Alsdorf: Ofden: Masterplan wird vorgestellt

Alsdorf: Ofden: Masterplan wird vorgestellt

Wie geht es in und mit Ofden weiter? Eine berechtigte wie drängende Frage der Bewohner dort. Denn in diesem knapp 2500 Einwohner zählenden Stadtteil von Alsdorf wird sich in den nächsten Jahren Gravierendes tun.

Mit dieser Thematik beschäftigt sich das 11. Alsdorfer Stadtgespräch, das unsere Zeitung gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Stadtentwicklung Alsdorf und in Kooperation mit der Stadt Alsdorf organisiert. Die öffentliche Podiumsdiskussion findet am Mittwoch, 11. Dezember, ab 19.30 Uhr in der Festhalle Ofden, Alfred-Brehm-Straße, statt. Der Titel lautet: „Mein Ofden“.

Am Dienstag wird der von der Stadt Alsdorf erarbeitete „Masterplan Ofden“ als Entwurf in den Ausschuss für Stadtentwicklung eingebracht, dessen öffentliche Sitzung um 18 Uhr im Rathaus (großer Sitzungssaal in der ersten Etage) beginnt. Der Ausschuss soll über die Beteiligung der Öffentlichkeit beschließen. Das 11. Stadtgespräch unserer Zeitung will genau dies fördern: die Beteiligung und die Meinungsbildung der betroffenen Bürger, unserer Leser, in einer offenen Diskussion mit den Verantwortlichen der Stadt. Im weiteren Verlauf will die Stadt Alsdorf eine „Planungswerkstatt“ einrichten, an der sich Interessierte beteiligen können. „Ziel dieser Maßnahmen ist es, durch die Möglichkeit der direkten Mitbestimmung die Akzeptanz für konkrete Projekte bei den Bürgern zu erhöhen“, heißt es seitens der Verwaltung dazu.

Freiwerdende Flächen nutzen

Und was wird sich verändern? Das städtische Gymnasium und die Realschule dort sollen ins geplante Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) auf dem Annagelände umziehen. Hierzu wird der Stadtrat noch im Dezember auf Basis des ein weiteres Mal überarbeiteten Raumkonzepts und des noch einmal nachgerechneten Kostenrahmens beraten und entscheiden. Dann müsste die Ausschreibung zur Realisierung des Kubiz in Alsdorf-Mitte vorangetrieben werden.

Was geschieht mit den durch den Umzug nach Fertigstellung des Kubiz frei werdenden Flächen in Ofden? Diese Frage stellt sich auch für das Gelände an der Alfred-Brehm-Straße, das derzeit vom Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW) genutzt wird, der innerhalb von Alsdorf umziehen soll. Ein weiterer Aspekt: Die Evangelische Gemeinde muss — den sinkenden Mitgliederzahlen und der finanziellen Entwicklung Rechnung tragend — reagieren und neben dem Umbau und der Umnutzung der Paul-Gerhardt-Kirche weitere Gebäude (Pfarrheim, Pfarrerwohnung) und Flächen verwerten.

Was soll dort neu errichtet werden? Des Weiteren ist Ofden überdurchschnittlich durch den demografischen Wandel betroffen. Nach Angaben der Stadtverwaltung leben in Ofden (Stand 30. Juni 2012) 2469 Bürger. Mit 24,5 Prozent liegt der Anteil von Personen über 65 Jahren dort deutlich über dem Durchschnitt in Alsdorf (20 Prozent) und der Städteregion Aachen (19,2 Prozent). Zugleich ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen in Ofden mit 13,6 Prozent besonders niedrig (Alsdorf 18 Prozent, Städteregion 15,7 Prozent). Das heißt: Es müssen Antworten darauf gefunden werden, wie Ofden zukunftsfähig gemacht wird. Welche Strukturen müssen geschaffen werden, um den Bedürfnissen der Bevölkerung (viele Senioren) gerecht zu werden? Wie kann Ofden für Jüngere attraktiv werden?

Im Entwurf des Masterplans, der bereits im Vorfeld seiner offiziellen Vorstellung am heutigen Dienstag im Stadtentwicklungsausschuss zu teilweise heftigen Diskussionen geführt hatte, die unsere Zeitung intensiv begleitete - so übte eine Bürgerinitiative zum Erhalt der Grünanlagen in Ofden massive Kritik -, sind eine Reihe von Lösungsansätzen enthalten.

Unter „Maßnahmen“ geht es zum Beispiel um das Areal der Realschule. Hier könnte, so die Verwaltung, attraktives Bauland für eine Anlage für Mehrgenerationenwohnen bzw. altersgerechte Wohnformen entstehen. Die Bunkeranlage unter der Realschule, die in Zeiten des Kalten Krieges für ein Notkrankenhaus gebaut wurde, soll aus Kostengründen nicht entfernt werden. Das Gelände des VabW soll mit Wohngebäuden versehen werden. Hier hat die Stadt bereits einen entsprechenden Bebauungsplan beschlossen, der 31 Gebäude mit 40 Wohneinheiten vorsieht.

Die Evangelische Gemeinde macht durch Umnutzung des Pfarrhauses und der Erweiterung der bestehenden Gebäude (U3-Betreuung im zu erweiternden Kindergarten) Platz für bis zu 14 barrierefreie Wohneinheiten. Stichwort Festwiese Ofden neben der evangelischen Paul-Gerhardt-Kirche: Hier könnten am Rande vier Gebäude mit etwa sechs Wohneinheiten entstehen. Der überwiegende Teil der Festwiese könnte „wieder für Veranstaltungen aktiviert werden“, so die Verwaltung.

Im Bereich „Baulandreserve“ Eidechsenstraße denkt die Stadt an etwa 13 neue Gebäude mit 20 Wohneinheiten. Mit Hilfe der Verbraucherzentrale und dem Verein „altbau-plus“ sowie entsprechender Förderung des Problembewusstseins und dem Aufzeigen von Lösungen will die Stadt die Anpassung der Wohnbestände aus den 1950er Jahren an moderne Standards fördern. „Wohnen am Weiher“ (gemeint ist die Nähe zum Alsdorfer Weiher) nennt sich ein weiterer Bestandteil des Programmentwurfs. Hierbei geht es um Flächen des derzeitigen Gymnasiums und der Realschule. „Nach ersten Testentwürfen können auf den beiden Arealen circa 80 Einfamilienhäuser und fünf Mehrfamilienhäuser entwickelt werden, was etwa 144 Wohneinheiten entspricht.

„Sammelstellplätze“

Und auch Aspekte der Nahversorgung und der Infrastruktur spielen eine Rolle im Masterplan. So sollen „Sammelstellplätze“ eingerichtet werden, um die Parkplatzsituation zu verbessern bzw. Engpässe angesichts von Neubauprojekten zu verhindern. Im Bereich Alfred-Brehm-Straße/Daniel-Schreber-Straße wird an eine Änderung der Verkehrsführung durch Einbahnstraßenregelung gedacht.

Die Stadt will die Bildung „einer erfahrbaren Ortsmitte“ zur „Identifikation der Bewohner“ fördern. Dabei geht es unter anderem darum, einen „zentralen Bereich als Marktplatz zu entwickeln“. Dabei stellen die vorhandenen Geschäfte die Basis dar. Die Rede ist von Außengastronomie und Aufenthalts- sowie Kommunikationsbereichen. Boden soll für die Einrichtung von Marktständen befestigt werden. Alternative Versorgungsmodelle werden thematisiert.

So könnte — etwa in einem Leerstand — das so genannte „Dorv“-Projekt befördert werden, also die Rückkehr des guten alten „Tante-Emma-Ladens“ mit der Erweiterung um Dienstleistungsangebote wie zum Beispiel Post- oder Paketdienst“ auf vereins- bzw. genossenschaftlicher Basis. „Dorv“ steht für „Zentrum für ortsnahe Dienstleistungen“. In anderen Städten wie Aachen bzw. Herzogenrath existieren bereits funktionierende Nahversorgungsregelungen nach dem „Dorv“-Modell.

Was halten Sie, liebe Leser, vom „Masterplan Ofden“? Was finden Sie gut, was schlecht? Was fehlt in Ofden, was soll verbessert werden? Schreiben Sie uns Ihre Meinung unter ww.leser-meinung.de

(-ks-)