Würselen: Nostalgie-Sitzung: Die Herzen der Narren im Sturm erobert

Würselen: Nostalgie-Sitzung: Die Herzen der Narren im Sturm erobert

Mit der in der Festhalle der Broicher Siedlung zum 32. Male veranstalteten Nostalgie-Sitzung erlebte die 33-jährige Jubiläumssession des Heimat- und Brauchtumsvereins „Linden-Neusener Klöös“ ihren dritten Höhepunkt. Als Gäste konnten sich davon auch die Bürgermeister Alfred Sonders (Alsdorf) und Arno Nelles (Würselen) überzeugen.

Den meist im Alter schon fortgeschritteneren närrischen Semestern wurde mehrere Stunden lang ein abwechslungsreiches und begeisterndes Programm geboten. Alle gut aufgelegten Närrinnen und Narren kamen nicht nur bei Kaffee und Kuchen vorab reichlich auf ihre Kosten, sondern auch bei dem, was die „Klöös“ an Programm an- und auf zu bieten hatten.

„Wir sind Klöös“ hielten die rot-weißen Aktiven Einzug in den Saal. „Jetz simmer all widder he“ stimmte Präsident Hans Maaßen an, bevor er die Moderation in die erfahrenen Hände von Ehrenpräsident Hans Sinken legte, der souverän seine Aufgabe meisterte. Als ersten Augenschmaus „servierte“ er das Jugendmariechen Nina (Klöppel). Es folgten „Die zwei Lausbuben“ mit Blödel-Parodien und Jugendmarie Anna-Lena (Wölk) mit einem zackigen Gardetanz.

Das Eis war gebrochen und der rote Teppich ausgerollt für die kleine „düvelstädtische“ Tollität, Lucas I. (Fuhrmann) mit ihrem „Hölze-Päed“-Anhang. Mit Musik, Gesang und Tanz eroberte er sich die Herzen des Narrenvolks im Sturm. Ein großartiges Bühnenspiel! Sein fortgeschritteneres Alter nahm Dieter Steudter, der langjährige Frontmann der „3 Colonias“, nicht nur bei sich auf die Schippe. „Für mein Alter bin ich zu jung“ bot er Ausschnitte aus seinem gleichnamigen Soloprogramm.

Mit einem Medley Kölscher Karnevalshits von „De Boore“ über „De Räuber“ bis hin zu Marita Köllner warteten der singende Präsident (Hans Maaßen) und „Et fussig Renate“ (Renate Dahlenburg), zwei urige Eigengewächse, auf. Es durfte gesungen und geschunkelt werden. Das närrische Auditorium wurde stimmungsmäßig auf Betriebstemperatur gebracht. Dann der Tanz der schmucken „Klöös“-Garde, seit Jahren der Stolz des Vereins.

Die Post ging ab, als das „düvelstädtische“ Dreigestirn mehr als nur einen Höflichkeitsbesuch abstattete, im „Gepäck“ neben der Prinzengarde des 1. Würselener Karnevalsvereins Edeldamen und -herren seines Hofstaates. KWK-Vize Friedel Beckers war sichtlich stolz darauf, Prinz Harald I. (Matthäus), Bauer Achim (Mallmann) und Ihre Lieblichkeit Gregoria präsentieren zu können.

Aber auch der Ehrenkommandant der Garde, Hans Bücken, der ihr flottes Tanzmariechen zum Dank für den herzlichen Empfang aufbot. Bei „Hey Wöschele, du bess osser Stadt, die in der Kerch ne Düvel hat“ steuerte die Stimmung einem ersten Höhepunkt zu. Es hagelte nur so Pointen, als sich „Ne Tulpenheini“ (Roland Paquot) mit einer Violine unterm Arm auf die Lachmuskeln „einschoss“. „Janz jeck op Kejser Karl än Karneval“ haute Aachens Tollität, Prinz Bernd I. (Marx) auf die Pauke. Die Närrinnen und Narren im Saal lagen dem stolzen Prinzen Karneval aus der Kaiserstadt ehrerbietig zu Füßen. Auch Bernd I. hielt, was seine Vorgänger in den Jahren zuvor den „Klöös“ versprochen hatten.

Zwillingsprinzen zu Gast

Ein weiterer optischer Leckerbissen war die „Klöös“-Showtanzgruppe mit Jutta Bösing, Jennifer Czarnecki, Ina Donatz, Kristina Felser, Daniel Handels, Nadine Richtarsky, Melanie Steinbeck, Alina Thevis und Anna von den Bergen. Noch einmal wehte Kölner Flair durch den Saal, als mit „De Fröngde“ (Eschweiler) „Mundart pur op Kölsche Tour“ die jecke Runde machte. Da fehlten nur noch die Jubiläums-Zwillingsprinzen der KG Rote Funken Garde aus der Broicher Siedlung, Stefan I. und Michael I. Präsident Matthias Delzepich machte sie den „Klöös“ anlässlich deren Jubiläums zum „Geschenk“. Gemeinsam setzten die Gastgeber und die Gäste einen farbenprächtigen Schlusspunkt unter die 32. schillernde Nostalgie-Sitzung der „Klöös“.

(ehg)
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