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Alsdorf: Organisationsteam der „Euregiotour“ findet vorerst keine Nachfolger

Alsdorf : Organisationsteam der „Euregiotour“ findet vorerst keine Nachfolger

Ein letztes Mal noch werden um kurz vor elf die Motoren aufheulen, wird die Luft mit Benzingeruch geschwängert. Hier und da wird ein Tropfen Öl auf den Startflächen zurückbleiben, wenn sich über 70 Jahre Automobilgeschichte auf den Weg von Alsdorf-Neuweiler gen Südwesten aufmacht. Ein (vorerst) letztes Mal findet am Sonntag die Euregiotour für Old- und Youngtimer statt.

Für das Führungsquartett der 1992 gegründeten „Euregioroute“ ist nach insgesamt 14 Touren in 26 Jahren Schluss. Rob Debets ist als einziges Gründungsmitglied noch im Organisationsteam der „Route“ tätig. Während die Mitbegründer Joep Sparla, Wim Vervuren, Jo Keulers und Jules Coenen mittlerweile verstorben sind, stießen mit Heiner Erven (Deutschland), Alice Vandewal (Belgien) und Paul van de Warenburg (Niederlande) international Engagierte hinzu.

Doch auch für sie ist nach dieser letzten Rundfahrt Schluss. „Wir vier sind in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten natürlich auch älter geworden. Irgendwann ist es an der Zeit zu erkennen, dass es nicht mehr geht“, sagt Erven im Gespräch mit unserer Zeitung. Dabei wird die historische Auto-Karawane auch in diesem Jahr nichts von ihrem Charme einbüßen.

Nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“ wird die Tour zwar einen einer Rallye ähnlichen Charakter haben, jedoch wird es keine Wertung oder Aufgabenstellung für die 74 Teilnehmer geben. Ab 9.30 Uhr werden sich die Autofreunde samt ihrer Schätzchen am Sonntag auf dem Gelände des Autohauses Zittel in Neuweiler einfinden. Alexander Zittel empfängt die Piloten mit Kaffee und einem kleinen Frühstück. Auch die Zittels selbst werden aktiv am Geschehen teilnehmen.

Markus und Christine Zittel werden die Plätze in ihrem 1966er Mercedes SE Coupé einnehmen. Der betriebsinterne Fachmann für Oldtimer-Arbeiten, André Taschenmacher, wird parallel dazu einen 1964er Mercedes 230SL „Pagode“ pilotieren. Daneben erwartet die Besucher ein Überblick über die internationale Herstellerpalette. Bugatti, Ferrari, Porsche und viele weitere Schönheiten präsentieren sich der Städteregion und dem Dreiländereck.

Tagesziel Heerlen erfasst

Von Alsdorf aus steuert der Tross seinen ersten Zwischenstopp in Haaren an. Über Land- und Nebenstraßen wird das Gelände der Metallveredelung Damm erreicht. Eine kurze Videopräsentation soll den Piloten die Veredelung speziell von Autoteilen erläutern. Nach einem weiteren Zwischenstopp in Walheim (Kaffeepause bei Autoteile Eischett), setzen die Piloten über ins benachbarte Belgien. Von dort aus wird das Tagesziel ins Auge gefasst. Im niederländischen Heerlen wartet die Pension Auberge De Rousch nach insgesamt 90 Kilometern. Ein großes Buffet und Live-Musik bilden die Kulisse für das Abschlussfest.

Die Fahrer bekommen piktographische Wegbeschreibungen. Trotz der minuziösen Vorbereitungsarbeit des Organisationsteams, wird Heiner Erven die Strecke noch mehrmals abfahren müssen. „Gerade in Belgien ist es schon vorgekommen, dass genehmigte Routenabschnitte spontan gesperrt wurden. Auf solche Eventualitäten müssen wir vorbereitet sein“, erläutert er schmunzelnd.

Weniger idyllisch gestaltete sich die Vorbereitungszeit allgemein: Behördenmarathon, Planung am Reißbrett, Versicherungsverhandlungen und die Benachrichtigung der potenziellen Teilnehmer — alles wird seit Jahrzehnten von Erven, Debets und Co. ehrenamtlich gestemmt. Gerade hier sehen die Organisatoren den Hauptgrund für das vorläufige Ende der „Euregioroute“. Der bürokratische wie ehrenamtliche Aufwand schrecke viele mögliche Nachfolger ab.

Zudem sei aus persönlicher Sicht das Gespür der jüngeren Generationen für Oldtimer stark zurückgegangen. Nichtsdestotrotz haben die vier verbliebenen die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass in naher Zukunft vielleicht jemand ihre Arbeit fortführt.

Für Kurzentschlossene hat Erven noch einen Tipp: „Wir haben noch zwei Startplätze frei. Wer will, kann sich melden.“ Die Meldegebühr beträgt 70 Euro. Weitere Informationen und Kontaktdaten gibt es unter www.euregioroute.org.