Herzogenrath: Nicht ständig im Alltag ausgebremst werden

Herzogenrath: Nicht ständig im Alltag ausgebremst werden

Jedes Jahr am 5. Mai ist europäischer Protesttag zur Gleichstellung für Menschen mit Behinderung. Bundesweit bieten Verbände und Organisationen Aktionen an, um die Inklusion behinderter Menschen zu fordern und das Thema im öffentlichen Bewusstsein zu halten.

Das diesjährige Motto des Protesttags „Jede Barriere ist eine zu viel” soll auf die große Bedeutung von Barrierefreiheit für Behinderte aufmerksam machen.

Das Forum für Menschen mit Behinderung in Herzogenrath setzt sich bereits seit 1995 unter anderem für Barrierefreiheit ein. Zu kurze Grünphasen an Ampeln, unüberwindbare Treppen oder Absätze, der Einstieg in einen Bus als fast unüberwindbare Hürde: alles Probleme, die vielen behinderten Menschen schon einmal begegnet sind. Das Forum arbeitet mit verschiedenen Fachbereichen im Rathaus daran, die Situation in der Rodastadt sukzessive zu verbessern. Die Sitzungen im Rathaus sind als offenes Foren gestaltet, damit „jeder zu jeder Zeit” teilnehmen kann. Erfolge sind zu verzeichnen. 2009 haben das Forum und die Stadt eine Zielvereinbarung getroffen, um Mindestbedingungen festzulegen, die Zugang und Nutzung öffentlicher Gebäude, Straßen und Plätze barrierefrei ermöglichen.

Etliche Maßnahmen wurden schon umgesetzt, beispielsweise die Toiletten im Rathaus, diversen Schulgebäuden und Sportstätten, im TPH und dem AWO-Begegnungshaus Ruifer Straße behindertengerecht umgebaut. Der Aufzug im Rathaus wurde mit taktilen Zeichen und Sprachansage für Blinde umgerüstet und der Eingang des Minigolfplatzes in Herzogenrath barrierefrei gestaltet.

Für Umbauten sind im Haushalt der Stadt jährlich 50.000 Euro eingeplant, zu deren Verwendung das Behindertenforum Vorschläge macht. Für den laufenden Etat wurden folgende Maßnahmen beschlossen: eine Behindertentoilette in der Turnhalle An der Waidmühl, die Nachrüstung der Ampelanlage Willibrord-/Kirchrather Straße mit einem taktilen Signalgeber und eine Machbarkeitsstudie für eine barrierefreie Burg Rode. Damit die Betroffenen an den richtigen Stellen zu Wort kommen, sind sie in diversen Ausschüssen des Stadtrats vertreten.

Viel sei zwar schon geschehen, aber: „Wir müssen mit unserer Arbeit immer weiter machen”, betont Anne Fink, Sprecherin des Behindertenforums. Bei den Treffen des Forums, vier pro Jahr, nehmen nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch Angehörige und Freunde teil. Schließlich kann die Lobby für Behinderte nicht genug Stimmen hinter sich sammeln.

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