Würselen: Neue Notfallpraxis am Rhein-Maas-Klinikum vor der Eröffnung

Würselen : Neue Notfallpraxis am Rhein-Maas-Klinikum vor der Eröffnung

„Klappt das?“ — „Das klappt!“ Dr. Lothar Nossek, Kreisstellenvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und Ärztekammer Aachen-Land, strahlt Zuversicht aus beim Besichtigungstermin in der fast fertigen Notdienstpraxis neben dem Haupteingang des Rhein-Maas-Klinikums am Mauerfeldchen auf Marienhöhe. Am Freitag, 31. August, 13 Uhr, gehen die neu gebauten Praxisräume in Betrieb.

Bis dahin haben die Handwerker allerdings noch einiges zu tun: Die Stromleitungen müssen fertig verlegt und die Decke abgehängt werden, Malerarbeiten sind voll im Gange, der Bodenbelag fehlt noch. „Und dann kommen die letzten Möbel“, sagt Nossek, während er mit Praxismanagerin Vera Schlicht die Wandfarbe in Augenschein nimmt. Ein gedeckter Cremeton, ganz bewusst ausgewählt, weil reines Weiß zu grell gewesen wäre. Denn auch Kleinigkeiten sind wichtig, um den Aufenthalt an einem Ort, an dem erkrankte Menschen Hilfe suchen, so angenehm wie möglich zu gestalten.

Für alle Beteiligten, also auch das Personal. Drei Arztzimmer stehen demnächst zur Verfügung, mit jeweils zweitem Zugang und ausgestattet mit Waschgelegenheit, Schreibtisch, Liege, Notknopf, Sprechanlage. Im hinteren Bereich des langgezogenen Baus ist ein Personaltrakt angelegt, mit Ruheräumen für den Bereitschaftsdienst, Dusche und einer Küchenzeile.

Empfangen wird der Hilfesuchende durch die Mitarbeiterinnen am Annahmefenster unmittelbar neben dem Eingang. Hier erfolgen Aufnahme und Ersteinschätzung — und bei ernsten Notfällen der Verweis zur Interdisziplinären Notaufnahme (INA) des Rhein-Maas-Klinikums, mit dem sich die Notdienstpraxis der KV künftig den Wartebereich teilt.

Nossek legt Wert auf eine Notfallbehandlung „der kurzen Wege“, weswegen es ihm auch ein Anliegen gewesen sei, den bislang in Bardenberg angesiedelten Bereitschaftsdienst der Hausärzte nunmehr ans RMK anzudocken, „weil alle akutmedizinischen Einrichtungen mittlerweile auf Marienhöhe sind“.

Kurze Wege, die auch Dr. Friedrich Hölzl schätzt, Chefarzt der zentralen Notaufnahme und Aufnahmestation des Krankenhauses, deren Empfangsbereich und Ersteinschätzungsräume auf der anderen Seite der Wartezone eingerichtet werden. Von wo aus dann auch Überweisungen zum Notdienst der KV leichter möglich sind. Denn dass bei der zentralen Notfallambulanz viele Menschen mit Beschwerden vorstellig werden, die eigentlich in die Hände des Hausarztes gehören, ist ein bundesweites Problem.

Die Orientierung könne den Patienten nun leichter gemacht werden, sagt Hölzl, der selbstverständlich die Wahlmöglichkeit des „mündigen Patienten“ unterstreicht. Und verdeutlicht, an welche Stelle sich ein Patient am besten wendet, um schnellstmöglich behandelt zu werden: In die Notaufnahme gehören Notfälle wie ernste Verletzungen und schwere Akuterkrankungen, also jeder, der eine sofortige Krankenhausbehandlung braucht.

Alle Befindlichkeitsstörungen indes, mit denen man normalerweise zum Hausarzt gehen würde, gehören auch nachts und an Sonn- und Feiertagen zunächst in die hausärztliche Notdienstpraxis. Wer damit bei der Notfallambulanz vorstellig wird, muss unter Umständen mit längeren Wartezeiten rechnen, da hier nach Priorität der eingehenden Notfälle behandelt werden muss.

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