Alsdorf: Pfleger kämpfen mit Massen an Gänsekot im Alsdorfer Tierpark

Alsdorf : Pfleger kämpfen mit Massen an Gänsekot im Alsdorfer Tierpark

Gänsekot, wohin das Auge reicht. Zwischen Spielgeräten, am Rand des Floßteichs, auf den Fußwegen. Und aggressive Gänse, die kleinen Kindern Brötchen und Kekse aus der Hand klauen wollen. Der Tierpark in Alsdorf hat ein Problem.

„Es gibt hier aktuell eine erhebliche Überpopulation an Wildgänsen“, sagt Tierparkleiter Stefan Heffels. 250 Kanadagänse halten sich im Park auf. Mit drei Mann sammeln Heffels und sein Team jeden Morgen, bevor die ersten Besucher kommen, bis zu zwei Stunden lang deren Kot auf und reinigen die Wiesen. Mehrmals am Tag wird das Ganze wiederholt. „Aber wir kommen mit dem Entfernen trotzdem nicht hinterher“, sagt er.

Tiere werden gefüttert

Die meisten Besucher würden denken, die Gänse gehörten zum Tierpark, doch das stimme nicht. „Ein Problem ist, dass viele Besucher die Tiere füttern“, sagt Heffels. Obwohl in regelmäßigen Abständen Schilder darauf hinweisen, dass das nicht gestattet ist. „Wir haben 250.000 Besucher im Jahr. Wenn auch nur zehn Prozent die Tiere füttern, ist das viel zu viel“, meint der Tierparkleiter.

Das locke die Gänse an, die sich auf den saftigen Wiesen des Parks ohnehin schon wohl fühlten. Darüber hinaus ist das Brot, das viele zum Verfüttern mitbringen, für die Tiere gefährlich. Denn es kann in ihren Mägen aufquellen. Und die Massen an Kot, die durch das vermehrte Füttern ins Wasser gelangen, können das Gewässer aus seinem ökologischen Gleichgewicht bringen.

Futter für Paarhufer

„Auch das Futter, das an den Automaten gekauft werden kann, ist nur für Paarhufer gedacht, zum Beispiel für das Rotwild und die Ziegen“, erklärt Heffels. Er könne jedoch nur versuchen, an die Besucher zu appellieren, die Gänse nicht mehr zu füttern.

Denn jeden Morgen warten diese nur darauf, dass der Publikumsverkehr losgeht, „dann laufen sie hoch zur Wiese am Spielplatz. Die sind schon ganz schön raffiniert“, sagt Heffels. Doch das Problem ist nicht neu: In jedem Jahr vermehren sich im Tierpark wilde Gänse. Deshalb sei es umso wichtiger, immer wieder darauf aufmerksam zu machen und ihre Verbreitung nicht auch noch zu fördern, meint Heffels.

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