Nordkreis: Ergebnisse der Städteregionsratswahl in den vier Kommunen

Städteregionswahl : Hohe Erwartungen an Tim Grüttemeier

Zwei der insgesamt vier Kommunen, in denen Daniela Jansen bei den Städteregionswahlen am Sonntag die Oberhand hatte, liegen im Nordkreis: Neben Aachen und Eschweiler punktete die SPD-Kandidatin wenn auch nur knapp in Alsdorf (51,5 zu 48,5%) und in Herzogenrath (50,12 zu 49,88%).

Deutlich war der Wahlsieg von Kontrahent Tim Grüttemeier indes in den anderen beiden Nordkreis-Kommunen: In Würselen erzielte der CDU-Kandidat 54,94% (Jansen 45,06%) und in Baesweiler sogar 65,93% (Jansen 34,07%).

Beim ersten Wahlgang am 4. November war Alsdorf die einzige Kommune in der Städteregion gewesen, in der Jansen einen Vorsprung in der Wählergunst erzielen konnte (35,13% zu 34,47% Grüttemeier). Interessant sind die Stichwahlergebnisse in Kellersberg, das beim ersten Wahlgang durch einen deutlichen Ausschlag auch für die AfD aufgefallen war: Bei der Stichwahl nunmehr votierten die Wähler in beiden Stimmbezirken (Pfarrhaus und Kita) zu über 70 Prozent für die SPD. Ähnlich auch im Wahlbezirk 1002 – Ofden Grundschule, wo die AfD im ersten Wahlgang 17,8% holte: Hier fiel der Ausschlag bei der Stichwahl auf 56,2% für die SPD. Stark war die AfD am 4. November auch in Busch (17,92%) und Blumenrath (17,93%) gewesen, wo die SPD am vergangenen Sonntag dann 66,55 respektive 60% holte. Auch in Neuweiler, wo die AfD deutlich Stimmen geholt hatte (21,59%) schlug der Pegel am vergangenen Sonntag, wenn auch nicht so deutlich, für die SPD aus (52,86%).

In Baesweiler konnte Grüttemeier seinen satten Vorsprung von knapp 32 Prozentpunkten auch bei der Stichwahl halten.

In Herzogenrath hatte der CDU-Kandidat vor zwei Wochen mit 36,69% die Nase noch um gute 4 Prozentpunkte vor der SPD-Kontrahentin gehabt. Hier hatten die Grünen mit 18,56% ein stattliches Ergebnis eingefahren. Am vergangenen Sonntag war es dann Jansen, die mit 50,12% gegen Grüttemeier (49,88%) knapp obsiegte.

Und in Würselen, wo die Grünen am 4. November ebenfalls knapp über 18% holten, schrumpfte der Vorsprung der CDU vor der SPD von 11,07 auf 9,88 Prozentpunkte.

Und was sagen die vier Bürgermeister im Nordkreis zu dem neuen Städteregionsrat, der am 2. Januar sein Amt in Aachen antreten wird? Was sind ihre Erwartungen an Tim Grüttemeier, der als Bürgermeister von Stolberg in Bezug auf die Städteregion bislang die gleiche Perspektive wie sie selbst eingenommen hat?

 „Zunächst gehe ich davon aus, dass  Dr. Grüttemeier seine sehr verbindliche und zuverlässige  Art auch weiterhin fortsetzt“, konstatiert Dr. Willi Linkens (CDU), Baesweiler. „Ich bin sicher, dass das vertrauensvolle Miteinander zu den Kollegen weiterhin bestehen wird.“ Gerade als Bürgermeister habe Grüttemeier sich stets als „entscheidungsfreudiger Kollege“ erwiesen, „mit dem anstehende Aufgaben zum Wohle der Bürger und Kommunen zielstrebig angepackt wurden“. In Stolberg habe Grüttemeier in kurzer Zeit seine „Kreativität und Entschlossenheit“ bewiesen. Linkens: „Ich setze darauf, dass er diese Eigenschaften auch in der neuen Funktion beweist.“ Und: „Da ich ihn schon aus der Zeit seines Referendariats bei mir kenne, schätze ich seine verbindliche Art und seine hohe Qualifikation.“ Konkrete Erwartungen äußert Baesweilers Bürgermeister auch, nämlich, dass Grüttemeier die von ihm angesprochenen Themen zielstrebig angehe. Linkens: „Wichtig ist mir die Förderung der Digitalisierung, die Fortsetzung des entschlossenen Einsatzes gegen die Atomkraftwerke in Belgien. Bedeutend ist mir, dass er auf Landes- und Bundesebene die Positionen der regionsangehörigen Kommunen engagiert vertritt. Wesentlich ist auch, dass er die finanziellen Interessen der Städte und Gemeinden auch bei der Finanzentwicklung der Städteregion mit Nachdruck wahrnimmt.“

Tim Grüttemeier wird neuer Städteregionsrat

Erfreut über den Parteifreund im neuen Amt ist auch Christoph von den Driesch (CDU), Bürgermeister in Herzogenrath: „Zunächst gratuliere ich Tim Grüttemeier zur neuen Aufgabe.“ Und er richtet gleich auch einen Appell an ihn: „Ich bin davon überzeugt, dass Tim Grüttemeier aufgrund seiner Erfahrungen als Bürgermeister der Stärkungspaktkommune Stolberg die finanziellen Rahmenbedingungen der regionsangehörigen Kommunen genau im Blick haben wird und die umlagefinanzierte Städteregion entsprechend ausrichtet.“ Denn es sei wesentlich „auch für die Zukunft der Stadt Herzogenrath, dass die Städteregionsumlage stabil bleibt, denn diese ist der größte Kostenblock des städtischen Haushaltes“. Von den Driesch wünscht sich überdies ein „stärkeres Wir-Gefühl für die gesamte Region“ und setzt dabei seine Hoffnungen auf Grüttemeier, der sich auf die Fahnen geschrieben habe, „noch stärker in den Blick zu nehmen, welche Aufgaben besser gemeinsam angepackt werden können. Er kennt die Stärken und Schwächen der regionsangehörigen Städte und wird den Prozess sicher moderieren können.“ Von den Driesch verspricht: „Dazu werden wir ihn in Herzogenrath nach Kräften unterstützen, weil damit erhebliche Synergien erzielt werden können.“ Und er blickt optimistisch nach vorne: „Aufgrund unserer bisherigen Zusammenarbeit für die Region freue ich mich auf eine sehr gute weitere Arbeit mit Tim Grüttemeier als Städteregionsrat.“

Dass Tim Grüttemeier „die Interessen der Kommunen fest im Blick hat und deren Themen voranbringt“, davon geht Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders (SPD) aus, wie er auf Nachfrage erklärt. Er hofft, dass vor allem die Städteregionsumlage nicht weiter steige, sondern Grüttemeier im Gegenteil zu deren Senkung beitrage. Sonders: „Jeder Cent, den uns die Städteregion nimmt, fehlt uns in der Kasse.“ Deswegen, so Sonders’ Mahnung, müsse es bei der Städteregion „noch einmal eine intensive Aufgabenkritik geben“. Dafür, dass die Städteregion sich beschränke, habe Grüttemeier als Stolberger Bürgermeister „ja auch immer geworben“. Sonders: „Ich bin da optimistisch!“

Ähnlich sieht das auch Arno Nelles (SPD), Bürgermeister in Würselen: „Ich gehe davon aus, dass mit Tim Grüttemeier kein Neuling im Geschäft ist, sondern dass er die Nöte und Sorgen der Bürgermeister in den ehemaligen kreisangehörigen Kommunen kennt und das in seine künftige Arbeit einbringen wird.“

Als Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz, so Nelles weiter, sei er unter anderem mit Grüttemeier ohnehin schon im Gespräch gewesen, auch was ein endlich faires Abrechnungsverfahren mit der Stadt Aachen innerhalb der Städteregion angehe ...

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