Würselen: Neue Vorsitzende will die Tambour-Tradition noch Jahrzehnte fortsetzen

Würselen : Neue Vorsitzende will die Tambour-Tradition noch Jahrzehnte fortsetzen

Erstmals steht mit Svenja Thevis eine junge Frau an der Spitze des Bundestambourkorps‘ „Alte Kameraden“. Markus Roß sprach mit ihr über Themen wie die Jugendarbeit und die Veranstaltungen in diesem Jahr.

Frau Thevis, seit dem Frühjahr sind Sie die Vorsitzende der „Alten Kameraden“. Damit übernimmt in der 96-jährigen Vereinsgeschichte erstmalig eine junge Frau den Vorsitz. Warum engagieren Sie sich an der Spitze dieses Korps?

Thevis: Bereits von Kindesbeinen an spielt die Musik und vor allem die Marschmusik eine große Rolle in meinem Leben. Ich bin mit dem Bundestambourkops und dem Musizieren sowie dem damit verbundenem Brauchtum aufgewachsen. Deswegen ist es eine große Ehre für mich, die Vorstandsarbeit meiner Vorgänger mit vollem Engagement weiterzuführen und Interessierte an die Marschmusik heranzuführen.

Seit wann sind Sie im Bundestambourkorps aktiv?

Thevis: Wie erwähnt, war ich schon im Kinderwagen bei jedem Auftritt der Alten Kameraden dabei. Das Instrument Querflöte erlernte ich in meinem zehnten Lebensjahr bei meinem Vorgänger und Ausbilder Günter Klinkenberg. Seitdem unterstütze ich den Verein aktiv. Außerdem bilde ich jetzt ebenfalls Flötisten zu Flötenlehrern aus.

Stellen Sie doch das Bundestambourkorps kurz vor. Was macht den besonderen Reiz aus, sich hier zu engagieren?

Thevis: Seit 1922 besteht das Bundestambourkorps Alte Kameraden Würselen als musizierender Verein, der dem Brauchtum Karneval, Jungenspiele und Schützenwesen von Beginn an verbunden ist. Dem Korps und seinen Mitgliedern ist es wichtig, diese Brauchtumsveranstaltungen musikalisch zu begleiten und die Zuhörer mit ihrer Musik zu begeistern. Wir zeichnen uns durch eine eingespielte Gemeinschaft und einem tollen Zusammenspiel erfahrener und junger Musiker aus. Für uns alle ist es ein Hobby, das zwar zeitintensiv ist, aber auch großen Spaß macht.

Das Wichtigste: Niemand ist perfekt. So unterstützen und fördern wir uns gegenseitig beim Erlernen von bekannten und neuen Märschen. Die gemeinsamen Auftritte nutzen wir nicht nur zur Stärkung unserer musikalischen Fähigkeiten, sondern auch, um Zusammenhalt und Wir-Gefühl innerhalb des Vereins zu stärken. Neben unserem jährlichen Probenwochenende stehen auch Vereinstouren auf dem Programm, die immer wieder für Hochstimmung sorgen. Dies alles zusammen macht den besonderen Reiz dieses Vereins aus.

Unter dem Motto „Jung in die Zukunft“ legen Sie einen Fokus auf die Jugendarbeit. Wie ist die Altersstruktur des Korps‘? Trägt die Nachwuchsarbeit Früchte?

Thevis: Wir sind in der glücklichen Position, neben erfahrenen, talentierten „alten Hasen“ auch junge lernende Mitglieder in unseren Reihen zu haben, die sich gegenseitig ergänzen. Diese Chance müssen wir nutzen. Denn wie jeder Verein sind auch wir auf den Nachwuchs angewiesen. Unser Ziel ist es mit einer jungen Spitze, die neben meiner Person auch unseren Korpsführer Tobias Jagmann und weitere Vorstandsmitglieder umfasst und komplettiert wird von erfahrenen Vorstandsmitgliedern, mehr junge Interessierte zu erreichen und zum Musizieren zu animieren. Mit Blick auf unser 100-jähriges Jubiläum im Jahr 2022, ist es unser festes Bestreben, diese bestehende Tradition in den nächsten Jahrzehnten erfolgreich fortzuführen. Dafür braucht es neue junge und vor allem interessierte Mitglieder, die sich für Musik begeistern.

Was steht in diesem Jahr noch auf dem Programm des Bundestambourkorps‘?

Thevis: Viele große Ereignisse unseres Vereinslebens haben wir in 2018 mit den karnevalistischen Auftritten, der Begleitung unserer befreundeten Schützenvereine und den Jungenspielen schon absolviert. Dennoch freuen wir uns nun auch auf das Neusser Bürgerschützenfest an diesem Wochenende, das Bundesschützenfest in Xanten am 16. September und den Start in die Karnevalssession 2018/2019. Am Ende des Jahres werden wir das Jahr 2018 in gemütlicher, interner Runde ausklingen lassen und freuen uns auf ein neues Jahr in bewährter Spielfreude.

(ro)