vorsitzender des Integrationsrates, im Oktober oder November beginnen zu können, sofern der Stadtrat bis dahin grünes Licht gegeben hat. In der Zwischenzeit wird das gerade in Beschlag genommene Stück Land bewirtschaftet. Zur Einweihung wurden stilecht Naturfruchtsäfte der biologischen Station serviert.

Eine gelungene Einstimmung, die zur ersten Einsaat passt: Erdbeeren, Salat und anderes Grün hatten die Gärtner im Gepäck, um direkt loszulegen. Bei der Urbarmachung halfen Mitarbeiter des Tellerrand e.V. mit ihrer Erfahrung aus dem vereinseigenen Garten.

Die Idee des interkulturellen Gartens lebt von Beteiligung. Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund sollen gemeinsames Sähen, Ernten und Feiern dazu nutzen, sich besser kennen- und die gegenseitigen Sicht- und Verhaltensweisen verstehen zu lernen. Das Interesse lässt auf einen guten Start hoffen.

Sieben Familien haben sich bereits entschlossen, nach Hacke und Schaufel zu greifen, unter ihnen Menschen mit deutschen, türkischen, spanischen und russischen Wurzeln. Hammers beschreibt den Verbund der Gemeinschaftsgärten und interkulturellen Gärten in Deutschland als Netzwerk, zu dem auch der Garten an der Dahlemer Straße zählt.

Hilfe und Know-how gab und gibt es von der Stiftung Interkultur in München, besonders von der Projektleiterin Gudrun Walesch. Sie war bereits im Klösterchen zu Gast, um interessierten Gästen in einer Informationsveranstaltung im Klösterchen Idee und Umsetzungsmöglichkeiten der besonderen Form des „Urban Gardening” näherzubringen.

Das nächste Treffen der Gartenbaugruppe ist am Montag, 2. Juli, ab 18 Uhr auf dem Gelände an der Dahlemer Straße 28 in Ritzerfeld, unmittelbar neben dem Soziokulturellen Zentrum Klösterchen.

Informationen gibt es bei Fehmi Tarasi, Vorsitzender des Integrationsrates, unter f.tarasi@web.de oder Wilfried Hammers, Ansprechpartner im Klösterchen, unter wilfriedhammers@aol.com

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